Binähruhr bauen!

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4 Antworten

Kommt drauf an welche µC Du programmieren kannst.

Klassisch macht man so was aus einem "TTL Grab". Dazu braucht man dann ein paar TTL Gatter um den Takt zu gewinnen, meistens teilt man einfach die Netzfrequenz herunter, denn die ist im Durchschnitt Atomuhrgenau. Den auf 1Hz runter geteilten Takt gibt man dann auf mehrere Binärzähler.

Für eine normale Uhr die mit BCD nach 7-Segmentdecodern funktioniert braucht man für jede Stelle einen eigenen Binärzähler und verdrahtet die so, dass die zum passenden Wert über laufen und dem nächsten Zähler einen Puls geben. Die erste Stelle läuft über wenn die "10" erreicht hat so dass die von "9" auf "0" springt, das sind die Sekunden Einer. Beim Überlauf werden die Sekundenzehner weiter gezählt die dann bei "6" über laufen und damit zählen die Sekunden von "00" bis "59" was dann einen Minutenimpuls auslöst.

Das selbe kann man auch für eine Binärdarstellung nutzen, dann hat man das Ergebnis im BCD Code den man ja eigentlich dann auf eine Anzeige mit BCD->7-Segment Wandlern geben würde.

Im Netz gibt es viele fertige Bauanleitungen für "TTL Uhren". Da kannst Du Dir schnell eine Liste an Bauteilen raus suchen. Vergiss nicht eine kräftige Stromversorgung, so ein TTL-Grab ist eine pure Stromverschwendung. Und geize auch nicht mit der Lochstreifenplatine!

Per Mikrocontroller geht auch, hier allerdings brauchst Du dann ein passendes Programmiergerät und eine passende Programmierumgebung.

Ein Pic-Kit2 kriegt man schon für €50, da ist dann alles dabei was man zur Programmierung braucht, auch ein Experimentierboard. An das kannst Du dann deine Anzeige aus LEDs anschließen. Der Compiler ist da allerdings irre schlecht, für einen guten Compiler der Platzsparend und effizient arbeitet musst Du dann €500 hinblättern!

Hier würde ich zu Atmel "ATmega" oder "Atiny" raten. Hier ist die Programmierumgebung absolut kostenlos und der Compiler kommt aus der Open Source Welt. Der ist dann ziemlich gut und ebenfalls völlig kostenlos. Die ATMegas sind auch optimiert auf C Programmierstrukturen, haben die passenden Befehle um C-Programme richtig schnell und effizient abzuarbeiten. Ein Programmiergerät kriegt man für €16 bei Amazon, den Rest von Atmel gratis downloaden.

Als Entwicklungshardware kann ich nur das "AVR Net IO" Board von Pollin empfehlen, das kriegt man (teurer) auch bei Amazon. Dazu dann direkt eine Parallelport Relaiskarte die man direkt an das "Net IO" Board anstecken kann (Auch bei Pollin und über Amazon erhältlich) und da kann man dann direkt die meisten Programmieradapter einstecken. Auf dem "Net IO" ist ein "ATmega 32" mit allem was der zum laufen braucht und sogar eine Ethernetschnittstelle und eine RS232 Schnittstelle. Mit der RS232 kannst Du dann Meldungen zum debuggen ausgeben oder Sachen mit einem Terminal (Hyperterm von Windows) bequem steuern, der µC erhält so eine Textkonsole. So kann man gerade als Anfänger genauer sehen was da passiert in dem man gezielt Rückmeldungen zum Programmablauf einbaut. Dazu gibt es auch ein Erweiterungsboard (auch von Pollin, auch erhältlich über Amazon) in das man LCD Textdisplays und SD-Karten einstecken kann. AUch Taster sind da dran. Somit hast Du alles an Hardware um Deine Projekte drauf anzufangen. Die Hardware kannst Du dann in Teilen nachbauen für das fertige Projekt.

Um mit wenig Hardwareaufwand eine sehr gute Uhr zu bauen brauchst Du einen Atiny, ein Text Display, ein paar Taster (oder noch besser einen Drehencoder) und ein 5V Steckernetzteil. Die Zahlen stellst Du auf dem LC Display dar, das macht das viel schöner und Stromsparender als das LED Anzeigen je könnten. Schicke 2x20 Zeilendisplays mit Hintergrundbeleuchtung kriegst Du für wenige Euro bei Amazon, bei Conrad kosten die ein Vermögen! Ich habe mir so einen schönen Küchentimer gebaut, die Zahlen stelle ich mit den 8 Custom Zeichen des Displays als "Riesenzeichen" auf dem Display dar. Da kann ich Dir hefen das umzusetzen. Die Zahlen sind auch mit sehr großem Abstand noch gut lesbar und sehen ziemlich gut aus - auf jeden Fall besser als LED Anzeigen und vor allem Stromsparender.

Vergessen:

Natürlich kannst Du auch eine Binäruhr auf einem LCD Textdisplay laufen lassen. Du kannst ja schließlich "010011101" drauf schreiben lassen oder die ASCII-Zeichen für Leerzeichen (nichts) und 255 (schwarzer Kasten) als einsen und Nullen benutzen.

Und Du kannst das umschaltbar machen, sogar eine umgangssprachliche Uhr "Es ist halb Fünf" ist möglich!

