Bitcoin als "ultrahartes Geld" wegen dem Stock to Flow?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Eine hochinteressante Frage über ein sehr interessantes Thema. Über die Stock/Flow Ratio kann man Diskussion auf sehr hohem Niveau führen. 8 Antworten auf diese Frage und bei mindestens 3 davon könnte ich einfach nur loskotzen.

Ich möchte mich für diese "Community" entschuldigen - auch wenn ich nichts für diesen Kindergarten kann.

Jetzt zu deiner Frage:

Es gibt Assets die eine geringere Stock-to-Flow Ratio als Bitcoin haben. Diese sind jedoch nicht von relevanz, da die Marktkapitalisierung viel zu gering ist. Bomb vernichtet z.B. nach jeder Transaktion einen gewissen %-Satz woraus eine negative Ratio entsteht.

Aber ja, man kann sagen Bitcoin hat unter den "großen" Assets nach dem übernächsten Halving die niedrigste Stock-to-Flow Rate. Es ist dann sogar schwieriger Bitcoins zu minen als Gold zu minen. Beim Halving im nächsten Jahr hat der Bitcoin eine SF von 50. Derzeit liegt die SF von Gold bei 54 - schwankt aber. Und hier ist auch schon ein großer Unterschied zwischen Gold und Bitcoin: Wenn der Goldpreis immens in die Höhe schießt, werden auch mehr Goldminen eröffnen = mehr Gold wird gefunden. Das ist ja bekanntlich beim Bitcoin nicht möglich, daher kann die Stock-to-Flow Ratio vom Anfang bis zum Ende genau geplant werden.

Das jetzt sogar Mainstream Banken beginnen das aufzugreifen ist eine sehr bedeutsame Entwicklung. Nichtsdestotrotz ist dieses Thema nichts anderes als ein ganz einfaches Angebot/Nachfrage Schema. Wird das dazu kommende Angebot (Achtung! Nicht das gesamte Angebot) halbiert und bleibt die Nachfrage trotzdem gleich, steigt der Preis. Dann kommt meist noch dazu, dass die Nachfrage wie in den letzten Jahren steigt. Immer mehr Leute investieren aus Spekulationsgründen. Das ist aber keineswegs ein negativer Aspekt. Viele wollen halt einfach nicht mehr zusehen wie unsere traditionellen FIAT Währungen (die außerdem auch nur ein Stück Papier sind ;) ) langsam durch Geld drucken, die Zinspolitik und quantitative easing entwertet werden.

So ein SF Modell gab es vor dem Bitcoin noch bei keinem anderen Asset. Ob sich der Preis weiterhin dem SF Modell angleicht kann dir niemand sagen. Dazu gibt es auch keine Garantie so plausibel es auch klingen mag. Ich persönlich halte auch von dieser Prediction der BayernLB nicht viel. Beim Bitcoin mit genauen Zeiträumen und Zahlen um sich zu werfen macht nicht viel Sinn. Die Zukunft wird zeigen wo wir nächstes Jahr liegen.

Hier ein sehr informativer Artikel von 100trilllionUSD zum Stock-to-Flow Modell des Bitcoins. Er ist sozusagen der "Begründer" des Modells bzw. der erste der diesbzgl. Analysen und Charts erstellt:

https://medium.com/@david.andlinger.privat/modellierung-von-bitcoins-wert-mit-stock-to-flow-fe706e7eeac9

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Sehr intensiv mit der Technologie beschäftigt.
 - (Computer, Technik, Technologie)

Vielen Dank für die ausführliche Antwort unter den vielen "sinnlosen" Antworten😂 jetzt verstehe ich es richtig 👍 bekommst den Stern

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Es stimmt. aber ich denke nicht, dass es deswegen auch direkt so teuer wird. Die Wirtschaft und die ganzen Anleger, Vermögenden und so weiter müssen das auch erstmal verstehen. Ich sehe es ja an den anderen Antworten hier, dass das Konzept der Seltenheit eines virtuellen Gutes noch nicht ganz verstanden wird.

Ich kenne mich mit Wirtschaft und Finanzen nicht aus, aber ich glaube kaum, dass der Bitcoin lange leben wird, wie es bei allem ist, was mit Daten zu tun hat, irgendwann kommt einer auf eine bessere Idee und dann ist der Bitcoin ganz weg.
Gold ist etwas reales zum anfassen und wird schon seit tausenden Jahre begehrt.

Es gibt schon lange sogenannte "Altcoins" Alternativen zu Bitcoin. Trotzdem lebt er noch. Und ja, das mit dem Anfassen. Zeiten können sich eben ändern. Du kannst ja dein Online-Banking auch nicht anfassen.

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Dadurch dass man Gold anfassen kann, sprich es physisch existent ist, kann man es jedoch auch nicht einfach teilen und transferieren.

