Blinddarmprobleme seit längerer Zeit?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Alina,

Dein verlauf ist für eine chronische Blinddarmreizung bzw. -entzündung gar nicht sooo ungewöhnlich! Das ist manchmal eine wirklich verzwickte Sache, die man nicht vorhersehen kann. Eine OP wird in so einem Fall nicht gleich beim ersten Mal gemacht, wenn die Befunde nicht auf eine eindeutige akute Entzündung hinweisen. Wenn aber die Beschwerden immer wieder kommen, wird dann doch operiert, da man sonst nie Ruhe haben kann und es auch in den ungünstigsten Momenten wieder kommen kann. Deshalb würde ich dir auch zu einer OP rateh, wenn es die Chirurgen dann empfehlen.

Bei mir war es mit dem Blinddarm auch eine sehr schwierige Angelegenheit. Erst war ich mit 13 wegen Blinddarmverdacht im Krankenhaus, es war aber dann doch keiner und wurde nicht operiert, ich hatte aber ständig weiter und häufiger Bauchprobleme mit immer wieder Übelkeit, Brechen und auch zunehmend Durchfälle. Da ich auch deutlich untergewichtig war kam ich erst zweimal in eine Klinik auf Kur zum Zunehmen, und als dass nichts half und ich den zweiten Aufenthalt abbrechen musste, kam ich in die Kinderklinik, in der ich dann 3 Wochen war! Der Kinderarzt und eine Amtsärztin vorher waren sich nicht sicher, ob es evt. auch der Blinddarm ist, auch in der Klinik wurde ich von allen möglichen Ärzten (Kinderärzte, Magen-Darm-Arzt, Chirurgen) untersucht, und auch die waren sich nicht sicher und entschieden dann dass es bei meinem kränklichen Bauch besser wäre, wenn der Blinddarm raus ist damit er zukünftig bei Problemen (und die gab es dann noch öfter!) ausgeschlossen werden kann. Die OP war Anfang der zweiten Woche und wurde "offen" gemacht, d.h. mit dem Bauchschnitt unten rechts (der bei mir ziemlich lang ist; auf die Narbe bin ich schon oft angesprochen worden). Die Schmerzen nach der OP waren erträglich, nur beim Anspannen der Bauchmuskeln (Aufstehen, Husten etc.) tat es recht weh, und wenn Ärzte (v.a. der Gastro-Arzt) meinen Bauch abgetastet haben. Aber das konnte ich aushalten. Und nach ein paar Tagen ging es schon deutlich besser. Die ersten zwei bis drei Tage hatte ich noch ziemlich mit Übelkeit zu tun, aber das mit der Übelkeit war auch vorher schon so und noch schlimmer. Nach Hause durfte ich wie gesagt erst nach 3 Wochen weil ich auch eine richtige Darmentzündung hatte und zudem noch etliche weitere Untersuchungen gemacht wurden (u.a. auf Krebs und weil ich mit der Pubertät komplett zurück war). Wenn Du mehr wissen willst, frage ruhig.

Normalerweise darfst Du bei einer Blinddarm-OP heute schon nach 3-5 Tagen nach Hause, wenn alles komplikationslos verläuft. Gedanken musst Du Dir eher über die OP-Methode machen, ob offen oder laparoskopisch (mit den kleinen Schnitten, u.a. direkt am Nabel). Da gibt es sicher einiges Für und Wider. Bei mir gab es die Wahl aber nicht. Alles Gute und Gute Besserung für deinen kranken Bauch!

Danke für deine sehr ausführliche Antwort :). Ich fand deinen ersten Punkt schon sehr interessant. Es gibt Leute die sagen, dass jede Blinddarmreizung eine leichte Entzündung ist. Mein Arzt hat dem ja indirekt widersprochen, indem er mir sagte, dass ich kein Antibotika kriege, da mein Blinddarm nichtmal entzündet ist. Weißt du da genaueres? 

Ich habe gehört, dass die lakroskopische Methode weniger schmerzhaft ist & bei den KHs wo ich mich informiert hatte wird der Bauchschnitt nur noch gemacht wenn der Blinddarm kurz vorm platzen ist. 

Ich fande meinen Verlauf relativ ungewöhnlich, da ich oft gehört habe, dass bei den meisten eine Reizung nach 5-10 Tagen abklingt ( selbst bei den Chronikern) und dann halt bei denen die chronische Probleme haben 4 Monate später wieder auftaucht.

