Blutgruppen positiv, negativ?

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"Positiv" und "negativ" stehen für "Rhesus-positiv" und "Rhesus-negativ". Der sog. "Rhesus-Faktor" ist eines von zahlreichen Merkmalen, die den Blutgruppen-Typ eines Menschen ausmachen. Neben dem im Vordergrund stehenden "AB0"-System wurde relativ früh das "Rhesus-Merkmal"-System entdeckt, und es spielt heute wegen seiner Bedeutung für Bluttransfusionen und Schwangerschafts-Komplikationen eine große Rolle. Es geht dabei um Strukturen auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen, die als "Antigen" wirken; d.h. bei Kontakt mit dem Immunsystem eine Abwehrreaktion auslösen können, bei der im schlimmsten Fall die roten Blutkörperchen aufgelöst (hämolysiert) werden. Wenn Blut von einem Menschen mit dem Rhesus-Merkmal D (=Rhesusfaktor positiv)zum ersten Mal einem Menschen ohne das Merkmal D (=Rhesusfaktor negativ) transfundiert wird, passiert zunächst nichts sichtbares, aber im Körper des Rh-Negativen wird eine Immunantwort (Abwehrreaktion, z.B. durch Antikörper) aufgebaut. Bei einem erneuten Kontakt mit roten Blutkörperchen mit dem Merkmal D erfolgt eine heftige, teils lebensbedrohliche Immunreaktion gegen dieses "Fremdblut" wegen Unverträglichkeit. Weil das D-Antigen diese Reaktion besonders häufig und in so starker Form hervorruft, ist man bei Bluttransfusionen bestrebt, einem Rhesus-negativen Empfänger nur Rhesus-negatives Blut zu geben. Ob bereits Antikörper gegen das D-Merkmal (und andere) im Empfängerblut vorhanden sind, testet man mit einem "Antikörpersuchtest" und durch die Kreuzprobe mit Blut aus den Konserven, die man dem Empfänger geben will. Entsprechend verhält es sich, wenn ein Rhesus-negative Frau ein Kind erwartet, das den D-Faktor auf seinen roten Blutkörperchen trägt, also Rhesus-positiv ist (Merkmal vom Vater geerbt): Bei der ersten Schwangerschaft mit dieser Konstellation passiert dem Kind normalerweise nichts, aber bei der Geburt kommt es zum Kontakt der Mutter mit den Blutkörperchen des Kindes, und wie bei einer "unpassenden" Bluttransfusion wird bei der Mutter die Immunabwehreaktion gegen Rhesus-positives Blut aufgebaut. Bei einer erneuten Schwangerschaft mit einem Rhesus-positiven Kind gelangen Antikörper aus dem mütterlichen Blut in den kindlichen Kreislauf und zerstören die Rhesus-positiven Blutkörperchen des Kindes. Dies bedeutet Lebensgefahr für das Baby, der man z.B. durch einen Blutaustausch vor der Geburt begegnen kann. Vorbeugend kann man aber heute durch bestimmte Maßnahmen die Antikörperbildung bei der Mutter direkt nach der ersten Geburt blockieren, so dass dem zweiten Kind von vornherein keine Gefahr droht.

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An nura: Danke für's Sternli und die netten Worte!

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Das bezeichnet den Rhesusfaktor. Wenn beide gleich sind, ist es egal, ebenso wenn Frau positiv und Mann negativ. Schwierig wird es, wenn Mann positiv und Frau negativ, da kann es ab dem zweiten Kind zu Abstossungsreaktionen, verbunden mit Früh- oder Totgeburten kommen. Um dies zu verhindern wird beim Kind ein Bluttausch im Mutterlaib vorgenommen.

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