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Bitcoins sind, wie das ganze Buchgeld der Banken, reiner Glauben daran dass es einen Wert hat. Es ist absolut keine Substanz dahinter. Was aber auf Glauben beruht ist beim Handel reine Spekulation. 

Wenn es rumst (EMP, Wirtschaftscrash oder sonstige Megakatastrophe) ist alles was man trinken, essen und rauchen kann wertvoll. In Deutschland waren schon Camel und Lucky Strike Zahlungsmittel. Und eben das GOLD!

Ich wünsche Dir einen festen und unbeirrbaren Glauben.

Tellensohn

Der Wert beginnt ja schon damit, wie viel Energie dahintersteckt, einen zu erstellen. Google das Mal. Das ist nicht gerade wenig. Bei unserem Papiergeld sind das nur lächerlich kleine Cent-Beträge für die Scheine. Dort muss man dran "glauben" Aber klar wenn es niemand mehr annimmt, ist es nichts mehr wert. Aber das kannst du auf alles beziehen.

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Beim Buchgeld der Banken musst du noch komplett auf die Banken vertrauen und an sie glauben. Bei Gold und Bitcoin ist das durch die mathematischen bzw, physikalischen Rahmenbedingungen nicht nötig.

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Die Stock-to-Flow Kennzahl, die von der LB benutzt wird, sagt ja nur aus, um wieviel der Bestand eines Anlagegutes wachsen kann. Das sagt nichts darüber aus, wieviel Wert dahinter steht oder ob der Wert steigen wird.

Oder anders gesagt: Die Menge an Hundekot, die mein Dackel ausscheidet ist auch begrenzt. Trotzdem ist sie nicht besonders wertvoll.

Hundekot ist ja auch vergänglich und nicht überall auf die Welt transferierbar, und kein Bestandteil eines dezentralen, unzerstörbaren Netzwerkes. Daher komplett wertlos.

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@marcus0alameda

Das ist kein Problem. Ich bewahre den Hundekot hier zentral auf und errichte ein Bezahlungs- und Clearingsystem. So kannst Du auch in Hong-Kong deinen Anteil an einem Miligram Hundekot in eine Tasse Kaffe umtauschen oder damit spekulieren.

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@Traveller24

Genau diese zentrale aufbewahrung gibt mir ja zu denken. Von der Art des Wertspeichers mal ganz zu schweigen...

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@marcus0alameda

Ist doch egal. Das einzige was Dich als Nutzer zu interessieren braucht ist, das Du einen Nachweis über einen Anteil an einem begrenzten Wirtschaftsgut hast. Wenn es sein muss, bewahre ich den Hundekot in einem sicheren Atombunker auf. Und da der Dackel nach 13 Jahren stirbt, ist die Menge begrenzt. Und zwar so offensichtlich, dass es jeder versteht. Die Begrenzung beim Bitcoin erschließt sich nur Mathe-Profis.

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Nicht wachsen kann sondern wachsen wird. Bei Bitcoin weiß man genau um wie viel sich neu hinzugefügte (geminte) Bestand vergrößert. Bei z.B. Gold ist dies immer unterschiedlich, da es physikalisch aus dem Boden geholt wird.

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Ich fasse es nicht 😁 du hast Bitcoin und seine Blockchain schon einmal grundsätzlich nicht verstanden. So einen schwachsinnigen Vergleich hab ich noch nie gelesen.

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@Sebastinator

Das Problem ist, das Bitcoin/Blockchain einen technischen Aspekt und einen wirtschaftlichen Aspekt hat. Und fast alle, die öffentlich über Bitcoin/Blockchain reden, kommen aus der technischen Ecke. Und fast immer wenn ich Technik-Leute über Blockchain reden höre und darüber, wie das den Bankensektor oder den Rechtspflegesektor "revolutionieren" wird, dann denke ich mir immer nach zwei Sätzen "Jungs, ihr habt überhaupt keine Ahnung, wie eigentlich der Bankensektor oder der Rechtspflegesektor funktioniert". (Ist übrigens weit verbreitet, ich wundere mich oft, wie wenig die Technikaffine Szene eigentlich von den Bereichen versteht, die sie "Disrupten" will.)

Zurück zum Thema: Der Vergleich mag auf technischer Ebene Schwachsinn sein. Auf wirtschaftlicher Ebene trifft er vollkommen zu. Es gibt keinen Grund, einem Bitcoin mehr Wert zuzumessen als einem Hundehaufen meines Dackels.

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@Traveller24
Jungs, ihr habt überhaupt keine Ahnung, wie eigentlich der Bankensektor oder der Rechtspflegesektor funktioniert

Quatsch. Ich kenne einige, die sich früher mit unserer Wirtschaft beschäftigt haben aber jetzt auf Bitcoin und Blockchain-Technologien umgestiegen sind. Sie sagen selber, dass unsere aktuelle Situation sehr schlecht ist.

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