Bitte helft mir wie ist der Aufbau von so einer Textsorte?

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1 Antwort

Hallo,

du wirfst alles durcheinander...

Was ist ein Urteil? 

Ein Urteil ist eine begründete Stellungnahme bezüglich eines Textes oder Themas, welches man in Aufsätzen meist in den Schlussteil mit hinein schreibt (bzw. der Schlussteil ist meist ein Urteil). Diese Leistung musst du eigentlich immer am Ende erbringen, sowohl bei Erörterungen als auch bei Analysen. Dort machst du dir noch einmal Gedanken zum Text, positionierst dich bei einer Erörterung begründet auf einer Seite oder schreibst, inwiefern bspw. die hauptfigur ein Vorbild sein kann (oder was dir eben einfällt). Das Urteil ist eigentlich die größte Leistung in Deutschaufsätzen, weil dieses quasi deinen Argumentationsgang oder deine Analyse / Erörterung abrundet.

Wie schreibt man diese im Fach Deutsch? 

Das kann man so pauschal nicht beantworten. Wie gesagt, im Urteil musst du noch einmal dein Hirnschmalz in Wallung bringen und dich bspw. bei einer Erörterung positionieren. Du schreibst dieses Urteil als einen Abschluss, letztendlich ist in deinem Urteil auch ein Fazit von deiner vorangegangenen Arbeit enthalten. Du musst den Text zu einem Ende beingen. Fasse deine Gedanken kurz und gebündelt zusammen, beantworte die Leitfrage zu Beispiel. Das bietet sich auch in Deutsch an - entweder es ist eine vorgegeben oder du machst einen sogenannten Problemaufriss in der Einleitung (das bietet sich sowohl bei einer Analyse als euch bei jeder Art von Erörterung an): Du führst den Leser zu einem Problem hin, welches du nun quasi mit Hilfe der Erörterung bzw. Analyse beantworten möchtest. Dazu duchst du eben Anhaltspunkte, welche du schriftlich ausformulierst (das ist dein Hauptteil) und kommst zu einem Ende (Urteil => Schluss). Das ist aber nicht zwingend notwendig. Ich habe zum Beispiel den Problemaufriss erst im Hauptteil gebracht - auch das ist möglich. Der Text muss in sich schlüssig sein. In einem meiner Aufsätze ging es um einen Dialog aus dem Buch "Das Leben des Galilei" von Bertolt Brecht, welchen ich analysieren musste. Es reicht auch, eine Theorie aufzustellen, die am Text oder mit einer schlüssigen Argumentation belegt werden kann. Bei guten Texten ist es meist so, dass das nicht nach diesen "Step-by-Step"-Anleitungen geschrieben ist, sondern einfach ein in sich kohärenter Text ist, der trotzdem noch deutlich macht, wo analysiert und wo schon interpretiert wird bzw. wo jetzt das Urteil gefällt wird. Das Problem ist eben die Anwendung. Ich klinge so, als würde ich im Deutsch-LK sitzen, allerdings sind meine Aufsätze (bis auf den eben erwähnten) eigentlich alle schlecht. Du darfst dich eben nicht zu sehr an diese Vorgaben klammern - wichtig ist eben, dass die Aspekte vorkommen. Das Urteil sollte eben ans Ende, weil es ja ein Fazit ist und wie du sie formulierst, ist eben dir überlassen. Es muss halt erkennbar werden, dass du eben deine Meinung "zum Besten gibst".

Ist das eine Art textgebundene Erörterung?

Nein. Eine textgebundene Erörterung ist etwas Anderes als ein Urteil. Das Urteil ist ein Teil der Erörterung, nämlich der letzte ;) 

Sollte man in einem Urteil erstmal die argumentationsgang des Textes schreiben ?

Der Argumentationsgang ist der Hauptteil deines Aufsatzes. Klar musst du auch dein Urteil untermauern, die dafür wesentliche Arbeit hast du aber schon im Hauptteil gebracht. Es soll eigentlich möglichst vermieden werden, im Schlussteil neue Argumente zu bringen. Untermauere dein Urteil lieber mit dem vorangegangenen Text. Ich weiß, dass das schwer klingt - aber Übung macht den Meister! Deine Meinung sagen kannst du doch garantiert, und wenn du ein Urteil fällst, sollte dieses natürlich nicht aus der Luft gegriffen sein.

Am besten wäre es, wenn du noch einmal deine Lehrerin ansprichst, da ich mir nicht sicher bin, ob ich dir mit meiner Antwort so sehr weiter helfen konnte...

LG ShD

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