Biomilch und wirklich respektvolle Tierhaltung?

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7 Antworten

Ich kann hier nur nochmal wiederholen, was ich kürzlich unter einer ähnlichen Frage geschrieben habe.

Ob Bio oder nicht spielt kein eine Rolle, weil bereits in der konventionellen Haltung von Milchkühen sehr hohe Standards gelten.

Die Evolution gibt einem jeden Individuum - egal ob Mensch oder Kuh - vor, dass der Erhalt der Art die oberste Priorität ist. Deshalb ist es auch der Wunsch vieler Leute eine Familie zu gründen. Die ganze Romanze und die Liebe fürs Leben und die Tat der Vergewaltigung sind, und so muss ich das trauriger Weise auch über letzeres sagen, kulturell entstanden.

Eine Färse (Kuh vor dem ersten Kalb) hat auch als oberste Priorität sich zu vermehren, sucht jedoch keinen Lebenspartner. Demnach wäre auch durch eine künstliche Besamung diesem höheren Sinne genüge getan.

Davon einmal abgesehen ist es mindestens genauso häufig üblich Deckbullen auf dem Betrieb zu haben. So war das auf meinem früheren Ausbildungsbetrieb auch: Es gab einen Bullen von einer Fleischrasse der die Kühe belegen sollte, von deren Nachkommen man sich keine gute Milchleistung erwartet. Anders herum gab es auch einen Holstein Bullen dessen Töchter viel Milch geben sollten. Insofern also alles "natürlich".

Darum den Kälbern die Milch weg zu trinken muss man sich nun wirklich keine Sorgen machen. Ein Kalb trinkt bei freier Verfügbarkeit höchstens 8-10l/ Tag. Damit kommt es aber noch lange nicht an die tägliche Milchleistung der Mutter heran. Diese ist züchterisch gesteigert worden. 

Auf dem selben Lehrbetrieb mit den beiden eigenen Deckbullen habe ich auch täglich Frischmilch aus dem Tank zapfen müssen und diese für die Kälbertränke aufgeheizt. Je nachdem kommt dann noch ein Vollmilchergänzer hinein, weil durch die größere Milchleistung die Konzentration von Mineralstoffen und Vitaminen etwas verdünnt ist.

Und was soll an der Haltung respektlos oder unangemessen sein ? Die Tiere tauschen einen Teil ihrer Freiheiten gegen Futter-, Wasser-Sicherheit, gesundheitliche Versorgung, Schutz vor Raubtieren und der Witterung. 

Im Stall erwartet sie ein höherer Lebensstandard als sie ihn in freier Wildbahn haben könnten. Mit der selben Begründung hat der Mensch doch auch Katzen und Hunde für sich domestiziert und ich kenne sogar Veganer die Haustiere halten.

eine sehr gute Antwort, danke :)

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@1000problems98

Ich wollte noch sagen, dass ich erst vor 3 Jahren auf eben diesem Betrieb war. Man kann also nicht behaupten das das alles inzwischen antiquiert sei.

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Glänzende Antwort, "Betterhose".

Zig Millionen Städter müssen ganz neu erlernen die Grundgesetzmäßigkeiten von Biologie und Leben. Denn in den Schulen scheint da fast nichts mehr rüberzukommen. Die Lehrer wurden nie brauchbar in Landwirtschaft geschult und plappern daher die stereotypen Parolen nach von "Vergiftung und Tierfolter".

Die landw. Sachkundigen haben da eine neue wichtige Daueraufgabe: Der Smartphone-Generation Grundbegriffe der Natur zu vermitteln.

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@Klarmann

auch bei dir ist es noch nicht angekommen, dass Menschen nicht aufs Fleischessen und andere Tierprodukte angewiesen sind, die ganze Tierhaltung hat nur einen Zweck: Geld daraus zu machen, die Gesundheit der Verbraucher interessiert keine Milchbauer oder Milchwirtschaft oder Landwirschaftsministerium und wie es den Tieren geht erst gar nicht, denn sie sind keine Lebewesen, sondern offiziell nur Sachen

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@educare

Die Landwirtschaft braucht aber die Tierhaltung. Sowohl ökonomisch als auch ökologisch.

Du kannst nicht immer ein Feld beernten ohne Nährstoffe und Humus nachzuliefern.

Ohne die Gülle und den Mist aus der Tierhaltung könnte der Ackerbau keine 5 Jahre überleben.

Es gibt zwar Mineraldünger (laienhaft Kunstdünger genannt), aber der bringt dem Boden keine organische Masse, ist sehr teuer im Vergleich zu Gülle und es braucht viel Energie ihn herzustellen.

