Bitte mit Begründung, ist die Wiedervereinigung Deutschlands gelungen und was für Perspektiven für die weitere innere Entwicklung der BRD gibt es?

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3 Antworten

Die ist nicht gelungen, die hat uns alle massiv Wohlstand und möglichen Fortschritt gekostet und das Problem mit dem zunehmenden Rechtsextremismus eingebrockt.

All das war nicht alternativlos.

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Es war ja keine echte Vereinigung sondern ein Beitritt des Gebietes der DDR zur Bundesrepublik. Das hatte sicherlich den Vorteil, dass der größte Teil Deutschlands mit Business as usual weitermachen konnte, ohne dass er sich an veränderte Gegebenheiten gewöhnen musste. Deutschland war also nicht lange mit sich selbst beschäftigt.

Der Nachteil war, dass Deutschland damals die große Chance verpasste, sich zu reformieren, z.B. den Ländern die Hoheit über das Bildungssystem wegzunehmen. Geblieben ist der grüne Pfeil, der bundesweit auf dem Rückzug ist. Traurig, wa?

Aber nach 25 Jahren kann man schon sagen, daß die "Wiedervereinigung" gelungen ist.

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Willy Brandt hielt 1988 eine vom RIAS übetragene Rede zum 70. Jahrestag der Novemberrevolution von 1918 und zum 50. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938, wo er sich deutlich vom Begriff Wiedervereinigung abgrenzte, weil seiner Meinung nach niemand was wiedervereinigen könnte, was im Feuer des Zweiten Weltkrieges untergegangen war. er sprach sich in Anlehnung an Gorbatschow für die Schaffung eines neuen europäischen Hauses aus, in dem alle Staaten und Völker gleichberechtigt und in Frieden zusammenleben könnten und in dem auch den Deutschen die Möglichkeit offen stehen sollte, seine staatliche und nationale Einheit vollenden zu können. Der Beitritt des ostelbisch-mitteldeutschen Gebiets in den Geltungsbereich des Grundgesetzes der BuDe geschah wohl eher als Flickschusterei, denn als Vollendung der staatlichen und nationalen Einheit im Ergebnis der Verwirklichung des Artikels 146 GG. Anstelle ordentlicher Friedensverträge eines souveränen Gesamtdeutschlands mit seinen ehemaligen Kriegsgegnern als Voraussetzung für ein völkerrechtlich einwandfreies Ende des Zweiten Weltkrieges trat der so genannte Zwei-Plus-Vier-Vertrag, der nicht durch Weiterentwicklung des KSZE-Prozesses das gemeinsame europäische Haus unter Einschluss Russlands voranbrachte, sondern Grundlagen für eine NATO-Erweiterung bis an die russische Grenze schuf. Wegen der nicht ordnungsgemäßen Beendigung des zweiten Weltkrieges bleiben beispielsweise nach der Haager Landkriegsordnung Kriegslisten weiterhin erlaubt. Das heißt, dass alle Verträge und Abmachungen der seinerzeit Krieg führenden Parteien seit 1991 alle irgendwie unter diesem Vorbehalt stehen. Indem das sehr sozial gesinnte Grundgesetz zwar Verfassungsrang erhielt, seinen Namen aber beibehielt, legten die Erfinder eines solchen Konstrukts die Axt an die Dauerhaftigkeit dieser Konstituante. Auch wegen der ab Mitte der 1990er Jahre mit Macht vorangetriebenen neoliberalen Gegenrevolution mit dem asozialen Motto "Mehr Privat statt Staat" halte ich die so genannte Wiedervereinigung für nicht gelungen.

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