Blende/Nachtfotografie?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

F3,5 hat so ziemlich jedes Kitobjektiv und ebenso jedes billige Reisezoom, aber eben nur bei kleinster Brennweite, deswegen ja die zweite Zahl. Gut, da bleibt man halt bei 18mm, könnte man denken, wäre da nicht noch ein Punkt. Objektive sind bei Offenblende, nie richtig scharf. Das heist also man blendet so oder so meist noch ab und so werden aus 3,5 schnell 5,6 wärend für ein F2,8 vielleicht schon 4 ausreichen.

Nungut, man kann die Kamera auch auf ein Stativ packen und mangels durchgelassenem  Licht einfach die Belichtungszeit erhöhen. Das funktioniert auch prächtig, es sei denn das Motiv oder irgend etwas im Bild bewegt sich. Dann hat sich das mit der Zeitverlängerung erledigt und man muss zur höheren ISO greifen und jetzt erst ist die Kameraqualität gefragt, wie gut sie höhere ISO abkann.

Die Optik kommt also immer vor der Kamera.

Ein gutes Zoomobjektiv hat üblicherweise wenigstens durchgehend F2,8 und zwar von vorn bis hinten. Also nicht 18-55mmF3,5-5,6, sondern zB 17-50mmF2,8 und auch nicht 18-300mmF3,5-6,3, sondern 70-200mmF2,8.

Ein sehr gutes und wohl das lichtstärkste Weitwinkelzoom derzeit ist wohl das Sigma 18-35mmF1.8. Darüberhinaus gehts nur mit Festbrennweiten.

Und die Blendenöffnung beeinflusst nicht nur die Lichtstärke, sondern auch die Schärfentiefe http://www.ksl.mediendesign.eduhi.at/2011amerstorfera/joomla/index.php/dgf/schaerfentiefe-blende


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
nextreme 19.06.2017, 00:12

Ach so zu Punkt 2: Gehst Du davon aus, dass 2,8-3,5 der Breiche der einstellbaren Blende ist? Dem ist nicht so. F2,8-3,5 ist der Bereich der maximalen Blendenöffnung also ohne abzublenden. Es stehen da zwei Zahlen, weil bei preiswerten Zoomobjektiven sich beim herauszoomen, die maximale Blendenöffnung verkleinert.  Beim 18-55mmF3,5-5,6 ist die maximale Öffnungbei 18mm 3,5 bei 55mm nur noch 5,6, was schon ein gewaltiger Unterschied ist.

0
Lounalou149 19.06.2017, 21:18
@nextreme

Ah ja davon bin ich tatsächlich ausgegangen... Sieht man mal, wie wenig Ahnung ich habe, ich hatte mich schon gewundert ;) Du hast die Zusammenhänge wirklich sehr gut erklärt :)

0

Nichts, was Du gefragt hast, wurde nicht schon mal irgendwo intelligent aufgeschrieben. Wenn Du Dich ernsthaft damit beschäftigen willst, lies´ einen Online-Fotokurs, z.B. diesen hier: http://www.fotolehrgang.de/2\_9.htm

Große Blendenöffnungen (1.4, 1.8, notfalls auch noch 2.8 sind für fotografische Gestaltung schon dann praktisch unverzichtbar, wenn man ein Motiv freistellen möchte (also z.B. ein Portraitfoto, bei dem der gesamte Vorder- und Hintergrund unscharf ist und nur die Person selbst scharf dargestellt wird. Die Tiefenschärfe (auch Schärfentiefe genannt, das ist eine akademische Diskussion) ist bei diesen großen Blenden gering.

Willst Du von einem Abstand von 1m bis unendlich alles scharf abbilden, wird´s ab Blende 11 erst interessant; ob man Blende 16, 22 oder noch kleiner als kleinste Blende hat, spielt faktisch keine Rolle mehr, insbesondere nicht im digitalen Zeitalter. Willst Du mit Film fotografieren, werden diese Zusammenhänge schneller deutlich; Digicams können die Sensorempfindlichkeit verringern, während man bei Film auf eine bestimmte Empfindlichkeit festgelegt ist, was nur noch die Variablen Blende und Belichtungszeit lässt. Willst Du nachts fotografieren, wirst Du so oder so um ein Stativ nicht herumkommen.

Wenn Du ernsthaft fotografieren willst, laß´ die Finger von Zoomobjektiven und nimm Festbrennweiten. Blenden von 3.5 und kleiner sind gestalterisch unsinnig, insbesondere bei Kameras, die kleinere Sensoren als sog. Vollformat-Sensoren haben, also alle Digis im Consumerbereich.

Nicht dumm wäre es, wenn Du Dir schlicht einen Fotoclub in Deiner Gegend suchst: Da gibt´s genug insbesondere ältere Herrschaften, die geduldig erklären; meine ich ganz ernst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Lounalou149 18.06.2017, 23:31

Danke für die Antwort, aber wenn ich mir jetzt wirklich ein allererstes Objektiv kaufen würde, welches sollte ich dann nehmen? Also dann keins von den beiden aber in welche Richtung sollte ich ungefähr gehen?