Habe beispielsweise eine Bekannte ( 47 Jahre alt), die seit sie 16 ist jedes Jahr im Winter eine Reizung ca eine Woche lang hat. Sie hat ihren Blinddarm immer noch, auch untypisch.

Mein Arzt meinte, dass es halt ungewöhnlich sei, dass man halt 3 Jahre nichts hat und dann wieder genauso lang Beschwerden hat ( also 3 Monate) wie 3 Jahre zuvor. Die Dauer der Reizung ist komisch, aber vielleicht hatte ich auch grade deshalb immer Jahre nix.

Danke für die Gute Besserungs-Wünsche, nur zurzeit habe ich ja nichts auch wenn ich damit rechenen kann, dass es in zwei Jahren oder so wohl wieder soweit ist & ich hoffe, dass sie dann operien weil nochmal habe ich da keine Lust drauf....

Ist es eigentlich ein "Muss", dass sich der Blinddarm bei Reizungen irgendwann entzündet & sowieso raus muss? Oder gibt es Ausnahmen, die nie eine Entzündung trotz wiederkehrender Reizungen haben?

Woher kommt es eigentlich, dass man chronische Probleme mit dem Blinddarm bekommt? Und kann es sein, dass der chronische Verlauf aufhört & man irgendwann keine Probleme mehr hat? Kann man irgendwas tun um Reizungen zu verhindern? Habe mal ein einziges Beispiel (!) gelesen, wo eine Frau wohl als Kind/Teenie oft Probleme mit dem Blinddarm hatte & als Erwachsene gar nicht mehr.

Ich habe keine Angst vor der OP, nur Angst davor dass man mich nicht operiern will, bevor er akut entzündet ist..

Vielen Dank für deine Hilfsbereitschaft. Kriegst einen Stern.

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@alina12356789

Hallo Alina,

zunächst sorry, dass ich nicht früher Zeit hatte dir zu schreiben.

Soweit ich weiß, ist auch eine Reizuing schon eine minimale Entzündung und beim Blinddarm bzw. Wurmfortsatz führt auch dies auch zu Vernarbungen und dadurch wieder zu weiteren Problemen wie Schmerzen, Verwachsungen und weiteren Entzündungen. Ich würde das nicht daran definieren, ob die Gabe eines Antibiotikums notwendig ist, ob eine Entzündung vorliegt, aber natürlich muss nicht jede Entzündung gleich mit Antibiotika behandelt werden.

Richtig ist, es wird heute meist die laparoskopische OP-Methode angewandt, außer man hat Hinweise auf einen Blinddarmdurchbruch, denn dann muss ja die ganze Bauchhöhle gereinigt werden. Aber, was schmerzhafter ist würde ich nicht pausachal beantworten wollen, auch wenn die drei kleinen Schnitte weniger Muskelgewebe durchtrennen als der herrkömmliche Bauchschnitt. Und unangenehm ist vielen PAtienten auch die Luft im Bauch, die bei der Laparoskopie zum Aufpumpen der Bauchhöhle eingepumpt wird, da diese zwar wieder abgezogen wird, aber meist doch noch etwas ünbrig bleibt, was recht unangenehm sein kann. Ohne Schmerzmittel kommt man wohl bei beiden Methoden nicht aus. Und aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die Schmerzen beim normalen Bauchschnitt nur bei bestimmten Bewegungen mit Anspannen der Bauchmuskeln unangenehm waren. Ob das unangenehmer ist als die drei kleinen Schnitte, muss wohl jeder für sich entscheiden.

Ich bin verwundert, dass du so eine regelmäßige Wiederkehr der Beschwerden beschreibst. Das finde ich schon ungewöhnlich, denn planbar ist das eigentlich nicht. Sie können jederzeit und völlig unregelmäßig wieder auftreten. Also wann du wieder mit deinen Beschwerden rechnen kannst halte ich für höchst unsicher...

