Bitte helft mir, ich weiß nicht weiter. was soll ich machen?

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7 Antworten

Hallo Manuel,

ich habe alles gelesen. Und ich rate Dir: Gehe zu der Klinik! Melde Dich bei den Krankenschwestern dort an und erfrage, ob Deine Schwester Dich im Beisein einer Krankenschwester sprechen möchte. Frag, ob ein Arzt dabei sein soll/kann. Schreib Deiner Schwester vorher einen Brief und schreibe Dir von der Seele, wie es Dir geht und dass Du sie vermisst. Das wären gute Signale, die Du geben kannst. Wenn sie alles ablehnt, sprich mit dem behandelnden Arzt und erzähle ihm alles, was Dir auf der Seele lastet! Er wird Dir Tipps geben können. Übrigens bist Du nicht schuld an ihrer Situation! Erstens ist sie für sich selbst verantwortlich und zweitens hat Deine Mutter einiges verkorkst. Ich drück Dir die Daumen, dass alles wieder gut wird!

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Kommentar von Manuel2418
21.09.2016, 19:58

Ich danke dir sehr für deine nett geschriebenen Zeilen. Es klingt wirklich wundervoll aufmunternd und motivierend. Ich bin zwar ein Feigling, da ich Angst vor Ablehnung habe, aber solche Antworten nehmen mir diese etwas. Ich werde ihr einen Brief schreiben =) ich danke dir sehr! )

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Weißt du, es macht sehr traurig, wenn man deine Zeilen liest. Deine Schwester und deine Mutter haben dich quasi zwischen die Stühle gesetzt. Jeder benutzt dich und versucht dich, auf seine Seite zu ziehen. Keiner interessiert sich für deine Gemütslage. Und das in einer Zeit, in der die Familie gerade zusammen halten muß, um wieder ein normales Leben führen zu können.

Bitte fühle dich nicht schuldig, weil du einmal Verzweiflung und Überforderung gezeigt hast. Das alles wäre für Menschen zu viel, die festen Halt haben, mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Du bist noch so jung, dass du das bis jetzt durchgehalten hast, ist bewundernswert, hat dir aber auch ein Stück Leben genommen, oder?

Schreib deiner Schwester, Besuche werden manchmal nicht gern gesehen, schon gar nicht, wenn es die Patienten aufregt. Wenn deine Schwester dich sehen will, wird sie sich schon äußern. Vielleicht braucht sie auch mal eine Zeit für sich, zur Besinnung. Deine Aussagen kannst du natürlich nicht rückgängig machen, aber du kannst ihr sagen, dass es nicht wahr ist, dass du das nicht wirklich denkst.

Und versuche, dich in Zukunft etwas zu schützen. Kinder sind nicht dazu da, um als Abladeplatz für die Eltern zu fungieren, dafür haben auch Eltern Freunde, in schlimmen Fällen gibt es dafür Ärzte. Versuche deiner Mutter beizubringen, dass auch du trauerst, dass du nicht in der Lage bist, den Schmerz der ganzen Familie zu tragen, dass du deine Schwester liebst- und deine Mutter auch und deswegen keine Partei ergreifen willst und kannst.

Alles Gute für euch alle!

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Kommentar von Manuel2418
21.09.2016, 21:16

ich lag gerade nur noch mit meinem Kopf auf meinem Block und sehe immer noch alles wie durch einen Schleier, ganz in Tränen ausbrechen werde ich wohl nicht. Mein Herz wurde vorher schon ziemlich erweicht, aber deine gefühlvollen und verständnisvollen Worte haben mir den Rest gegeben.. Ich danke dir so sehr, ich glaube zwar, dass ich so etwas Nettes nicht verdient habe, aber dankbar bin ich trotzdem.. ich gebe mir sehr schnell an allem die Schuld, was ich zwar eigentlich als guten Charakterzug an mir sehe, aber gerade in dieser Angelegenheit macht es mich einfach nur fertig.. da tut es mir einfach unglaublich gut so etwas zu lesen. Vielen Dank!

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Hallo Manuel!

Ich versuche mal zusammen zu fassen, was ich verstanden habe:

Du und Deine Schwester sind zweieiige Zwillinge, ihr habt vor einiger Zeit euren Vater durch eine Krebserkrankung verloren.