Um es konkret zu machen: Es geht es um die Olympus OM-D E-10 Mark II und diese beiden waren als Kit wählbar. Grundsätzlich ist mir natürlich klar, dass diese Angebote nicht das Gelbe vom Ei sind, aber dass es dann direkt sooo schlecht um sie steht ;)

Für mein erstes Objektiv würde ich jetzt eigentlich schon zu einem Zoomobjekt tendieren, um eben einen möglichst großen Spielraum fürs erste Experimentieren zu haben... Aber falls diese Objekte deiner Meinung nach keinen Sinn machen sollten, welches würdest du dann empfehlen?

0

Das kann ich nicht recht beantworten. Die Olympus ist mit Sicherheit eine feine Kamera, aber ich persönlich finde sie für einen Anfänger technisch völlig überdimensioniert. Ich weiß nicht, was Du willst und anstrebst. Wenn Du erste bewußte Gehversuche mit Fotografie machen willst (und das digital, nicht analog) würde ich Dir eine gebrauchte DSLR (eine digitale Spiegelreflex) empfehlen, dazu ein entsprechendes Normalobjektiv (bei analog Kleinbild bzw. Digital Vollformat (FX) sind das 50mm, bei Digital im Consumerbereich (DX) ca. 35mm, und das mit einer gescheiten Offenblende von 1:1.x. Sie sollte neben der Vollautomatik sowohl die Programme A (Aperture Priority/Blendenvorwahl) und S (Shutter Priority/Zeitvorwahl haben); das haben allerdings wohl die allermeisten. 8 Megapixel reichen völlig; ´ne alte Nikon D40x wäre schon völlig ausreichend.

Ob das ´ne Nikon, Canon, Olympus, Pentax, Konica oder sonst was ist, spielt praktisch keine Rolle, Hauptsache sie kann Bilder im RAW-Format speichern, nicht nur als JPG. Dazu brauchst Du dann noch ein gescheites Programm am PC, z.B. Adobe Lightroom, auch das kostet Geld und Einarbeitung, aber ohne PC wird Digitalfotografie total überschätzt.

Fotografieren lernt man durch Wahl des Standpunktes, nicht durch Zoomen :-)

Du kommst aus dem Kölner Raum, oder? Geh´ mal zu Foto Gregor, die helfen Dir.

Mit dem Erlernten und dem gesparten Geld kaufst Du Dir in ein, zwei Jahren eine Systemkamera....

Grüße

Chris

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Lounalou149 19.06.2017, 21:26

Okay danke :) Ja, ich komme aus Köln und das werde ich wahrscheinlich auch demnächst machen.

Mir scheint diese Kamera auch etwas überdimensioniert, aber da ich mir sehr sicher bin, dass ich das Ganze in Zukunft ernsthafter betreiben möchte, habe ich überlegt direkt mit einer guten Kamera zu starten, da ich sonst in ein paar Jahren eine quasi ,,nutzlose'' Kamera herumliegen haben würde... Und sooo billig sind nun gebrauchte ältere Modelle auch nicht...

Aber wahrscheinlich hast du recht, ich werde mich mal umschauen.

Danke noch mal :)

0

Es ist hier bei der Fotografie leider etwas umständlich definiert.

Eine kleine Blendenzahl bedeutet ein großes Blendenloch.

Eine große Zahl bedeutet kleines Loch.

Und zum direkten Vergleich muss man die Zahlen noch quadrieren, da die Lichtmenge nicht vom Lochdurchmesser sondern von der Lochfläche abhängt.

Prinzipiell sind Objektive mit kleineren Blendenwerten besser. Denn alles was man mit Objektiven mit kleinerer Blendenöffnung (größerer Blendenzahl) tun kann, kann man mit den Objektiven mit großer Blendenöffnung auch tun, indem man diese abblendet.

Eigentlich haben Objektive mit kleiner Blendenzahl nur Vorteile.

Nachteile: Technisch aufwändiger und im absoluten Extremfall (den kein Laie je erproben wird)etwas weniger scharf.

Echte Nachteile:

  • größere Bauform
  • Mehr Gewicht
  • kleinerer Zoombereich
  • höherer Preis.
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Noch eine Antwort:

Den stärksten Einfluss auf die Qualität des Fotos hat der Fotograf und seine Fähigkeit zur Bildgestaltung.

2. Ebenfalls wichtig ist die Qualität des Objektives. Das kann nicht gut genug sein.

3. Natürlich ist auch der Photo selbst wichtig. Aber nur als Arbeitswerkzeug, wie er dir eben gefällt. Technisch kann heute jede der großen Foto-Hersteller-Firmen sehr gute Fotoapparate bauen.

Es gibt eigentlich 2 Klassen hochwertiger Fotos: APS und MFT, die praktisch gleichwertig ind.

Und Vollformatsysteme, die als Profigeräte aber schnell den doppelten bis 5-fachen Preis kosten (natürlich nach oben keine Grenze).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Und noch ein Tipp:

Gute Zooms haben meist einen Zoombereich von maximal 3.

Dafür aber eine durchgehende Blendenzahl von 2,8.

Zooms mit noch größerer Öffnung (noch kleinerer Blendenzahl) sind extrem selten.

Für Nachtaufnahmen sind deshalb Festbrennweiten zu empfehlen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?