Blutspende/Transfusion?

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5 Antworten

Moin,

deine Frage ist nicht einfach zu beantworten, da sie, vermutlich ohne dass du es beabsichtigt hast, nach mehreren Verfahren gleichzeitig fragt.

Zunächst gibt es Erythrozytenkonzentrate (EK's). Dabei handelt es sich vermutlich um das, was du mit "Bluttransfusion" meinst. EK's bestehen im Wesentlichen aus roten Blutzellen (fachsprachlich heißen die "Erythrozyten"). Erythrozyten haben im Blut die vorwiegende Aufgabe, die Gase Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid zu transportieren; diese Aufgabe wird im Wesentlichen durch den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin), welcher sich auf den Ery's befindet, ermöglicht. Es gibt eine Vielzahl an Gründen (in der Medizin werden Gründe als "Indikation" bezeichnet), die den Einsatz von EK's erfordern. Gemeinsam haben sie, dass die Zahl der Erythrozyten im Blut bedrohlich (schnell) gesunken ist und dem Körper die Fähigkeit ausgeht, Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid zu transportieren. Auslöser sind z.B. erbliche Erkrankungen wie eine Blutarmut (Anämie) oder Unfälle, bei denen massiv viel Blut verloren gegangen ist. Wie gesagt, das sind jetzt nur zwei von sehr vielen Möglichkeiten. Ein wesentlicher Laborwert, an dem festgemacht wird, ob ein Patient EK's benötigt, ist der sogenannte Hb; dieser steht für "Hämoglobin" und gibt u.a. einen guten Überblick, ob ein Patient z.B. akut viel Blut verliert. Im Allgemeinen wird versucht, so lange wie möglich ohne eine EK-Transfusion auszukommen, da die Risiken nicht von der Hand zu weisen sind (z.B. Reaktionen des Immunsystems auf die "Fremdkörper", Infektionen etc.). Dennoch kann man sagen, dass derartige medizinische Eingriffe in der westlichen Welt mit eher geringen Risiken verbunden sind. Der Grund, aus dem insbesondere EK's mit dem Wort "Bluttransfusion" verbunden werden, liegt darin begründet, dass sie uns vom Äußeren am ehesten an Blut erinnern; sie haben nämlich die typische tiefrote Blutfarbe.

Eine weitere Form eines "Blutprodukts" ist das Fresh Frozen Plasma (FFP), was auf Deutsch soviel heißt wie "frisch gefrorenes Plasma". Nun stellt sich zunächst die Frage, was Plasma ist. Blut besteht aus vielen Bestandteilen, darunter den festen, zellulären Teilen wie den roten und weißen Blutkörperchen, den Blutplättchen etc. und aus einer Flüssigkeit, in der viele weitere Stoffe gelöst sind. Diese Flüssigkeit, die normalerweise ca. 55% des Blutvolumens ausmacht, wird als Plasma bezeichnet. In diesem Plasma befinden sich auch Stoffe, die für die Blutgerinnung (grob gesagt die Fähigkeit, nach einer Verletzung eine "Kruste" zu bilden) zuständig sind; diese Stoffe werden als "Gerinnungsfaktoren" bezeichnet. Sind im flüssigen Blutbestandteil die Gerinnungsfaktoren enthalten, nennt man die Flüssigkeit "Plasma", sind diese Faktoren entfernt worden, nennt man die Flüssigkeit "Serum". Wir wissen deshalb schonmal, dass in FFP (also Plasma) Gerinnungsfaktoren enthalten sind und das macht auch einen Teil seiner Indikation aus. Wenn jemand z.B. nach einem schweren Unfall viele Verletzungen hat, dann wird an vielen Stellen die Blutgerinnung aktiviert. Grob gesagt werden dadurch die Gerinnungsfaktoren erstmal "verbraucht", was in der Medizin mit dem schwierigen Wort "Verbrauchskoagulopathie" bezeichnet wird. Dadurch kann es sein, dass der Patient erstmal eine schlechte Gerinnung hat und dadurch stärker bluten könnte. Um das zu vermeiden und die Gerinnungsfaktoren zu ersetzen, werden FFP's eingesetzt. Wieder ist dies nur ein Beispiel von vielen Indikationen.

