Bleibt Weltfrieden weiterhin eine Utopie. Eure Meinungen?

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Die Zyniker bzw. Pessimisten werden dir sagen, dass Weltfrieden immer eine Utopie war und auch immer eine bleiben wird. Beweise gibt es dafür aber keine! Ist nämlich nichts weiter als eine Schätzung...

Man kann zumindest recht sicher sagen, dass der Eintritt eines echten Weltfriedens ausgeschlossen ist, wenn Weltkapitalismus und Nationen weiter bestehen. Sowohl die verschiedenen politischen Systeme als auch das globalisierte Wirtschaftssystem der heutigen Zeit machen einen Weltfrieden unmöglich.

Im Kapitalismus leben die Reichen zwangsweise ein schönes Leben auf Kosten der Armen! Anders geht es in der freien Marktwirtschaft nicht. Es hat einen Grund, dass man sogenannte "Wirtschaftsflüchtlinge" hier nicht haben will. Um den Reichtum zu bewahren, muss auch die Armut bewahrt werden!

Auch die Politik jedes Staates macht einen Weltfrieden unmöglich! Solange es Nationen gibt, gibt es Interessen der selbigen, die im Konfliktfall notfalls immer mit Gewalt verfolgt werden. Jeder Staat ist von der Überzeugung getrieben die richtige Politik zu betreiben und jene auch durchzusetzen. Auch die EU ist keine echte Solidargemeinschaft! 

Um den Weltfrieden zu erreichen, müssen also andere Systeme zwischenmenschlichen Lebens her. Solche Systeme sind bisher nicht gedacht und sollen auch nicht gedacht werden.

Der Kapitalismus wird vermutlich tatsächlich solange erhalten bleiben, bis er sich selbst gegen die Wand gefahren hat! Er muss sich nämlich gegen die Wand fahren, weil zumindest -und das kann man mit absoluter Sicherheit sagen- der Planet Erde und seine Ressourcen den kapitalistischen Wirtschaften nicht standhalten können. In ein paar hundert Jahren verreckt der Kapitalismus an der Erde oder andersherum!

Mit diesem spekulierten Schicksal sollte man sich aber nicht abfinden, denn wer aufgibt, der hat bekanntlich schon verloren!

Der Mensch ist ein Wesen, welches schon von Natur aus dazu neigt, das direkte soziale Umfeld zu absolutieren und das Unbekannte zu verteufeln. So weltoffen wir uns aktuell auch geben, so deutlich zeigt sich auch wieder, wie stark wir wieder in ein vorurteilsgeprägtes Verhalten zurückfallen. Reflexion war gestern, heute zählt eine egozentrische Rechtsposition.

Wenn ich eine auch nach 24 Uhr eine Metal-Party mit 110 db feiern will, sind sich beschwerende Nachbarn Spießer, die einen Denkzettel verdienen, hören diese Mieter aber nachmittags "Tristan und Isolde" mit 96 db und stören mich bei ... "Barbara Salesch" oder was es sonst an hochanspruchsvoller Nachmittagsunterhaltung gibt, dann ist das Ruhestörung. Oder Arbeitnehmer die meinen ein Recht zu haben, nach dem Besuch eines Clubs krank zu feiern (oder aber den Arbeitgeber zu beklauen, weil sie den vereinbarten Lohn als zu niedrig ansehen), aber den Arbeitgeber in der absoluten Pflicht sehen, ihren Lohn zu zahlen. Wir wollen selber möglichst viel Lohn bekommen, aber sehen Artikel als überteuert an, deren Preis sich aufgrund deutscher Lohnkosten ergibt. Es werden "sozial gerechte" Löhne gefordert, aber keiner macht sich darüber Gedanken, daß einmal "Waschen, Schneiden, Fönen" beim Friseur mit einem Bruttolohn von 15 Euro pro Stunde einen Preis von über 20 Euro erforderte, um nicht defizitär zu sein (und auch dies nur, wenn keine Leerlaufzeiten gegeben sind, mit Leerlaufzeiten und Reinigungsarbeiten wäre eher ein Preis über 25 € zu fordern, um wenigstens die Arbeitskraft sowie sonstige Kosten zu finanzieren). Bei unserem Konsumverhalten gilt vergleichbares, nur daß es nicht sozial kompatibel wäre zu sagen, daß heutre niedrige Löhne nicht mehr auf Lohndumping der Arbeitgeber beruht, sondern auf dem Konsumverhalten der Bevölkerung. Wer faire Löhne zahlt, ist in absehbarer Zeit bei uns pleite, da niemand bei ihm kauft.

Dies hat wenig mit Weltfrieden zu tun, aber viel mit der Art des Menschen, zu denken und zu handeln. Doch wenn wir es noch nicht einmal im direkten Umfeld schaffen, zu einem reflektierten und hinterfragenden Denken zu finden, sondern uns von Vorurteilen, Egoismen / Egozentrik und Gruppendynamik leiten lassen, wie sollte es dem Menschen da gelingen, über kulturfremde Menschen angemessen nachzudenken? Aber genau dies erforderte "Weltfriede": nicht nur die Erkenntnis, daß "Anders" nur eine objektiv feststellbare Differenz darstellt, aber objektiv keine ordinale Bewertung zulässig wäre, sondern jede Bewertung immer subjektiv wäre und damit eigentlich nur etwas über einen selbst aussagte, sondern auch ein aktives Hinterfragen auch der eigenen Position.

Dies bedeutete weitestgehende Abwesenheit sozialer Neurosen auf individueller Ebene, schon alleine das wäre eine Utopie. Vielmehr befinden wir uns gerade wieder auf einer Abwärtsspirale, denn der Anteil der Sozialisation über Gruppenanpassung als auch Minderwertigkeitskomplexe bis hin zur narzißstischen Persönlichkeitsstörung nimmt wieder zu, hier zeigt sich, daß die gesellschaftliche Entwicklung sich weit eher zyklisch als evolutionär vollzieht. Insofern wäre Hegel zu widersprechen, in einem Zusammenhang aber könnte man ihm folgen: die gesellschaftliche Realität ist, zumindest in Demokratien, als Abbild der Mehrheit zu begreifen. Sind die Individuen mehrheitlich neurotisch, wird es auch die Gesellschaft / das System sein.

Weltfrieden vor diesem Hintergrund? Mehr als fraglich, eher wahrscheinlich wäre der 3. Weltkrieg. Es ist nicht abzusehen, daß auf dieser Basis wirklich Weltfriede zu erreichen wäre.


Im Moment lese ich ein Buch, welches sich damit auch auseinandersetzt. Beispielsweise geht es dort auch um Ausgrabungen. Wie auch im Chaco Canyon. Dort wo eine Gesellschaft gelebt hat, wurden keinerlei Waffen gefunden, keine Schutzwälle, ebenso fand man keine Skelette die Kriegsverletzungen aufwiesen. Man fand nichts. Das war vor ca. 4700 Jahren.

Der Autor beschreibt einen 5000 Jahres Zyklus in Zusammenhang mit großen Kriegen.

Ein Atomkrieg kann von keinem gewonnen werden. Durch Atombomben werden Gebiete unfruchtbar, die Leute können hinterher nicht mehr dort leben.

Die bisherigen Weltkriege wurden danach gemessen, was hinterher der Gewinner gewonnen hatte. Bei einem Atomkrieg ist es doch eigentlich unsinnig ihn zu führen. Er führt nur zur totalen Zerstörung.

Aus diesem Grund finde ich es interessant, dass der Autor in Betracht zieht, dass Kriege zu führen eine Angewohnheit ist, die sich der Mensch wieder abtrainieren kann.   

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