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@Commodore64

Wenn Du mir eine PN mit Deiner Emailadresse schickst, sende ich Dir ein Video wie die "Riesenzeichen" auf so einem Display aussehen. Ich habe nicht nur Ziffern sondern alle wichtigen ASCII Zeichen umgesett, die Umrechnungstabellen kann ich Dir ebenfalls mailen. Aber selber machen ist schöner, Du siehst ja im Video wie sich die Zeichen zusammen setzen.

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@Commodore64

Das ist ja mal eine Ordentliche Antwort! Vielleicht hätte ich mich ein wenig klarer ausdrücken sollen.. Ich möchte soweit überhaupt gar kein Display nutzen! Ich wollte lediglich 20 LEDs ansteuern und darüber die Uhrzeit anzeigen! Ungefähr so http://www.pmr-funkgeraete.de/images/product_images/popup_images/30052_1966_0.jpg

Die Programmierung ist kein Problem, das ganze zu bauen auch nicht wirklich. Bei mir harpert es nur an den Bauteilen! Ich weiß das ich einen Mikroprozessor brauche, hab aber keine Ahnung was für einen.. Zwei Taster um die Uhr zu stellen 20 LEDs und die dazugehörigen Vorwiderstände. Und das wars dann auch schon.. Keine ahnung was ich noch brauche ;( Wenn mir das jemand verraten könnte und unter Umständen sagen könnte warum ich was brauche wäre mir absolut geholfen!

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@Inv151673

Wie gesagt, bei den ATMegas kriegst Du alles für Umsonst was Du zum Programmieren brauchst, das Programmiergerät kostet auch nur eine Kleinigkeit. Der Compiler ist ziemlich gut und vor allem Kostenlos.

Bei PIC mußt Du €50 ausgeben für Brenner und Programmierumgebung und der Compiler ist Müll. Ein besserer Compiler kostet dann schon direkt €500, ist dafür aber dann extrem gut.

Ein ATmega32 kriegst Du für etwas unter €10 wenn DU den "in der Apotheke" kaufst, der hat stolze 32 Portpins, bleiben also noch 12 übrig für Bedientasten. Da brauchst Du kein Multiplexen und kannst wenn Du alles in low-current ausführst alle 20 LEDs direkt per Vorwiderstand dran anschließen.

Da der ATmega auch Pullups intern drin hat, kannst Du auch direkt ohne alles Taster anschließen. Damit brauchst Du nur einen QUarzoszillator als "Antrieb", Deine LEDs, die dazu notwendigen Vorwiderstände (für 5V), Taster und Pfostenstecker für den Brenner. Der Brenner liefert auf Wunsch 5V direkt aus dem USB Port des PC, ansonsten brauchst Du ein 5V geregeltes Steckernetzteil oder einen LM7805 (+ 1µF + 10µF + 2200µF + ggf einen Gleichrichter + Kleinspannungsbuchse) um irgendein Steckernetzteil nutzen zu können.

Im Copyshop lässt Du Dir das Datenblatt zum ATmega32 ausdrucken und binden, da mußt Du sehr viel drin herumwühlen und Dir Sachen markieren damit Du weißt welches Bit in welchem Register Du wann setzen musst um "das-und-das" zu machen.

Und damit Du weißt wie Du das Projekt angehst, empfehle ich Dir dieses Buch:

http://www.amazon.de/gp/product/3645650601/ref=oh_details_o00_s00_i00?ie=UTF8&psc=1

Es ist ehrlich gesagt kein gutes Buch, enthält aber alle Infos die Du zum Einstieg brauchst. Zumindest weist es Dich in die richtige Richtung da es nicht wirklich einen guten Einstieg bietet. Dafür ist es sehr billig und zeigt Dir was Du später nach erfolgreichem Einstieg alles machen kannst. Was in dem Buch richtig gut drin erklärt wird ist wie der ATMega arbeitet und wie die "Fuses" funktionieren, da tut man sich als Einsteiger richtig schwer. ANsonsten ist das Buch sehr lückenhaft, zeigt aber bei genauem nachdenken was Du dann selber im Internet rauskriegen musst.

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@Commodore64

Ich empfehle den ganzen Controller direkt mit einem 16.384MHz Quarz anzutreiben, das wird um einiges genauer als ein 32.768kHz Quarz mit dem Timer2 im asynchronem Modus, da der Temperaturkoeffizient kleiner ist. Ansonsten nur darauf achten, dass der Strom nicht den Port kocht.

Einfache aber gut funktionierende AVR Brenner (und die AVRs auch) bekommt man bei guloshop.de, ich habe dort nur gute Erfahrungen machen können.

Von der Netzfrequenz rate ich anfangs erst mal ab. Denn da ist so viel "Müll" mit drinn, dass es schwer ist, die 50Hz raus zu filtern.

Ich bin übrigens sehr an der ASCII Tabelle interessiert. Ich sende mal eine PN...

Edgar

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Mikrocontroller, vielleicht ein LM7805 wenn du keine 5V Quelle hast, evt. 100nF (Keramik) Abblockkondensatoren, LEDs mit entsprechenden Vorwiderständen (paar hundert Ohm), Programiergerät

Das wirst du aber auch nicht in einer Stadt so schnell bekomme, diese Läden wurden vonm Internet Einkauf verdrängt.

Edgar

Edit: Es scheint nach Antworten der anderen Frage doch solch einen Laden in Oldenburg zu finden.

Bei der Fachzeitschrift "Elektor" kommen regelmässig solche Projekte !

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