Bin ich zu extrem gläubig?

16 Antworten

Hallo filfe34,

im Sinne der Bibel gibt es kein "extrem gläubig". Für jemanden, der Gott wirklich liebt kommt es u.a. darauf an, dass er seine Gesetze kennt und sich daran hält. Wenn man es nicht tut, dann ist man eben gem. der Bibel ein "Ungläubiger", selbst wenn man vorgibt an Gott zu glauben.

Nun zu Deiner Frage, ob es Gott gut findet, wenn man sich selbst befriedigt. Zunächst einmal muss man sagen, dass die Bibel nicht direkt auf das Thema "Masturbation" bzw. "Selbstbefriedigung" eingeht. Dennoch gibt es einige grundsätzliche Aussagen, aus denen sich ableiten lässt, wie Gott dazu eingestellt ist.

Grundsätzlich vertritt die Bibel keine prüde Einstellung bzgl. der Sexualität des Menschen. An mehreren Stellen spricht sie davon, dass Sexualität innerhalb gewisser Grenzen etwas sehr Schönes sein kann (siehe z.B. Sprüche 5:18-20). Sie zeigt aber auch, dass ein Christ nicht in erster Linie auf die Befriedigung seiner eigenen sexuellen Bedürfnisse bedacht sein sollte, sondern die Bedürfnisse des Partners im Vordergrund stehen sollten (siehe 1. Korinther 7:3,4).

An anderer Stelle spricht die Bibel davon, dass ein sexuelles Verlangen nicht ungezügelt ausgelebt werden sollte und selbst innerhalb der Ehe ein bestimmtes Maß an Selbstbeherrschung geübt werden sollte. So heißt es beispielsweise in Kolosser 3:5: " Ertötet daher die Glieder eures Leibes, die auf der Erde sind, in bezug auf Hurerei, Unreinheit, sexuelle Gelüste, schädliche Begierde und Habsucht, die Götzendienst ist."

Denkst Du nicht auch, dass durch Masturbation "sexuelle Gelüste" nicht eher angeregt werden? Was aber sollte daran falsch sein, magst Du fragen? Nun, jemand, der sich z.B. vor der Ehe rein erhalten möchte, könnte sich dadurch in große Schwierigkeiten bringen. Es würde ihm sicher noch schwerer fallen, sexuell enthaltsam zu leben. Durch immer wiederkehrendes Masturbieren könnte es schließlich geschehen, dass er sich auf voreheliche Beziehungen einlässt und damit ein wichtiges Gebot übertritt.

Es stimmt zwar, dass Sexualität ein Geschenk Gottes ist. Doch Gott möchte auch, dass wir mit diesem Geschenk so umgehen, dass wir damit weder uns selbst noch anderen einen Schaden zufügen. Was geschieht aber bei der Masturbation? Fördert sie die Beachtung göttlicher Grundsätze über den Gebrauch der Sexualität oder behindert sie diese? Ist es nicht eher so, dass Selbstbefriedigung ichbezogenes Denken fördert, weil es ausschließlich auf die eigenen körperlichen Empfindungen fixiert ist? Und setzt man sich dadurch nicht viel eher den Gefahr aus, in Frauen bzw. Männern nur ein Sexualobjekt zu sehen, das dazu da ist, die eigenen Wünsche zu befriedigen? Würde das nicht einer glücklichen Beziehung eher im Wege stehen?

Jesus Christus prägte einmal einen für das Zusammenleben sehr wichtigen Grundsatz, der da lautet: '"Beglückender ist Geben als Empfangen" (Apostelgeschichte 20:35). Dieser Rat lässt sich auch und vor allem auf die Ehe anwenden. Man könnte sich nun fragen: Fördert Masturbation nicht vielmehr des Geist des Nehmens als den Geist des Gebens? Außerdem könnte man sich fragen, wie es sich wohl auf die Ehe auswirkt, wenn man es nicht gelernt hat, eigene Wünsche und Begierden im Zaum zu halten? Denn auch in der Ehe kann man seine sexuellen Wünsche nicht ungehemmt ausleben. Vor allem bei einer Frau gibt es Zeiten, in denen ihr z.B. aufgrund ihres Monatszyklus einfach nicht danach ist, Geschlechtsverkehr zu haben. In dieser Zeit ist die Selbstbeherrschung des Mannes gefragt.

Wie sollte außerdem, jemand, der masturbiert, den Grundsatz der Bibel beachten, der in folgendem Rat zum Ausdruck kommt: "Gott will, dass ihr ein geheiligtes Leben führt. ´Dazu gehört,` dass ihr euch von aller sexuellen Sünde fern haltet.   Jeder von euch muss lernen, Herr über seine Triebe zu sein, denn euer Leben gehört Gott, und die Menschen sollen Achtung vor euch haben. Lasst euch nicht von Begierden und Leidenschaften beherrschen wie die Menschen, die Gott nicht kennen (1. Thessalonicher 4:3-5 ,Neue Genfer Übersetzung).

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Die Bibel spricht sich nicht grundsätzlich gegen die Befriedigung des sexuellen Verlangens aus. Schließlich ist die Sexualität ein Geschenk Gottes. Allerdings möchte er, dass wir mit diesem Geschenk richtig umgehen, damit wir dauerhaft Freude daran haben können. Selbstbefriedigung ist jedoch nicht dazu geeignet, dass wir im richtigen Rahmen von diesem Geschenk Gebrauch machen. Gott hat die Sexualität mit der Liebe zu einem Partner verbunden. Bei der Selbstbefriedigung wird die Sexualität von der Liebe gelöst, und wird somit zur reinen Triebbefriedigung und zum Ventil für sexuelle Spannungen. Das fördert, wie bereits gesagt, eine ichbezogene Einstellung und trägt weder zum eigenen, noch zum Glück einer späteren bzw. gegenwärtigen Beziehung oder Ehe bei.

LG Philipp

Hallo

ich finde es gut, wenn man versucht, Ordnung in sein Leben rein zu bringen. So ganz allgemein. Warum also nicht auch Ordnung in meine Beziehungen hinein bringen?

Mit meiner Beziehung zu Gott sehe ich das manchmal so: da Gott selbst in sich schon Beziehung ist, (vielleicht könnte man sagen: er ist in sich angefüllt mit Liebesbeziehung), habe ich die Chance, mich in diese laufende Beziehung ein zu nisten, wie ein kleines Kind, dem es gut tut, sich zwischen Eltern wieder zu finden, die sich lieben und gut zu einander sind. So gesehen, ist jede Beziehung zwischen Gott und 1 Mensch immer an sich schon einmalig und einzigartig; von daher fällt es mir schwer, hier von "Normalität" zu sprechen. Das geht durch Höhen und Tiegfenund ist jeden Tag neu und lebendig.

es ist erst mal wichtig zu wissen, was "extrem gläubig" bedeuten soll: was stört dich an dir selber oder was kritisieren andere in bezug auf deinen glauben, wo du auch veränderungsbedarf siehst?

ob gott selbstbefriedigung und fetisch gut findet, weiß keiner.

es können aber sehr viele gläubige selbstbefriedigung und fetisch im einklang mit ihrem glauben sehen.

was einen anderen nicht verletzt oder in seinen rechten beschneidet, ist erlaubt.

Bist du gläubig?

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