Bis zu welchem Alter als Selbstständiger die Rürup-Rentenversicherung abschließen?

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Ja, macht Sinn, wenn er die steuerlichen Vorteile wirklich nutzen kann (also guten zu versteuernden Gewinn als Selbständiger hat) und sich über die (vermeintlichen) Nachteile im Klaren ist, d.h. er kommt an das eingezahlte Geld nicht mehr heran außer bei Erreichen des Rentenalters (ab frühestens 63) über eine lebenslange Rente.

ein Problem wurde aber schon beschrieben von Berater 1966: die in Deutschland leider üblichen hohen Abschlusskosten bei normalen Verträgen. Es sind aber diese Kosten, die bei vielen Steuerspar-Verträgen (RÜRUP, RIESTER) die Vorteile auffressen bzw die Steuervorteile in die Taschen der Vertrieb und Berater umleiten, was nicht wirklich Sinn macht.

Das zu umgehen gibt es drei Möglichkeiten: 1. wie bereits vorgeschlagen, zu einem echten Honorarberater gehen, der Nettotarife (also Tarife, aus denen die Versicherung die Vertriebskosten herausgerechnet hat) vermitteln kann. Da zahlt man vor Abschluss ein Beratungshonorar, wird aber dafür auch umfänglich beraten (also auch über Einkommenssicherung durch eine BU oder Dread Disease zum Beispiel, und andere Risiken zum absichern, gehört dazu).

  1. Ohne große Beratung - falls die nicht gewünscht ist - kann man einen RÜRUP-Vertrag bei einem normalen Anbieter einfach mit einer geringen monatlichen fixen Rate abschließen, denn nur aus der werden die Abschlussgebühren berechnet. Also zum Beispiel 25-50 EUR p.m. den Vertrag aufsetzen - und dann bis zur maximal leistbaren oder steuerlich begünstigen GEsamthöhe mit Einmalzahlungen arbeiten im Verlauf des Jahres - auf die fallen dann auch nur einmalige Kosten an.

  2. Oder bei einem der wenigen Anbieter abschließen, die ungezillmerte Verträge anbieten, d.h. da werden nur von den laufenden Einzahlungen ein gewisser Prozentsatz abgezogen (ca 4-5 %) was den Vertrag flexibel und die Kosten einigermaßen niedrig hält am Anfang. Hier fällt mir momentan nur die DWS ein, angeblich gibt es aber auch andere Anbieter (PrismaLife wurde mir genannt, hab ich aber noch nicht geprüft).

Servus

Mit 48 bleiben ihm also noch 19 Jahre bis Rentenbeginn, da kann man durchaus noch darüber nachdenken, was für die Altersvorsorge zu tun.

Ob es zwingend Rürup sein muss hängt von jedem selbst ab. Ich rate lieber zur Komplettberatung inkl. Schichtenvergleich und Bedarfsanalyse beim unabhängigen Makler als zu Schnellschüssen, besonders wenn die verbleibende Zeit ehr mittelmäßig bis kurz bemessen ist.

Grundsätzlich gilt ------ es ist fast nie zu spät etwas zu tun ------, aber Rürup sollte sich jeder gut erklären lassen.

Damit es sich steuerlich wirklich lohnt, also wirklich Steuern spart, muss man doch schon ganz erhebliche Beiträge einzahlen. Klickerverträge bringen da nichts. Hinzu kommen halt auch die gravierenden Nachteile dieses Produkts, welche die steuerlichen Vorteile schnell in den Schatten stellen. Rürup ist nunmal sehr eng an die gesetzliche Rente angelehnt, was halt auch sehr schnell bedeuten kann, dass die Erben (Kinder) leer ausgehen und die Kohle weg ist. Pfändungssicher ist Rürup auch nicht und das war ja eigentlich mal der Aufhänger für Selbstständige im Ernstfall wenigstens ein wenig Rente zu retten.

Eine Bedarfsanalyse wird wohl auch keine Überraschungen mehr bringen. Ebensowenig ein Schichtenrechner. Wenn da also noch nichts vorhanden ist, dann klafft da wohl eine Riesenlücke. Wenn er also mit 67 in Rente gehen will, dann hat er 19 Jahre Zeit. Wieviel er da monatlich sparen muss kann man sehr einfach errechnen, wenn dein Kumpel weiß, was er denn mal monatlich so fix benötigt und zusätzlich zum leben haben möchte. Da kann er sich aber jetzt schon warm anziehen, denn die Zahl wird riesig sein. Da braucht man keinen PC für. Das kann man auf dem Papier mit dem Taschenrechner ausrechen und hier gibt es nur eine Form des Vertrages, der hier in Frage käme. Da brauche ich keine Analyse für und auch keine Schichtenberechnung mehr. Dein Freund braucht einen echten Honorartarif, den er allerdings zu Beginn per Honorar bezahlen muss. Nur so hat er eine Chance. Wenn er allerdings ein geiziger Mensch ist :-), dann kann ihm niemand helfen, denn entweder nimmt er jetzt die Kohle in die Hand um etwas zu tun, oder er findet sich mit der Tatsache ab, dass er arbeiten muss, bis er stirbt und dazwischen jeden Tag die Tafel besucht. Vielleicht klingt das hart, aber schön reden hilft auch nichts.

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