Biodiesel wie nachhaltig?

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4 Antworten

So ist es mit vielen Themen, sie werden kontrovers diskutiert und für jede Meinung findet man eine Studie.

Erst mal kannst du das so darstellen, dass die Ansichten dazu nicht einheitlich sind. Aber bei jeder Studie sollte man gucken, wer sie bezahlt hat.

Erstelle für dich doch eigene Kriterien, was Nachhaltigkeit bei Biodiesel heißen soll.

Ein Kernpunkt bei der Frage ist sicher die CO2-Bilanz.

Wenn man Pflanzen zur Treibstoffgewinnung anbaut, wird in der Tat  das CO2 freigesetzt, welches zuvor durch die Pflanze fixiert wurde, ein kleiner Teil bleibt als Ernterückstand im Boden, der dann erst allmählich freigesetzt wird.  

Für den ganzen Prozess wird aber schon CO2 verbraucht: Maschineneinsatz, Düngemittel, Saatgut und Pflanzenschutzmittel, Herstellung des Treibstoffes usw.; bei der Bodenbearbeitung oder gar der Rodung wird ebenfalls CO2 freigesetzt.

Da stellt sich die Frage, was denn an CO2-Ersparnis im Vergleich zu fossilen Energieträger noch übrigbleibt.

Auf die Flächenkonkurrenz hat charlynickel ja schon hingewiesen. Neben Biobauern gibt es auch Milchbauern, die dadurch in Existenznöte kommen.

Eine Studie vom ifeu Heidelberg kann dir schon mal Anhaltpunkte liefern, wie man bewerten kann.

http://www.ifeu.de/landwirtschaft/pdf/IFEU_Bioenergie_LAB.pdf

Untersuchungen zu Energiebilanzen beim Anbau von Energiepflanzen gibt es auch, ich finde sie im Moment aber nicht. Fall du Interesse hast, melde dich.

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Überhaupt nicht! Bei einigen Kulturen setzt allein schon die Bodenbearbeitung, mehr CO2 frei als eingespart wird, hinzu kommt noch die Verseuchung von Boden, Wasser und Luft durch synthetische Dünger und Pestizide. Außerdem verhindert der Anbau von "Energiepflanzen" den Anbau von Nahrungsmitteln, z.B. ist die Nachfrage nach Bioprodukten ist in Deutschland so groß, dass die Bauern mit der Nachfrage nicht nachkommen und Bioprodukte importiert werden müssen. Viele Biobauern würden gerne neue Felder mieten oder kaufen, doch durch die Energiepflanzenproduktion stehen in Deutschland keine Flächen mehr zur Verfügung.

Vielleicht ist die Produktion aus Algen eine Lösung diese Technologie ist jedoch noch nicht ausgereift. Für kleine Mengen ist der Anbau in Mischkulturen eine Alternative:

https://www.agridea.ch/fileadmin/thematic/H2_Biolandbau_Mischkultren_deutsch_410.pdf

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Also wir haben dieses Jahr in Erdkunde gelernt das es sehr viele Nachteile hat...

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Kommentar von Hannybunny95
10.04.2016, 13:57

Du findest natürlich auch positive Fakten zu Biodiesel, aber meist sind das Leute, die von dem Verkauf von Biodiesel profitieren.
Man braucht Unmengen an Rapsöl und dafür aufhielt Platz. Heißt: weniger Felder für nahrungsanbau und das wiederum bedeutet, dass man Wälder abholzen muss. Dann muss dieses Raps ja auch erstmal verarbeitet werden und das alles produziert schon ganz schön co2 und zerstört auch noch die Natur.

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