Alle veganen und vegetarischen Produkte sind aus Getreide gemacht, dass mit Gülle/Mist aus der Tierhaltung gedüngt wurde. Auch bei "Bio" ist das Standard.

Ohne die Tierhaltung würden alle Lebensmittel weitaus mehr kosten und es wäre noch immer ein Raubbau am Boden.

Und es hat noch nie jemand Geld mit dem quälen von Tieren verdient. Die Tiere müssen unter guten Bedingungen gehalten werden, damit sie ihre gewünschten Leistungen erreichen.

Die Tiere opfern einen Teil ihrer Freiheit um einen sicheren Zugang zu Futter, Wasser und medizinischer Versorgung zu erhalten. Außerdem erwartet sie im Stall ein sorgloseres Leben, weil sie keinen Raubtieren und der Witterung ausgesetzt sind.

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@Betterhose

@Betterhose du musst mehr kindergartenmäßig reden!! Er ist Veganer und versteht nicht was du sagst.

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Biomilch und wirklich respektvolle Tierhaltung?

In Deutschland ist fast JEDE Tierhaltung respektvoll. Kein Bauer kann sich leisten, seinen Bestand leiden zu lassen.

Viehzüchter werden Viehzüchter, weil sie die natur und Tiere mögen und nicht aus Tierhass.

und die Milch NICHT den kälbern zugute kommt. 

Milchkühe geben soviel Milch, auch das für die Kälber genug da ist!

Die Behandlung bzw Haltung dieser Lebewesen ist doch immer noch respektlos und unangemessen oder?

Ganz klar "oder"!!!!!

Ich kenne keine sensiblere und respektvollere Viehzucht als die Milchwirtschaft. Denn da ist es besonders wichtig, dass die Tiere sich wie Gott auf Erden fühlen. Denn Tierwohl=Milchleistung. Und für das Tierwohl machen die alles: Angefangen von Sonnensegeln, Terassen, automatische Bürsten, weiche Ruheboxen, und und und.

Also mit Sicherheit sieht das nicht jeder so, aber wie sehen das die Vegetarierinnen/Veganerinnen?

Ein Glück auch. Wenn wir alle es so sehen würden wie Veganer, dann liefe in Deutschland aber sehr viel falsch.

Es gibt halt Menschen, die einfach nicht auf Propaganda reinfallen und sich mit Viehzucht auskennen. Diese Menschen wissen es besser als die achsoinformierten Veganer.

Gruß
Omni

(BG)

es gibt nicht "die Biomilch" sondern es gibt zig verschiedene Haltungsbedingungen z.b. gibt es auch Muttergebundene Kälberaufzucht in der Milchwirtschaft. Einfach informieren (vorort gehen und fragen) dann muss man nicht fantasieren

http://www.naturland.de/images/Erzeuger/Fachthemen/Fachveranstaltungen/Tierhaltung/1575-muttergebundene-kaelberaufzucht.pdf

i.d.R. ist es so dass die Tiere sehr gut behandelt werden. Gibt ja auch kein Grund dazu sie schlecht zu behandeln im gegenteil denn dann lässt die Milchleistung nach. Die Veganen schauermärchen sind seltene negative extrembeispiele die man einfach auf alles umlegt und mit denen man versucht mittels einseitiger Sektenrhetorik Menschen zu manipulieren und ebenso nur noch schwarz/weiss zu denken. Das machen Sekten und Religionen nicht anders... vernunft, rationales denken ist nun mal kein Weg Sklaven zu fangen und gefügig zu machen.

es ist also ganz einfach. Du suchst dir die Produktionsstetten aus mit denen du dich zufrieden gibst und kaufst dort deine tierischen Produkte.

Wenn die gläsernen Molkerei gläsern ist dann kannst du dich ganz einfach erkundigen woher die Milch kommt und die molkerei hat damit kein Problem dies rauszurücken. wie so oft im Leben --> hingehen und fragen

Ich glaube nur sie bekommen kein Kraftfutter für die mich Produktion sonst sollte alles das gleiche sein. 

Zu Deiner Info: Veganer meiden auch Milch und Milchprodukte

wieso glaubst Du, dass ich das nicht weiß? :D

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Ich Frage sie, weil sie Milch ohnehin kritisch sehen und ich genau wissen wollte wieso :)

