Blutarmut durch ritzen?

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10 Antworten

Is ein guter Arzt ;) Immerhin versucht er dich zu überzeugen das ritzen sein zu lassen. Ich würde es dir auch ans Herzen legen es zu lassen. Hat mehr Nachteile die sich erst in deiner Zukunft zeigen werden. Damit meine ich auch gesundheitlich. Und die sind mit Sicherheit schwerwiegender als der Grund, der dich dazu animiert.

Warum ritzt du dich überhaubt? Das hat doch einen Grund. Ein normaler Mensch ritzt sich doch nicht! Du mal solltest zum Psychiater gehen. Das hätte dir dein Doc auch raten sollen!

Blut hat einen enorm hohen Symbolwert. Das Blut ist die elemntarste Lebensflüssigkeit des menschlichen Körpers, es ist das Substrat der Lebendigkeit. Dies gilt nicht nur in physiologischer, sondern vor allem auch in symbolischer Hinsicht. Bei Verletzungen tritt das Blut fließend aus dem Körper hervor. Fließen beschreibt eine Bewegung und wird deshalb mit Leben und Existenz assoziert. Wo Blut läuft, da lebt es noch. Das Blut hat Körpertemperatur, so dass es auf der Haut als angenehm warm erlebt wird. Wärme versinnbildlicht ebenfalls Leben, im Gegensatz zu einem toten, erkalteten Körper. Diese Bedeutung von Blut scheint im Zusammenhang mit dem Ritzen die wichtigste zu sein. Vor dem Ritzen sind sich die "wrist-cutter" ihrer Existenz nicht sicher. Sie fühlen sich nicht lebendig. Das Sichtbarwerden des hervorquellenden Blutes, seine Wärme und die beeindruckende Farbe vermitteln ihnen während des Ritzens das Gefühl, am Leben zu sein. Das Bluten wird zwar hauptsächlich als angenehm empfunden, aber es ist auch mit Angst besetzt. Blut verkörpert zwar Lebendigsein, aber wenn man zu viel Blut verliert, verliert man Lebenskraft. Unkontrollierte Verletzungen sind bedrohlich und lassen an die Möglichkeit des Sterbens denken. Insofern spannt Blut den Bogen zwischen Leben und Tod. Tot zu sein heißt u.a. nicht mehr zu bluten. Diese Phantasievorstellung macht Angst. Dabei geht es wohl weniger um die Angst, durch das ritzen zu Tode zu kommen, als um die allen Menschen innewohnende angstbesetzte Vorstellung, nicht mehr zu existieren. Blut ist ein Ausdruck von Tiefe. Bis ins tiefste Innere wird der Körper vom Blut durchströmt, von diesem Inneren haben wir gedanklich nur vage Vorstellungen. Das Blut aber schafft die Verbindung zum Innersten unseres Körpers. Auf psychischer Ebene wird Tiefe mit elementarem seelischen Dasein verknüpft. Das eigene Blut zu sehen und zu spüren bedeutet demnach aus, mit sich selbst in Kontakt und in tiefer Verbindung zu stehen. Diese Verbindung wünschen wir uns, weil wir allzu oft fürchten, das Gefühl für unser Selbst zu verlieren. Blut übt aber auch deshalb eine Faszination aus, weil sein Hervortreten kalkulierbar und - zwar in begrenzter Weise - kontrollierbar ist. "Wrist-cutter" schneiden sich in die Haut und es kommt etwas heraus. Sie tun etwas und daraufhin passiert sofort etwas. Sie können sich sicher sein, dass ihre Handlung eine sofortige Wirkung nach sich zieht. Hautaufschneiden und die Wunde ausbluten lassen, erinnert an den heute inzwischen relativ ungebräuchlichen Aderlaß. Diese Methode soll(t)e u.a. dazu dienen, Krankhaftes aus dem Körper ausfließen zu lassen. Seine Funktion lag folglich in der Reinigung des Körpers. Die "wrist-cutter" leiden unter schmerzenden Gefühlen, die mit tragischen Lebenserfahrungen zusammenhängen. Die Verarbeitung dieser Emotionen ist blockiert. Im übertragenden Sinn steht das Öffnen der Haut und das Blutenlassen für die unbewusste Hoffnung, die seelischen Schmerzen und auch die Scham hinsichtlich der eigenen Erfahrungen herauslassen zu können, um damit die Grundlage für die Bewältigung ihrer Erlebnisse zu schaffen. Beim Ritzen können wir Inneres als Äußeres erleben. Wir kommen mit den Gefühlen in uns nicht zurecht und können diese nicht zeigen. Das Blut tritt nun aus unserem Körperinneren hervor, Bluten bedeutet insofern auch Offenmachen von Innerem. Das Blut beim Ritzen weist eine Entsprechung zu Tränen auf. "Wrist-cutter" können ihre bedrohlichen Gefühle nicht zulassen und deswegen nicht darüber weinen. So kann das Blut als Ausdruck nicht geweinter Tränen, wenn auch auf brutale Weise, interpretiert werden. Die Analogie erfolgt einerseits über das Fließen: Die Tränen können nicht mehr fließen, das Blut schon...

