Binge-Eating + DRINGEND RAT GEBRAUCHT!

8 Antworten

Hallo Luisa1995123,

ist "Binge Eating" eine Selbstdiagnose oder eine, die dir vom Arzt gestellt wurde? Wenn du unter dieser Essstörung leidest, ist es erstmal wichtig, diese als solche ernst zu nehmen und ihre psychischen Komponenten zu berücksichtigen. Eine Essstörung ist eine psychische Erkrankung und nicht allein auf irgendwelchen Kohlehydratmangel oder sonstige physischen Faktoren zurück zu führen. Deshalb ist es auch wenig sinnvoll, zum jetzigen Zeitpunkt mit irgendwelchen Diäten rumzuprobieren und das Problem unter rein körperlichen Gesichtspunkten anzugehen, ohne die psychischen zu berücksichtigen. Da ist Enttäuschung vorprogrammiert und diese wird dir, wenn du psychisch ohnehin schon angeschlagen bist, nicht gerade zuträglich sein.

Sinnvoller wäre ein Besuch beim Arzt und eine Kombination aus medizinischer und psychotherapeutischer Behandlung sowie Ernährungsberatung, eventuell, wenn es zu Hause nicht in den Griff zu bekommen ist, auch ein stationärer Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik (aber das kannst du dann mit deinem Arzt besprechen, keine Panik), um dein Problem ganzheitlich anzugehen.

Ess-Anfälle sind oft ein Ausdruck von Bedürfnissen, die eigentlich auf einer anderen Ebene bzw. in einem anderen Lebensbereich liegen, dort aber nicht befriedigt werden. Sie sind eine Art "verzweifelter Kompensationsversuch", der noch mehr Verzweifelung nach sich zieht, weil er erstens das Bedürfnis nur vordergründig, aber eben nicht wirklich befriedigt und sich zweitens auch noch zusätzlich auf das ohnehin schon brüchige Selbstwertgefühl niederschlägt ("Ich bin schwach/verfressen/undiszipliniert/peinlich oder was auch immer"). So entsteht schnell ein Teufelskreis. Die schlechten Gefühle werden wieder kurzzeitig durch das Essen unterdrückt - darauf folgen die o.g. schlechten Gefühle und Gedanken usw.

Viele Binge-Eating-Betroffene sucht der Heißhunger am Abend heim, damit bist du nicht allein. Frage ist: Was ist am Abend? Was löst die Ess-Attacken aus? Am Abend kehrt - gerade wenn man ansonsten einen recht ausgefüllten Tag hat - Ruhe ein. Man ist auf sich gestellt, muss mit sich selbst auskommen, den Rest des Tages selbst strukturieren, selbst für sein Wohlergehen sorgen, oft schleichen sich Einsamkeitsgefühle ein. Es ist dunkel, es wird heute nichts mehr passieren, es ist niemand da. Vielleicht ist es auch langweilig und da ist zu viel Raum im Kopf für die Gedanken des Tages, die dort vorher durch die vielen Ereignisse und die Ablenkung keinen Platz hatten. Nun können sie, in der Ruhe des Abends, ungehindert strömen. Da ist es kein Wunder, dass man versucht ist, dagegen an zu steuern.

Die zweite Frage ist: Welche Funktion hat das Essen? Wir neigen dazu, Dinge, die sich in unserer Lebensgeschichte mal bewährt haben, immer und immer wieder zu tun, auch wenn wir eigentlich nicht wollen oder sogar wissen, dass sie schädlich für uns sind. Essen spendet Wärme, kann Seelentröster sein und gerade Süßigkeiten (die ja, wie du schreibst, elementarer Bestandteil deiner Anfälle sind) sorgen kurzzeitig für positive Emotionen. Essen bedeutet auch Fürsorge und liebevolle Zuwendung. Ab dem Zeitpunkt unserer Geburt sorgen unsere Eltern (im Idealfall) dafür, dass wir mit Nahrung versorgt werden. Zeiten der Nahrungsaufnahme sind im Säuglings- und Kleinkindalter Momente, in denen Mutter (bzw. Vater, aber eher seltener) und Kind sehr eng im Kontakt stehen, in denen das Kind die volle Aufmerksamkeit und Zuwendung seiner Mutter erfährt. Später ist es ein soziales Ereignis, das ebenfalls fürsorgliche Elemente, aber auch andere Komponenten wie das Gefühl, Teil einer Gruppe zu sein, beinhaltet. Will sagen: Essen hat über die reine Nährstoffzufuhr hinaus noch viele wesentliche Eigenschaften und wichtige Funktionen.

Oder anders herum gefragt: Welcher Mangel besteht in anderen Lebensbereichen, den du mit dem Essen zu kompensieren versuchst?

Du wirst das wahrscheinlich nicht "mal eben" aus dem Stehgreif beantworten können (zumindest würde es mich schwer beeindrucken ;) ). Es sollen nur Denkanstöße für dich sein. Ich glaube einfach, dass es der falsche Weg ist, einfach nur auf körperlicher Ebene dagegen anzukämpfen. Ich glaube, dass eine liebevolle, wohlwollende Betrachtung deiner Person und deines Verhaltens nötig ist, und dass dazu auch erstmal eine Akzeptanz des Ist-Zustandes gehört. Das heißt: "JA, ich habe Bedürfnisse und das ist in Ordnung. JA, ich versuche, diese Bedürfnisse zu befriedigen, aber ich habe noch nicht den richtigen Weg gefunden." und so weiter.

Ein Psychotherapeut kann dir helfen, den Ursachen für deine Ess-Anfälle auf den Grund zu gehen und alternative Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Das geht nicht von heute auf morgen - aber es geht mit der Zeit.

Ich wünsche dir dafür viel Kraft und alles Gute (und hoffe, dir schwirrt nicht der Kopf - mich kurz zu fassen ist nicht mein Ding ;) )! curium

Ich behaupte mal, dass du nicht unter Binge Eating leidest, sondern einfach viel ZU wenig tagsüber isst und das dann am Abend nach holst.

Für mich sind ein Körnerbrötchen mit Frischkäse sowie Apfel und Kaffee zum Frühstück, dein Mittagessen sowie der Haferbrei am Abend (für wie viel Kilo Lebendgewicht überhaupt?) eher Minimalkost.

Versuch mal tagsüber gemäß Magenknurren oder anderen Hungeranzeichen zu essen. Vor allem verkneife dir das Süße nicht, sondern baue es mit ins Essen ein.

Nimmst du denn genügend (mehrfach) ungesättigte Fettsäuren zu dir?

es hat auch damit zu tun, dass du zu wenig issst (weil du abnehmen willst), die Nährstoffe sind entscheidend, süsses zu essen ist denkbar schlecht

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