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Allgemein ist es so, dass die Kälber, die geschlachtet, genauso die Milchkühe, in den gleichen Verhältnissen geschlachtet werden wie "Konventionelle" Kühe aus der Massentierhaltung. Leider ist Bio- nur ein Versuch aus denen, die ds schlechte Gewissen plagt, auch noch Geld zu verdienen, da man sie sont als Kunden von Milch komplett verlieren könnte. Das ganze ist wie eine schöne Scheinwelt, die propagiert wird um uns von der Qual, die die Kühe dennoch durchstehen müssen, abzulenken. Und ökologisch betrachtet ist Bio da auch keine Lösung. Viehzucht macht immernoch über 50% der Klimaerwärmung aus :( Ein Gedanke, der leider oft viel zu kurz kommt ist, dass es leider kein großes Interesse gibt Biobauernhöfe genau zu kontrollieren. Viel lässt sich auf die Milch draufschreiben aber ich lasse mich durch so etwas nicht zum Kauf verleiten! (abgesehn vom Gesundheitsaspekt: Die Milch soll die Kälber zum Wachsen bringen- bei uns wird durch Kuhmilch leider nur das Krebswachstum angeregt und Milchtrinker zeigen deutlich mehr Osteoporose auf als Veganer - das Milch wichtig für die Knochen ist ist eine schöne Lüge der Milchindustrie- sie schadet ihnen sogar) Als Doku zum Thema vegane Ernährung empfehle ich "Hope for all" - gibts auf Youtube und war 2016 in den Kinos. Sehr bewegend und spannend!

@Klarmann

Von "Propaganda" ist die Rede und dann werden auf dubiose Bücher mit Titeln wie "Veggiewahn-Aufarbeitung" hingewiesen? Sry aber das klingt ja fast wie "Gleichberechtigungswahn-Aufarbeitung" oder "Demokratiewahn-Aufarbeitung". 

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1:1 von veganen Propagandaseiten abgeschrieben. Bravo. Das gibt ein Dinkelkorn (Bienchen sind ja nicht erlaubt) ins vegane Muttiheft.

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Warum speisen sich Stadtlaien immer von Veganer-Propaganda-Sites und gehen NIE auf seriöse Sites über deutsche Landwirtschaft?

Die Besamung ist weltweit Standart und selbstverständliche Züchtungsarbeit. Darin liegt kein Unrecht.

Die Kühe geben heute weit mehr Milch als ihre Kälber benötigten. Daher wird den Kälbern nichts vorenthalten. Ein großer Prozentsatz der deutschen Betriebe macht "Vollmilchtränke".

Wegen den sehr niedrigen Milchpreisen lohnt es sich nicht mehr, Kälber mit Ersatzmilchen zu füttern.

In der realen Landwirtschaft ist "Kuhkomfort" das oberste Ziel, denn nur eine Kuh, der es bestens geht, gibt optimal Milch.

Von "respektlos, unangemessen" kann keine Rede sein. Das ist nur Veganer-Leier-Propaganda. Veganer verstehen in aller Regel nichts von Landwirtschaft sondern plappern Kampfparolen nach.

für mein empfinden ist künstliche Befruchtung sehr wohl respektloses verhalten einem Lebewesen gegenüber, dass wir nur ausbeuten, um seine Muttermilch zu trinken, mit der Rechtfertigung es "sind halt nutztiere", also eh wertlos und geboren um gegessen zu werden. stelle dir mal vor wir würden das mit Menschen machen, Frauen immer wieder befruchten um dann ihre Milch zu vermarkten. Ich persönlich differenziere da nicht wirklich bzw ist mir nicht klar, weshalb die leben weniger wertvoll bzw weniger zu respektieren sind, bloß weil diese Lebewesen keinem menschenähnlichen Verstand haben. aber wie bereits gesagt, bei dem Thema scheiden sich die Geister und mit ist völlig bewusst, dass wir nicht auf einen Konsens kommen. Ich toleriere und akzeptiere deine Meinung, habe aber selbst eine andere.

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@1000problems98

Es ist eine unerhörte veganistische Unart, den Mensch mit jedem anderen Lebewesen, und sei es eine Ratte oder ein Floh gleichzusetzen.

Da scheiden sich sich wirklich die Geister und wer einem Säugling die Milch entzieht, weil er meint, dann habe ein Kalb mehr zu trinken, ist geradezu kriminell.

Die Kuh mit einer "Frau" gleichzusetzen - da sollten auch alle klardenkenden Frauen protestieren.

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Hi,bist du eigentlich Milchbauer? Mich interessiert nur als Veganerin von wo du dein Wissen hast. Frage geht an Klarmann

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@Klarmann

ich sehe fast täglich und an mehreren Kuhställen wie die Boxen für die Kälber fein säuberlich gereiht draussen stehen, habe auch gesehen wie im Winter die Kälber draussen ausharren müssten, während deren Mütter im Stall dürften und wie die Kälber mit einer Flüssigkeit versorgt wurden die keine Milch war.