Gebräuchlich sind auch sogenannte Thrombozytenkonzentrate (TK's). Thrombozyten sind die Blutplättchen und sind wie die Gerinnungsfaktoren auch für das Verschließen einer Verletzung zuständig, auch wenn sie etwas anders funktionieren. Diese Thrombozyten können wie alle anderen Stoffe auch bei einem Unfall und viel Blutverlust verloren gehen und müssen deshalb ersetzt werden; es gibt allerdings z.B. auch Erkrankungen, bei denen ausschließlich Thrombozyten fehlen (einen Mangel an Thrombozyten wird als "Thrombozytopenie" bezeichnet) und deshalb nur diese ersetzt werden müssen. Ein Bespiel einer solchen (erblichen) Erkrankung ist das sogenannte "Wiskott-Aldrich-Syndrom".

Entfernt verwandt mit den Blutprodukten ist u.a. auch das sogenannte PPSB. Diese Abkürzung steht für die Namen von vier Gerinnungsfaktoren, die Hauptsächlich im PPSB enthalten sind, nämlich: "Prothrombin, Proconvertin, Stuart-Prower-Faktor, Antihämophiles Globulin B". Diese vier Stoffe sind Teil des Gerinnungssystems und werden da (in der eben genannten Reihenfolge) als "Faktor II", "Faktor VII", "Faktor X" und "Faktor IX" bezeichnet. Außerdem sind in PPSB noch weitere Stoffe enthalten, u.a. das sogenannte "Protein C". Der Einsatz von PPSB beschränkt sich weitestgehend auf Patienten, die eine bestimmte Form von Gerinnungshemmern (umgangssprachlich werden diese Medikamente weniger zutreffend als "Blutverdünner" bezeichnet) einnehmen und notfallmäßig operiert werden müssen. Um die Blutgerinnung so schnell wie möglich wieder herzustellen, sodass diese Patienten nicht zu stark bluten, wird u.a. dieses PPSB verabreicht.

So, das waren jetzt einige Beispiele von verschiedenen Blutprodukten (bzw. Ersatzprodukten); ich vermute, dass du dich in erster Linie für die EK's interessiert hast. Konnte ich deine Fragen damit erstmal soweit verständlich beantworten oder ist noch etwas offen?

Lieben Gruß ;)

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Naja bei "Krankheiten" eigentlich nicht.

Wenn dein eigenes Blut mit etwas infiziert ist, das dadurch gelöst werden kann, dass das Blut ersetzt wird, mir würde keine Krankheit einfallen, bei der das der Fall wäre.

Bluttransfusionen werden allerdings benutzt, wenn jemand sehr viel Blut bei einem Unfall oder einer OP verloren hat.

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Kommentar von nicedayornight
08.03.2016, 22:08

Ja bei der Op hatte ich auch eine bekommen aber auch davor schon 2-3 mal. ich hatte endocarditis

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Soweit ich weis, wird das hauptsächlich gemacht, wenn man zB bei einer Operation viel Blut verliert...

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Kommentar von nicedayornight
08.03.2016, 21:57

ich weiß noch das ich im Behandlungsraum/Intensivstation lag als ich die bekommen habe

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Kommentar von Thaliasp
08.03.2016, 22:02

Bei Unfällen kann es auch nötig werden dass man Blut bekommen muss. Meine alte Mutter hat letztes Jahr auch eine Transfusion erhalten weil sie Blut erbrochen hat.

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Das ist bei total vielen Situationen.

Vergiftung, blutkrankheiten sowie auch bei Blutarmut. Wenn du mehr über blutkrankheiten wissen willst guck einfach Wikipedia. Da sind ein duzent aufgezählt.🍩

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