Selbstverständlich ist es kein "Muss" dass ein Blinddarm sich entzündet und raus muss, aber die Wahrscheinlichkeit steigt durch die Wiederkehr der Beschwerden, da es oft eben ein sich selbst verstärkender Prozess ist. Aber, wie immer gibt es auch Ausnahmen. Vielleicht hast Du ja auch überhaupt keine Beschwerden mehr, auch das ist möglich. Vorhersagen sind in der Medizin immer schwierig. Meines Wissens gibt es auch keine bewusste Methode um Reizungen und Entzündungen des Appendix zu verhindern. In den Glaskasten setzen, nichts essen und trinken ist sicher auch die falsche Methode. Der Darm ist (leider) ein sehr eigenes Organ, das nur insoweit beeinflussbart ist, dass man die Nahrungsmittel zu sich nimmt, die der Darm gut verträgt, d.h. Speisen, die den Darm generell reizen (wie z.B. auch bei chronischen Darmentzündungen), sind dann auch für einen leicht reizbaren Appendix nicht günstig. Aber ansonsten kenne ich keine vorbeugende Maßnahme.

Deine Angst davor zu spät operiert zu werden ist natürlich nachvollziehbar. Daher bleibt meiner Ansicht nach bei Wiederkehr und Zunahme der Beschwerden nichts anderes als immer wieder der Gang zum Arzt und zur Untersuchung. Und wenn das einige Male vorgekommen ist wird man dir mglw. auch die OP empfehlen, um irgendwann Ruhe zu haben bzw. eine akute Entzündung des Appendix ausschließen zu können. Es ist halt ein schmaler Grad, denn zu schnell sollte man einen Bauch bei Frauen auch nicht operieren, da das Problem von Verwachsungen eben auch durch eine OP entstehen kann (was eben dann auch eher für die laparoskopische Methode sprechen würde). Da kann ich dir nur wünschen dass Du an einen seriösen und guten Chirurgen gerätst, der deinen Bauch zunächst stets (v.a. auch klinisch) gründlich untersucht und dann alles mit Dir genau bespricht. In diesem Sinne wünsche ich Dir weiter Beschwerdefreiheit und Alles Gute!

LG Michael

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Irgenwie verstehe ich deine Frage nicht so ganz.

Du willst dich also auf Verdacht operieren lassen oder was, damit die Beschwerden in diesem Rhytmus nicht wieder kommen? So wie das aussieht, hast du eine Blinddarmreizung, keine Entzündung. Eine Reizung kann sich auf Jahre hinziehen.

Da hast du ja deine Zukunft toll geplant, aber kein Arzt der Welt würde deinen Blinddarm entfernen, wenn keine Entzündung vorhanden ist.

Und Antibiotika hast du deswegen nicht bekommen, weil keine Entzündung da war. Außerdem laboriert man bei einer Appendicitis nicht mit Antibiotika, sondern operiert dann.

Ach ja, nach der Op. kannst du erst mal nicht gut lachen oder husten, das tut nämlich weh. Der Verlauf ist heute kürzer als früher. Ich war noch eine ganze Woche im Krankenhaus, heute wird man schon nach 3-4 Tagen entlassen, wenn es keine Probleme gibt.

Ich meinte eher, dass ich mir ihn rausnehmen lassen wollte, FALLS die Beschwerden wiederkommen, aber danke. Ist es aber nicht so, dass man als Volljähriger bei Beschwerden über 3 Monate die schmerzhaft sind und stören sich auch eine Reizung freiwillig rausoperieren lassen kann? Weil wenn es chronisch ist entzündet sich der ja eh irgendwann und muss echt immer soweit kommen, dass man ein akuter Notfall mit Not-OP sein muss?

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@alina12356789

Du kannst auch als Volljähriger den Ärzten nicht vorschreiben, wann sie zu operieren haben. Es gibt Leute, die haben jahrelang eine Blinddarmreizung. Da würde keiner operieren.

Und es muß ja nicht zum Norfall kommen, Das kann man bei den Entzündungswerten feststellen, ob eine Op. nötig ist oder nicht.

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@studiogirl

Ich verstehe was du meinst. Hast du nährere Erfahrung mit solchen Reizungen im Bekanntenkreis oder beruflich? Ich persönlich habe schon von Fällen gehört wo der Blinddarm ohne akute Entzündung entfernt wurde, wenn die Beschwerden nicht weggingen. Wäre interessant mehr zu erfahren.

Mir ist klar, dass man Ärzten nichts vorschreiben kann, ich verstehe nur das deutsche System dann nicht ganz. Man darf sich also Schönheitsoperationen freiwillig unterziehen, die keine medizinischen Grund haben & ein Risiko beinhalten, aber den Blinddarm rausnehmen obwohl er Probleme macht ist eine komplizierte Sache... Verrückte Welt.

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