An einem Kuhstall wo ich oft vorbei fahre gibt es ca. 70 Kühe und deren einzige Bewegungsmöglichkeit sind ca. 50 m vom Stall bis zur der Melkanlage. Obwohl dieser Bauer viel freies Feld um den Stall herum für seine Kühe hat, bleiben diese eingesperrt, das Futter kommt automatisiert von oben, d. h., unterm Dach gibt es einen Schlitten welcher das Futter von oben "regnen" lässt, gelegentlich sehe ich den Bauer mit einer Maschine wie er den Stall säubert, sonst Tag ein, Tag aus bleiben seine Kühe eingesperrt und der Stall besteht nur aus einem grossen Dach, keine Seitenwände, auch im Winter nicht

Du sollst deine Indoktrination woanders vortragen, denn was du hier unter unspezifizierte Veganerpropaganda behauptest ist ein Idyll, was schon lange nicht mehr gibt, die Tiere werden gequält, sie leben nicht ein natürliches Leben, alles ist dem Profit untergeordnet

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@educare

Die Kälber sind in ihren eigenen sogenannten Iglus, damit sie sich an das Außenklima gewöhnen können und ihr eigenes Immunsystem aufbauen können. Innerhalb der ersten drei Lebenswochen fehlt ihnen dieses nämlich und sie können nur über die Kolostralmilch (diese ist ohnehin nicht vermarktungsfähig und wird deshalb dem Kalb in aller Gänze zugeführt) eine gewisse Krankeitsresistenz erhalten.

In der Zeit wo sie draußen stehen gewöhnen sie sich aber auch grade an feste und rohfaserreiche Nahrung. Gerade jetzt leiden sie oft an Durchfall. Deshalb ist es wichtig die Kälber separiert zu halten, damit sich nicht alle auf einmal infizieren. 

Wenn du meinst, dass es keine Milch gewesen wär, musst du erläutern was du gesehen hast. Oftmals wird angesäuerte Milch vertränkt. Die sieht dann flockig aus. Das hat den Sinn, dass sie haltbar gemacht wird indem der pH-Wert abgesenkt wird und gleichzeitig ist sie für das Kalb besser weil der Magen an sich schon sehr sauer ist (pH-Wert 3). Es handelt sich also um eine Art Vorverdauung.

Darf ich dich mal fragen was du meinst, was Kühe auf der Wiese tun ? Nichts. Glaub mir - ich war 1 Jahr auf einem Weide haltenden Betrieb. Die Tiere fressen bis ihr Pansen gefüllt ist und dann legen sie sich zum wiederkäuen. Dabei betrachten sie vielleicht noch die Gegend. Das alles können sie aber auch ungehindert im Stall machen.

Das dem Stall die Seitenwände "fehlen" ist eine tolle Sache. Unsere Hausrinder fühlen sich nachweislich bei 5-10°C am wohlsten. Ich weiß wie es bei eisigen Temperaturen in einem Kuhstall ist, und glaub mir, die können sich die Luft selber aufwärmen. In der Natur bleiben Rinder ja auch im Freien, egal wie kalt es ist.

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@Betterhose

das ist alles anderes als das natürliche Leben der Tiere, behandelst du deinen Hund im Winter auch so, damit sein Immunsystem kräftiger wird?

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@educare

Bevor wir uns unseren Hund ausgesucht haben habe ich Bilder der Züchterin gesehen wie er mit seinen Geschwistern durch den Schnee Mecklenburg-Vorpommerns läuft. Bei -14°C und einem Alter von 4 Wochen. 

Also ... ja, ich schätze schon.

Momentan geht auch der Trend im Internet um, der einen ermutigt kalte Duschen zu nehmen. Das erfüllt den selben Zweck. Das ist gut fürs Immunsystem, den Kreislauf und die Muskeln.

Finnen springen nach der Sauna auch gerne in den Schnee oder Eiswasser.

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@educare

Außerdem sollte sich keiner ein natürliches Leben für die Tiere wünschen. Den meisten ist nicht bewusst wie grausam die Natur ist. Dort verhungern, verdursten oder erfrieren die Tiere im besten Fall. Wenn es schlecht läuft erleiden sie eine üble Verletzung oder Krankheit oder werden bei lebendigem Leibe von Raubtieren gefressen. An Altersschwäche stirbt kein wildes Tier. Irgendwann ist es nur zu schwach oder zu langsam um sein eigenes Überleben sichern zu können.

Känguru Mütter werfen wenn sie verfolgt werden zum Beispiel ihr Junges aus dem Beutel um von sich abzulenken. Das zeigt nicht nur wie grausam die Natur ist, sondern auch wie fast schon gleichgültig ihnen das Leben des eigenen Nachwuchs ist. Ein weiteres Indiz dafür, dass man bedenkenlos Kuh und Kalb trennen darf.

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