Dass Du "von ein paar Tropfen", die Du an Blut durch das Ritzen verlierst, eine Blutarmut bekommst, ist eher unwahrscheinlich. Nun kommt es allerdings darauf an, an wieviel Stellen Du ritzt - wenn das dann eine ganze Landkarte ausmacht??? Aber warum ritzt Du eigentlich??? Hast Du Probleme, mit denen Du allein nicht fertig wirst? Dann wende Dich an einen Menschen Deines Vertrauens, sprich doch zum Beispiel ganz offen einmal darüber mit Deinem Arzt. Viel Erfolg!

erm es kommt darauf an, um welche Anämie es sich handelt. Der Arzt müsste einen Labortest von deinem Blut machen, um dort die werte zuhaben.

An sich kann es durch das ritzen keine Blutarmut entstehen, weil, wie du es schon sagst, keine großen Blutmengen sind, die verloren gehen.

kommt ja nun drauf an wie tief die wunden sind und wie oft du das machst grundsätzlich gilt es für dich zu wissen wieso du derartiges tust? Eventuell mal über eine Therapie nachgedacht? Glaub mir...die unschönen Narben bereust du irgendwann

Hi, danke für die Antwort. Bin schon seid einem Jahr in Therapie (Verhaltenstherapie), aber hab noch nicht geschafft auf zu hören =/

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@Ellie005

dies scheint ambulant zu sein...erkundige dich mal nach stationären einrichtungen oder einer tagesklinik (dort ist man täglich von morgens bis nachmittags 5 tage die woche und das 2-3 monate lang ) denn deine therapie scheint nicht effektiv und ausreichend zu sein .. lg

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Wenn dein Doc der Meinung ist wird es wohl stimmen. Wenn du dir regelmäßig Wunden zufügst kann es wohl sein das deine Blutarmut davon kommt.

es gibt auch viele Ärzte die Unfähig sind und sehr gerne falsche Schlüsse ziehen um der Arbeit aus dem Weg zugehen.

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Der Körper muss ständig gegen Wunden ankämpfen. Das ist für den Körper anstrengend.

Sich einzubilden, dass man sich verletzen könnte und das doch völlig unschädlich sein müsse, erscheint mir so naiv, dass ich gar nicht glauben kann, dass Du das selbst glaubst.

Raucher widersprechen wenigstens nicht, wenn man ihnen erklärt, wie gefährlich ihr Hobby ist. Aber sowas...

also ich glaube das auch nicht. dennoch ist mal die frage zu stellen, wieso du dich ritzt, und ob du dich da nicht mal in einer klinik behandeln lassen könntest.

Hat er mal gefragt, warum du überhaupt ritzt?

Hat das damit zu tun, das Du Dich nicht wohl fühlst?

Geht es Dir körperlich nicht gut?

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