Bist Du bereit, auf persönlichen Wohlstand und Eigentum zu verzichten, um staatliche Klimaziele oder industrielle Transformationen zu ermöglichen?

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Die Frage wurde im Rahmen der Aktion „Wahl-Special“ von einem ausgewählten Politiker an die gutefrage-Community gerichtet. Ab Montag, den 13. September 2021, bis Freitag, den 17. September, stellen Spitzenpolitiker und angehende Parlamentarier Fragen an ihre potentiellen Wähler auf gutefrage.

Weitere Informationen zur Aktion findest Du hier: https://www.gutefrage.net/aktionen/wahlspecial/

105 Antworten

Bist Du bereit, auf persönlichen Wohlstand und Eigentum zu verzichten, um staatliche Klimaziele oder industrielle Transformationen zu ermöglichen?

Nein, wieso auch?

Das Erreichen von Klimazielen erspart uns Unmengen an Geld, das wir zukünftige nicht mehr für den Schutz vor klimabedingten Naturkatastrophen ausgeben müssen bzw. für die Beseitigung derer Folgen.

Und die industrielle Transformation hin zu zukünftsträchtigen Industrien und Technologien wird uns sehr viel Wohlstand besorgen - vorausgesetzt, wir sind die vorne dabei und trotten nicht hinterher (so wie wir Tesla hinterhertrotten, anstatt der Vorreiter bei der e-Mobilität zu sein).

Alex

Öffentlicher Verkehr ist viel besser als E-Mobile!!

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@MarcusTangens
Öffentlicher Verkehr ist viel besser als E-Mobile!!

Das hängt von der Verwendung ab. Warentransport lässt sich wohl kaum mit dem öffentlichen Nahverkehr umsetzen.

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@EinAlexander

Das ist richtig. Ich meine für die große Masse des Verkehrs, also für Fahrten an die Arbeit in Büro oder Industrie (nicht der Handwerker, der Werkzeug dabei haben muss). Was den Warentransport anbelangt, da haben wir heute Transporte per LKW über viele hundert Kilometer oder auch über 1000. Ich würde vorschreiben, dass die an den nächstgelegenen Bahnhof erfolgen und dort in LKW umgeladen werden. Außerdem würde ich für jede Ware eine maximale Transportentfernung gesetzlich festlegen. Beispiel: Bayern ist Agrarland und braucht keine Butter aus Schleswig-Holstein oder gar Irland - ich würde verbieten, dass das hier in Supermärkten angeboten wird.

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@MarcusTangens
Außerdem würde ich für jede Ware eine maximale Transportentfernung gesetzlich festlegen

Das muss gar nicht sein. Es würde reichen, den Transport zu verteuern. Wenn der Liter Diesel 5 Euro kosten würde, würde es sich nicht mehr lohnen, Butter aus Schleswig-Holstein nach Bayern zu transportieren.

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@EinAlexander

Das könnte man auch so machen. Aber es soll nicht dazu führen, dass Ärmere in Not kommen, weil für sie u.a. das Autofahren zu teuer wird. Eine solche Verteuerung ist nur gerecht, wenn man z.B. zur Arbeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt. Aber das passiert ja nicht! Die jährliche Erhöhung der CO2-Steuer ist schon festgelegt, aber es gibt keinen Plan, der einen massiven Ausbau der Bahn vorsieht. In den Städten müssten auch die Mieterhöhungen begrenzt werden, sonst bleibt ja nichts mehr übrig um damit die höheren Kosten der Energie zu bezahlen.

Ich bin sowieso Gegner der Marktwirtschaft und würde lieber alles planwirtschaftlich festlegen, wobei von Anfang an festgelegt werden würde, dass der Staatsplan niemanden in persönliche Schwierigkeiten bringen kann, weil an alle Eventualitäten gedacht ist.

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@MarcusTangens
Aber es soll nicht dazu führen, dass Ärmere in Not kommen, weil für sie u.a. das Autofahren zu teuer wird.

Das ließe sich regeln über Steuerfreibeträge. Zum Beispiel so, dass jeder über seine Steuererklärung Spritrechnungen einreicht, die er bis zu 5.000 Euro erstatte bekommt.

aber es gibt keinen Plan, der einen massiven Ausbau der Bahn vorsieht.

Wenn Andi Scheuer Verkehrsminister bleibt (wovor uns Gott bzw. der Wähler bewahre!), wird sich daran auch nichts ändern.

dass der Staatsplan niemanden in persönliche Schwierigkeiten bringen kann, weil an alle Eventualitäten gedacht ist.

Und genau das geht in einer Planwirtschaft nicht. Die Gegebenheiten halten sich nicht an einen Plan. Flexibel kann nur der Markt aber niemals ein Plan reagieren.

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@MarcusTangens
Öffentlicher Verkehr ist viel besser als E-Mobile!!

Das ist das Problem, der öffendliche Nahverkehr ist wichtig, aber dennoch auch ein Schadstoffbringer. Das Problem sind die ganzen Dorfer und das pendeln. Wenn gerade mal 3-4 Leute im Bus sitzen dann macht das öffendlichen Nahverkehr zum Witz. Warum ist das nötig? Weil es massen an Dörfer gibt, weil jedes Unternehmen nach lust und laune an Hintern der Welt sich niederlassen kann und Leute einstellen können welche 100 Km entfert wohnen währen im Nachbarhaus einer genau den Job sucht.

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Das Erreichen von Klimazielen erspart uns Unmengen an Geld, das wir zukünftige nicht mehr für den Schutz vor klimabedingten Naturkatastrophen ausgeben müssen bzw. für die Beseitigung derer Folgen.

Und wenn das Hundefutter gerade 50% herabgesetzt ist, dann sollte man zugreifen und sich später den Hund kaufen.  

