Blackout Gefahr?

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Die Gefahr ist relativ hoch denn im Verbundnetz kann Überlastung überall im Abdeckungsbereich passieren und nach dem Ausstieg steigt die Gefahr stark an, weil man durch die fehlenden drehenden Turbinen keinen "Trommler" mehr hat.

Wechselrichter liefern keinen Sinus sondern einen angenäherten Sinus, den sie auf die Netzfrequenz synchronisieren. Da dabei aber auch immer ein gewisser Anteil an Störfrequenzen entsteht verwäscht sich der Netz- Sinus immer mehr was irgendwann dazu führt, das meherere Wechselrichter den genauen Phasengang nicht mehr erkennen können und falsch synchronisieren. Regeln dann andere Wechselrichter dagegen, schaukelt sich das Netz hoch und fällt aus.

Wir sind jährlich ungefähr im mittleren einstelligen Bereich, dass das Netz gefährlich instabil wird... und bisher bekam man das auch immer wieder in den Griff. Wenn allerdings die drehenden Turbinen von den Grundlastkraftwerken weniger werden, werden diese Zickereien im Netz sehr viel mehr werden und man kann davon ausgehen, dass die Fragen nicht das "ob" sondern das "wann" ist.

Es kamen die letzten Jahre auf den öffentlich rechtlichen Fernsehsendern immer wieder mal kurze Einblendungen, in denen die Bundesregierung darauf hinweist, man solle sich private Rationen zulegen... den Grund nannten sie zwar nicht aber genau das ist der Grund dafür. Das Dumme an diesem Thema ist, dass das halt so ein Tabu und ein Szenario ist, mit dem man sich nicht so beschäftigen will weil das eine sehr sehr unangenehme Zeit wird, bis wieder Strom da ist und man dann lieber die Leute, die Kenntnis von sowas haben, als Spinner und Endzeitfanatiker abstempelt als dass man selbst mal nachdenkt. So eine Frage kam neulich mal und was kam da für ein "Shitstorm" weil die Netflix- und Youtube- Fraktion diese Einspieler im Fernsehen noch nicht gesehen hat und gleich Schwachsinnigkeit darin sah. Aber dass die Bundesregierung keinen Sendezeit bei Netflix oder Sky kauft sondern das im Öffentlich- Rechtlichen macht sollte klar sein.

Um hier jetzt wohl sehr viele niveaufreien Beschimpfungen aus dem Wege zu gehen, werde ich hierzu auch keine darauffolgende Antworten lesen... ich kann Dir nur einen Tipp geben: Informiere Dich mal über die Problematik und treffe Deine eingenen Entscheidungen, ob Du eine gewisse Vorsorge triffst oder nicht. Ich kann Dir nur aus eigener Erfahrung von den Kollegen aus dem Kraftwerksbau sagen: Die bzw. wir machen das und das auch nicht ohne Grund. Ob Du das machst ist Deine Entscheidung aber Vorsorge ist weder eine Kunst noch ein Hexenwerk. Aber sollte dieser Tag kommen, an dem das Licht mal für ein- oder zwei Wochen ausgeht wirst Du ab dem Zeitpunkt Dir vielleicht sagen: "Hätte ich doch"... aber dann ist die Frist vorrüber. Wir haben für zwei Wochen Bundeswehrverpflegung, Batterien, Knicklichter und einige Konserven. Wasserkästen natürlich auch denn der Wasserdruck wird u.U. auch weg sein weswegen nichts mehr aus dem Hahn kommt. Was Du machst ist Deine Sache... mach es und sprich nicht darüber; dann hast Du in jeder Hinsicht Deine Ruhe!

Die Gefahr ist relativ gering.

Virtuelle Kraftwerke übernehmen immer mehr der "Regelleistung".

Heimspeicher und e-Autos können wesentliche Bestandteile virtueller Kraftwerke sein.

Sehr gut aufbereitet sind die verschiedene Fragen und Funktionsweisen virtueller Kraftwerke z.B. hier:

https://www.next-kraftwerke.de/

Schaue dort vor Allem im Blog, oder bei Wissen nach.

Zu den Plänen der Autoindustrie für Power to Grid Lösungen siehe z.B.:

https://efahrer.chip.de/news/neue-e-autos-von-vw-sollen-massenhaft-unser-stromnetz-stuetzen-so-gehts_104560

Vielen Dank!

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Blackouts entstehen durch lokalen Zusammenbruch der Infrastruktur, nicht durch Mangel an Energie. In keinem Land, in dem ich batteriegepufferte Notlampen gesehen (USA, Taiwan) oder Kerzen in den Hotelzimmerschubladen (Indien) gefunden habe, herrschte Energiemangel.

Die Frage ist sehr berechtigt. Ich bin Elektroingenieur und warne davor schon seit 15 Jahren. Imgrunde ist es so, dass wir nach der Abschaltung der Kernkraftwerke bereits darauf angewiesen sind, dass unsere Nachbarn uns bei Bedarf aushelfen können, und nach der Abschaltung der Kohlekraftwerke erst recht. Da nützt auch keine weiterer Ausbau der Windkraft oder Solartechnik, da diese keine gesichtete Leistung garantieren können. Und eine erforderliche, wirtschaftliche Speichertechnologie im Terawattstundenbereich ist nicht mal am entferntesten Horizont in Sicht.

Vielen Dank erstmal! Ich finde das Thema interessant, weil ich mir in den nächsten Jahren ein E-Auto kaufen möchte, allerdings habe ich keine Phantasie dafür, woher der Strom kommen soll. Das sind ja keine Smartphones mit kleinem Akku. Was ist deine Meinung zu dem Vorschlag von @simoncaspar Energie in Seen zu speichern?

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@schrauberking

Das ist kompletter Blödsinn. Es gibt hierzu eine Studie der EU, welche davon ausgeht, dass man einfach in ganz Europa sämtliche Orte, wo das topographisch überhaupt ginge, egal was man dafür dann auch immer abreißen oder evakuieren müsste, hinzunimmt, und selbst DANN käme nicht mal die Hälfte dessen zustande, was alleine Deutschland benötigen würde, - von den irrwitzigen Invest- und Betriebskosten mal ganz abgesehen.

Wir reden hier über einen Speicherbedarf im zweistelligem Terawattstundenbereich, das sind viele Tausend Pumpspeicherkraftwerke! Aktuell haben wir in Deutschland 30!

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Die Chance ist sehr sehr gering

Vor allem weil man nichts abschalten wird wenn die Kapazitäten dafür nicht da sind

Woher ich das weiß:Beruf – Elektriker

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