Jeder in Euerer Familie war mit seiner Trauer allein, Ihr konntet nicht miteinander sprechen.

Das Verhältnis zwischen Eurer Mutter und Deiner Schwester ist nicht das beste und Du machst Dir Vorwürfe, das Du sie nach dem Tod Eures Vaters nicht besser unterstützt hast.

Jetzt hat Deine Schwester den Kontakt abgebrochen, und Du hast Angst, das sie sich etwas antut, nachdem Du ihr im Streit Dinge vorgeworfen hast, die Dir jetzt Leid tun.

Bitte korrigiere mich, wenn ich etwas falsch verstanden habe. Dann reden wir weiter, wenn Du willst.

Liebe Grüße, Giwalato 

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Kommentar von Manuel2418
21.09.2016, 20:08

ja ich würde sehr gerne reden.. 

fast alles richtig.. es ging bei der Unterstützung nicht wirklich um den Tod unseres Vaters, sondern eher um.. ich weiß nicht.. meine Schwester hat schon lange Zeit zwischen manischen Episoden und Depressionen gesteckt, jedenfalls wäre das so meine Beschreibung.. oder weniger dramatisch ausgedrückt: sie schwankt sehr zwischen überschwänglich-glücklich-etwas überheblicher Gefühlslage und traurig-motivationslos.. aber ja ich bin mir sicher das rührt daher, dass sie sich einfach nicht genug geliebt gefühlt hat.

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.. Ich schätze ich sagte es deshalb, weil sie sich damals furchtbar ihm gegenüber verhalten hat und mich meine Mutter immer öfters die letzten Tage daran erinnert hat, was natürlich nur eine erbärmliche Ausrede ist.. sie lachte, sah aber sehr verwirrt aus. Ich war nicht ich selbst.. noch Stunden danach kochte ich vor Wut. Irgendwann kamen Freunde von ihr, die lange niht mehr bei ihr waren und sie feierten und lachten und redeten naja.. ich war ziemlich fertig mit den Nerven nachdem meine Wut nachgelassen hatte, wusste nicht was ich tun sollte, entschuldigen konnte ich mich nicht, dafür war das, was ich sagte einfach zu grausam gewesen und ich hatte Angst davor von ihr zurückgewiesen zu werden. Tage später sprach sie dann das erste Mal wieder mit meiner Mutter und hatte einen heftigen Streit mit ihr.. daraufhin verließ sie uns.. ich bekam Unterstützung von dem Rest meiner Familie, aber ich hasse mich so sehr dafür. Sie ging dann in wieder in psychatrische Behandlung, ich schreibe ihr zu Feiertagen und ihrem Geburtstag, schicke ihr Geschenke und entschuldige mich. Ich rief auch einmal bei ihrer Betreuerin an und fragte, ob ich sie treffen könne.. meine Schwester will anscheinend nicht und ich habe zu viel Angst, als dass ich einfach hingehen könnte.. Weshalb ich genau jetzt diese Frage stelle und euch um Rat bitte ist der, dass sie seit kurzem in stationärer Behandlung ist, vorübergehend anscheinend, trotzdem fühle ich mich seitdem ich das erfuhr schrecklicher denn je. Gedanken wie: habe ich ihr das angetan? Was ist wenn sie sich irgendwann umbringt? kreisen um meinen Kopf. Ich weiß nicht mal, was ich mir jetzt von euch erhoffe.. einen Rat, ihr dürft mich auch ausschimpfen, alles was ihr wollt..

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Ich denke nicht, dass du ihr irgendetwas angetan hast.

Ich würde ihr einfach nochmal einen Brief schreiben und mich entschuldigen und dann klar machen dass du auf den nächsten Schritt von ihr wartest.

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Sie ist deine Zwillingsschwester. Ihr seit seelenverwandt. Geh sie besuchen. Egal ob sie will oder nicht. Geh einmal in der Woche hin, damit sie sich nicht "allein" fühlt. Irgendwann wird sie sich freuen. Glaub mir. Einfach zeigen, dass sie dir nicht egal ist. Hingehen.

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Rede mit ihr, entschuldige dich
Mehr als entschuldigen kannst du auch nicht. Ihr seid Geschwister, die streiten sich halt
besser jetzt als nie
Viel Glück

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