Biologie: diploder Chromosomensatz

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5 Antworten

Eine gute Frage, schon allein die Vererbung der Augenfarbe ist nicht einfach zu erklären, denn es sind dabei mehrere Gene beteiligt und noch wieder andere Gene wirken bei der Ausbildung des Farbstoffes mit. So einfach, wie das in älteren Lehrbüchern stehen mag, funktioniert die Vererbung nicht. Infos zur Genwirkkette geben dir dazu u.a. einen allgemeinen Überblick.

Allgemein: Rezessive Gene codieren oft für fehlerhafte Proteine, die funktionierenden Proteine sind durch das intakte Gen des anderen Chromosoms codiert und können somit hergestellt werden. Der Fehler tauscht im Phänotyp nicht auf.

Bei dominant vererbten Krankheiten scheint das falsche Protein allein schon zerstörerisch zu wirken.

Sicher hat diese Frage auch etwas mit Genregulation zu tun und da sind noch viele Fragen offen.

Das ganze jetzt aus der Erinnerung, denn es ist schon etwas her, sollte aber stimmen.

Es gibt immer rezessive und dominante Merkmale. Ganz gut lässt es sich am XY-Chromosom erläutern. Das Y-Chromosom ist dominant, das X-Chromosom rezessiv. Ist ein Y Chromosom vorhanden (XY), wird das Baby männlich, sind nur X-Chromosomen vorhanden (XX), wird das Baby weiblich. So ist es auch bei anderen Merkmalen.

"Die Augenfarbe beim Menschen wird ebenfalls dominant-rezessiv vererbt, wobei das Allel für braune Augen dominant und das Allel für blaue Augen rezessiv ist. Bekommt ein Kind von einem Elternteil die Erbinformation für blaue Augen und vom anderen die für braune Augen, so wird es braune Augen haben. Die Erbinformation für das rezessive Allel (hier „blaue Augen“) bleibt jedoch erhalten und kann an die nächste Generation weitergegeben werden."

Siehe auch: Hoffe ich, konnte dir damit helfen :)

Gruß

botanicus 22.06.2014, 23:56

Die Erinnerung trügt. Augenfarbe, Haarfarbe und Hautfarbe werden NICHT nach den Mendelschen Regeln vererbt, hier wirken 17 Gene zusammen. Eine Aussage über Dominanz ist hier nicht möglich. Der zweite Abschnitt stimmt einfach nicht.

Ein Chromosom ist auch nicht dominant. Das stimmt in der Sache, wird aber nicht so formuliert. Dann wäre übrigens auch YY männlich – in der Realität ist die Kombination nicht lebensfähig.

Und drittens: Es gibt auch Kodominanz und intermediäre Erbgänge :-)

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marcco 23.06.2014, 00:09
@botanicus

Ich ergebe mich, ziehe mich aus dem Biologiebereich zurück und beschäftige mich dann fortan wieder mit den Bereichen, in denen ich mich sicherer fühle ;)

Ist wohl doch schon zu lange her, danke für die Aufklärung ;)

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kgunther 23.06.2014, 10:58
@botanicus

Die Mendelschen Regeln sind universal. Auch die Vererbung der 17 Gene, die (wie Du sagst) die Augenfarbe bestimmen, folgt ihnen. Bloß ist es eben nicht so einfach, wie es wäre, wenn nur ein Gen die Farbe bestimmen würde.

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botanicus 23.06.2014, 15:54
@kgunther

Jedes einzelne Gen, selbstverständlich (die Genkoppelung lassen wir mal außer acht). Aber das Merkmal Augenfarbe eben nicht.

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Alles richtig.

Die letzte Frage: Wenn es bei Genen unterschiedliche Allele (Varianten) gibt, ist entweder eines davon dominant (d.h. es setzt sich durch) oder sie bestimmen gemeinsam das Aussehen.

Im Falle von Haar-, Augen- und Hautfarbe sind es allerdings sehr viele Gene, die gemeinsam das Aussehen bestimmen, deshalb liegt der Fall da komplizierter.

Der Mensch hat insgesamt 46 Chromosomen, davon sind zwei die Geschlechtschromosomen. Es gibt also 22 Paare... Rest dürfte so in etwa stimmen. Manche Gene sind dominant, andere rezessiv. Die dominanten Gene werden in der Regel zum Phänotyp.

Des hängt davon ab welche Eigenschaft dominant und welche rezessiv ist :)

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