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@Voelkerfuerst
Und wenn das Hundefutter gerade 50% herabgesetzt ist, dann sollte man zugreifen und sich später den Hund kaufen. 

Wenn ich genau weiß, dass ich in wenigen Wochen einen Hund haben werde, ist das tatsächlich keine schlechte Idee. Heizöl kauft man auch im Sommer wenn es billig ist und wartet nicht bis zum Winter, wenn es zu spät ist.

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Das Erreichen von Klimazielen erspart uns Unmengen an Geld, das wir zukünftige nicht mehr für den Schutz vor klimabedingten Naturkatastrophen ausgeben müssen bzw. für die Beseitigung derer Folgen.

Dies wird aber erst Jahrzehnte später, wenn überhaupt, einen Effekt haben. Vielleicht erlebst du das gar nicht mehr, hast aber dein ganzes Leben auf Wohlstand verzichtet.

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@Matto247
Dies wird aber erst Jahrzehnte später, wenn überhaupt, einen Effekt haben.

Das kann sein.

Vielleicht erlebst du das gar nicht mehr

Du meinst, weil ich in dreißig Jahren tot bin, geht es in Ordnung, dass die Welt 2050 komplett zerstört ist? Seltsame Einstellung ...

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@EinAlexander

Oder die Welt ist völlig unverändert und du fragst dich, warum du nicht gelebt hast.

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ja, bin ich - da von mir sicher keiner verlangt, millionen oder milliarden auszuspucken. jeder zahlt ein bißchen und dann finanziert sich das - ohne abstriche beim wohlstand. denn nur weil die dinge etwas mehr kosten, werden wir als bewohner eines reichen industriestaats sicher nicht aufs niveau von dritteweltländern zurückgeworfen - zumal sich beim klimaschutz z.b. durch aufforstung gerade länder hervortun, denen man diese finanzkraft nicht zugetraut hätte.

aber vielleicht muß der kleine steuerzahler gar nicht mal bezahlen - wenn man mal die großen steuervermeider wie amazon zur kasse bitten würde. dafür, dass die gnädigerweise arbeitsplätze mit schlechten konditionen bereitstellen, müssen sie für jede million nur 500 euro zahlen - somit zahlt jeder normalo im amazon-maßstab so viel steuern, als würde er ein paar millionen im monat bekommen.

und dann fragt sich auch: was wollen wir denn mit unserem wohlstand, wenn hier schicht im schacht ist?! folgen der klimaerwärmung stellen wir uns vor als hochwasser in irgendwelchen karibischen inselstaaten - ist aber nicht: die klimaerwärmung kann den golfstrom zum erliegen bringen - der ist dieses jahr wohl langsam/kraftlos wie nie gewesen. passiert das, dann gibts eiszeit, was bedeutet: kilometerdickes eis über europäischen staaten. dann kriegen sicher viele lust, zu emmigrieren, und sind auf die gastfreundschaft der länder im süden angewiesen.

Es kommt darauf an, auf was ich verzichten muss.
Auf ein neues IPhone 13 Max Pro kann ich sehr wohl verzichten. Auf meinen frisch gelieferten Maserati aus England ebenfalls.

Auf gesunde nicht kontaminierte Lebensmittel aus der Region möchte ich nicht verzichten.
Auf gute Medizin möchte ich ebenfalls nicht verzichten.
Sowie die Kinder wahrscheinlich auch nicht auf gute Bildung verzichten wollen.

Es ist so traurig, dass die letzten drei genannten Dinge zum Wohlstand zählen.

Bis zu einen gewissen Teil schon. Dennoch bin ich eher kein Freund von strikten Verboten und es kommt auf das Gesamtpaket an.
Beispiel: Ich habe nichts dagegen mehr mit der Bahn zu fahren, wenn mir diese jedoch absolut kein Mehrwert liefert (teurer, abhängiger, unzuverlässiger und langsamer), so will ich nicht auf den Luxus meine Fahrt mit dem Auto verzichten. Passt jedoch das Zusammenspiel, so bin ich bereit Kompromisse einzugehen. Ist die Bahn zum Beispiel schneller als die Fahrt mit dem Auto, gibt es sicherlich einen Schnittpunkt bis zu welchem ich bereit bin mehr zu zahlen.
Ich definiere Wohlstand jedoch nicht nur nach Geld, sondern auch nach Zeit und Lebensqualität.

Ich bin jedoch nicht bereit, ausschließlich durch Transferzahlungen "Steuern, Abgaben etc." einzubüßen, ohne ein Mehrwert zu erhalten: Beispiel: CO2 Abgabe? Was bringt diese? Nichts! Es wird lediglich meine Konsumkraft welche ich für Freizeit und Güter ausgeben kann, geschmälert, ohne dass ich eine Auswirkung sehe. Ich produziere noch immer die selbe Menge Treibhausgase, lediglich mit gutem Gewissen, da ich mich ja "freikaufe".

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich lebe nicht im "Wohlstand", nur weil ich ein Eigenheim mein Eigen nenne. Und es ist vollkommen egal, ob ich in einem Haus oder in einer Mietwohnung Strom brauche!

Gegenfrage: "würden Sie auf Ihren Wohlstand und Ihr Eigenheim verzichten, damit es den Flutopfern besser geht?"

Ihr Wohlstand und mein s.g. Wohlstand sind ganz sicher nicht miteinander zu vergleichen. Und ich gehe auch davon aus, sollte uns Beiden mal eine Flutwelle überrollen, so wäre u.a. Ihr wohlstandlicher Schaden deutlich höher als meiner!

Vielleicht sollte man wenn dann erst mal mit gutem Beispiel voran gehen.....

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