Blitzableiter - Wie genau sind diese?

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9 Antworten

Der Blitzableiter schützt in aller Regel das jeweilige Gebäude vollständig vor Blitz-Schaden. Dieser Schutz bezieht sich natürlich nicht auf vom Blitz verursachte Überspannungen in äußeren, verzweigten regionalen Leitungsnetzen. Das kann zur Beschädigung von Elektrogeräten führen. Dafür gibt es z.T. besondere Schutzmaßnahmen. 

Der Blitz ist nicht auf der Wanderschaft zwischen seinen beiden "Einschlagstellen" (Wolke und Erde) wie ein Motorsportler mit begrenztem Reaktionsvermögen. Er bildet einen Lichtbogen, der gleichzeitig beide Punkte der elektrischen Potentialdifferenz überbrückt. Und dieser Lichtbogen bildet sich geometrisch am kleinsten elektrischen Widerstand aus. Der Blitzableiter mag geometrisch einen Umweg darstellen, elektrisch bildet er eine Abkürzung.

Zum Vergleich: Wenn der Wind von Tupfenbach nach Kleckersdorf weht, findet der auch seinen reibungslosesten Weg zwischen Bergen, Bäumen und Häusern, vom Ort des höheren zum Ort des niederen Luftdrucks (Das entspricht den "Einschlagstellen" des Blitzes). Der Wind hat - ungeachtet seiner Geschwindigkeit - nicht das Problem, erschrocken vor einem Kirchturm "anzukommen", um dort reaktionsschnell auszuweichen, um sich nicht den Kopf anzustoßen. Er weht ja im Prinzip überall gleichzeitig.

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Kommentar von dompfeifer
22.09.2016, 13:41

Beim Wind unterscheiden wir die räumliche Ausbreitungsgeschwindigkeit der Strömung zwischen zwei Druckpotentialen (angenähert Schallgeschwindigkeit) und der weitaus kleineren Strömungsgeschwindig-keit der Luft. Beim Blitz unterscheiden wir zwischen der Ausbreitungsgeschwindigkeit seiner Bahn (angenähert Lichtgeschwindigkeit) und der weitaus kleineren Strömungsgeschwindigkeit der Ladungsträger (Elektronen). Beim elektrischen Versorgungsnetz breitet sich die Spannung mit Lichtgeschwindigkeit aus. Die räumliche Driftgeschwindigkeit der Elektronen dagegen liegt bei der Hausinstallation etwa im Bereich von 1 m pro Stunde. Beim üblichen Wechselstrom wechselt dabei die Strömungsrichtung 50 mal pro Sekunde.

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der blitzableiter alleine schützt die elektrischen geräte im haus mit nichten vor überspannung. er dient eigendlich nur dazu schäden vom gebäude an sich abzuwenden. denn wenn der blitz ohne ableiter sagen wir in die hölzerne dachstuhlkonstruktion einschlägt, dann würde diese feuer fangen.

für einen schutz der elektronischen geräte im gebäudeinneren bedarf es einer wohl duchdachten, mehrstufigen überspannungsableiterlösung.

das begint mit grobableitern am Hausanschlusskasten oder im unteren zähleranschlussbereich, erstreckt sich über mittelschutz in den verteilern / verteilerfeldern und endet schließlich mit dem feinschutz unmittelbar vor allen sensiblen elektronioschen geräten wie PC, TV etc.

dieser kann auch mittels überspannungsschutzleisten erfolgen. ich emüfehle die Modelle von Brennenstuhl, Bachmann oder besonders apsa, da diese einen speraten Anschluss für den potenzialausgleich besitzen.

des weiteren gehört zu einem gescheiten blitzschutzkonzept auch der schutz aller in das gebäude führenden datenleitungen wie breitbandkabel, Telefon, (sateliten)antenne, Außensirene oder abseits liegende Infrastruktur wie Türöffner, Klingelanlage etc. z.B. an einem Gartenzaun oder in der einfahrt etc.

lg, Anna

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Kommentar von Atoris
13.09.2016, 20:04

Hab keine Fragen mehr, danke. MfG Atoris

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nur ein kurzer Einwand: der Blitz blitzt nicht einfach und sucht sich dann einen Weg sondern zuerst gibt es den Weg den dann der Blitz nimmt.

Angenommen es gäbe eine riesige isolierende Fläche die keinen Blitz durchlässt dann fällt der Blitz nicht vom Himmel und liegt dann auf der Fläche sondern es gibt den Blitz dann nicht.

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Kommentar von Atoris
14.09.2016, 22:42

klingt einleuchtend :D

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ein direkter Einschlag wird durch die meisten Hausratversicherungen abgedeckt. Überspannungsschäden durch Blitzschlag müssen meistens extra versichert werden und so funktioniert ein Blitzableiter: https://de.wikipedia.org/wiki/Blitzableiter

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Kommentar von Atoris
13.09.2016, 18:59

Stimmt Wikipedia hatte ich ganz vergessen. Früher gab es noch eine Zeit wo es noch nicht als zuverlässige Informationsquelle diente. MfG Atoris

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Ein Blitz schlägt im höchsten Punkt ein. Dies wird an einem Haus der Blitz-ableiter sein (welcher den Blitz dann in die Erde ableitet). 

Wenn ein Blitz in den Blitzableiter einschlägt und in die Erde geleitet wird, bedeutet dies noch lange nicht, dass es nicht zu Überspannungen im Stromnetz (des Hauses) kommen kann.

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Der Blitz nimmt immer den Weg des geringste Widerstandes. Das muss aber nicht unbedingt der kürzeste Weg sein. Der Blitzableiter stellt einen solchen Weg her und wenn die Anlage richtig ausgeführt ist, dann wird ein großer Teil der Spannung sicher zur Erde abgeleitet.

Blitzschutz ist nicht nur der Blitzableiter allein. Für einen wirksamen Schutz ist der innere Blitzschutz auch notwendig (SPD Typ 1 bis 3). Dieser leitet die noch vorhanden Überspannung sicher ab.

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ein blitzableiter funktioniert relativ simpel es ist im endeffekt nur die erde bzw der Schutzleiter und um zu "garantieren" das der Blitz dort einschlägt ist er auf dem Dach eines gebäudes und somit höher als das gebäude selbst!

Es wird immer gesagt das Blitze am höchsten Punkt dann einschlagen oder auf freien Flächen wie z.b. auf großen Feldern ;)

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Der Blitz und jeder andere elektrische Strom auch nimmt immer den Weg des geringsten Widerstands, auch wenn er länger ist. Ein Blitzableiter stellt so einen Weg er, sofern er richtig aufgebaut ist. Auch mit derr Position an der höchsten Stelle eines Gebäudes o.ä. soll der Widerstand herabgesetzt werden, da dieser durch die Luft höher ist.

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Kommentar von Atoris
13.09.2016, 18:57

Also hat ein Blitzableiter schon bevor ein Blitz einschlägt eine unsichtbare Aura die den Blitz - bei gegebenen Einschlag in sich leiten lässt? Gruß Atoris

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Der Blitzableiter reagiert gar nicht. Der Blitz schlägt dann halt dort ein und wird in den Boden geleitet.

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