Bindungsangst: Die Ursache?

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Bei dem Beziehungsschema das du beschreibst würde jeder normal denkende und fühlende Mensch Bindungs- oder besser ausgedrückt Beziehungsängste entwickeln. Du hast dich damals ja vollkommen aufgegeben und verleugnet zumindest für die Zeit die ihr gemeinsam verbracht habt, das ist alles andere als ein gesundes Beziehungsmodell.

Andererseits solltest du dir aber auch bewusst machen, dass Fernbeziehungen das schwierigste und verzichtreichste Beziehungsmodell darstellen. Es scheint zwar auf den ersten Blick einfacher zu sein, da man sich durch die Entfernung nicht zu sehr auf die Pelle rücken kann, doch das trügt, denn dafür versucht man dann automatisch die wenige gemeinsame Zeit so intensiv wie möglich zu nutzen und geht sich erst recht auf den Geist. Eine wirklich gute und funktionierende Fernbeziehung ist meist durch sehr viel mehr Nähe im übertragenen Sinne gekennzeichnet als eine normale. Gerade für einen Menschen der nicht so viel Nähe ertragen kann, da gehöre ich übrigens auch dazu, erscheint mir persönlich eine konventionelle Beziehung evtl. in getrennten Wohnungen innerhalb einer Stadt einfacher.

Wenn du lernst dich mehr abzugrenzen und selbst dann nicht komplett im anderen zu verlieren wenn du sprichwörtlich bis über beide Ohren verliebt bist, dann wird es auch für dich einfacher werden. Es gibt für jeden Menschentyp geeignete Beziehungspartner, egal ob er extrem viel Nähe oder extrem viel Abstand braucht und natürlich auch für jeden dazwischen.

Wenn du 2 Jahre älter warst dann hatte der dir doch nichts zu sagen! Jedenfalls solltest du wieder jemanden vertrauen können und wenn du ein Problem mit deinem Partner hast solltest du mit ihm darüber reden.

Nun, bei dem, was Du über Deine erste Beziehung schreibst kann ich nachvollziehen, daß Du nicht schon wieder Bock auf so etwas hast ;-)

Und die Tatsache, daß Du das wohl recht lange ausgehalten hast, läßt eher vermuten, daß die Wurzeln weniger intensiv in Deiner Kindheit liegen ...

Natürlich ist jede Ferndiagnose oberproblematisch, aber ich denke, da Du über Deine "Problemlage" recht gut reflektieren kannst, ist da noch nix verloren

Gefehlt hat mir in Deiner Beschreibung, welches genau die "Symptome" sind, mit denen Du jetzt kämpfst ...

Raten könnte ich Dir deshalb nur: taste Dich ruhig an etwas Neues ran und achte nicht nur auf Deine ineren Alarmglocken, sondern mach sofort klare Ansage, wenn Du Dich eingeengt fühlst ...

Daß Dein Freund nur das Bett im Sinn hatte, mag an der Pubertät gelegen haben - daß Du Dich massiv eingeschränkt und zeitweise alles aufgegeben hast incl. Deiner selbst wäre eher ein Hinweis auf Verlustängste ...

Also frag Dich auch bei einer neue Beziehung nicht nur "will ich mich einengen lassen?", sondern auch "Warum wehre ich mich nicht aktiv dagegen?"

Seit dieser Beziehung habe ich 5 weitere gehabt die alle samt viel kürzer waren und unzählige 'Anläufe' bei denen ich vorher schon regelrecht geflohen bin. Meine Beziehungen gestalten sich nach ähnlichen Mustern:

Es sind samt alles Fernbeziehungen, mal näher, mal weiter weg und ich bin am Anfang immer hin und weg vor verliebt sein, bis zu einem bestimmten Punkt an dem ich mich dann wahnsinnig unwohl fühle (der Zeitpunkt ist immer unterschiedlich) und dieses Gefühl von verliebt sein total abhanden kommt und ich gar nicht möchte das mein Partner bei mir ist. Menschen bei denen das Gefühl vom Verliebtsein dauerhaft habe und immer wieder schwach werde gab es auch schon. bei denen kam es nur zu einer beziehung aus den unterschiedlichsten Gründen von zu weit weg bis zu schüchtern über noch nicht bereit für was neues... Ich weiß auch nicht :/

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@XChara90

Das ist auf Dauer sicher nicht nur für Deine Partner, sondern auch für Dich recht unbefriedigend - ich kannte da ein Mädel, da war es ähnlich: die längste Beziehung war die Ehe und die dauerte 3 Monate g Allerdings traf sie dann "ihn" und plötzlich war alles anders - immerhin hielt sie es mehr als 6 Jahre aus ...

Soll heißen: wenn Du nicht alsbald auf jemanden triffst, mit dem es plötzlich "anders" ist, solltest Du mal eine psychologische Beratung aufsuchen - falls Du irgendwann auch einmal eine glückliche Beziehung führen und nicht nur von Blüte zu Blüte fliegen möchtest

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