Bin ich ohne einen schriftlichen Vertrag verpflichtet zu kündigen, es wurden keine direkten Vereinbarungen abgeschlossen, was nun?

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5 Antworten

Deine Bekannte hat einen Arbeitsvertrag, auch mündliche Arbeitsverträge sind rechtlich wirksam.

Es gibt zwar das Nachweisgesetz nachdem der AG spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dem AN auszuhändigen hat aber auch ohne schriftlichen Arbeitsvertrag ist ein Arbeitsverhältnis zustande gekommen, wenn der AN im Betrieb arbeitet.

Da kein Arbeitsvertrag mit einer Probezeitregelung vorhanden ist, gibt es auch keine in der Probezeit verkürzte Kündigungsfrist. Die Kündigungsfrist richtet sich daher entweder nach einem anwendbaren Tarifvertrag oder nach den gesetzlichen Regelungen des § 622 Abs. 1 BGB. Hier beträgt die Kündigungsfrist vier Wochen zum 15. oder Ende eines Monats.

Deine Bekannte geht arbeiten, also hat sie einen Vertrag. Nirgends ist geregelt, dass Arbeitsverträge schriftlich abgeschlossen werden müssen, also sind auch mündliche Verträge wirksam.

Für alles, was nicht nachweisbar geregelt ist, gelten die gesetzlichen Bestimmungen, also auch für die Kündigungsfrist. Falls es einen Tarifvertrag gibt, gilt die dort festgehaltene Kündigungsfrist, ansonsten gilt § 622 Abs. 1 BGB: vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende.

sie arbeitet dort mit 8 Stunden, das kann sie auch nachweisen, das kann durchaus ein mündlicher Arbeitsvertrag sein. Auch wenn Sie nur Aushilfe von ca. 3 machen sollte. Es hat dem keiner widersprochen. 

Um da rauszukommen, schätze es besteht eine Probezeit, davon kann in einem regulären Arbeitsvertrag auch ausgehen, 14 Tage Kündigungsfrist. Machbar an jedem Arbeitstag.

BATES 15.08.2016, 01:24

Wie hält man sich denn an einen mündlichen Arbeitsvertrag? Wenn die zwei, wie Unbekannte07 schon sagt, sich untereinander abgesprochen haben und sonst niemand was davon mitbekommen hat, dann hat man doch sogesehen keine Pflichten oder etwa doch?

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DarthMario72 15.08.2016, 11:49

davon kann in einem regulären Arbeitsvertrag auch ausgehen

Nein, kann man nicht. Eine Probezeit muss ausdrücklich vereinbart werden. Sonst gibt es keine.

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peterobm 15.08.2016, 13:13
@DarthMario72

der Vertrag kann noch innerhalb einer 4-Wochenfrist nachgereicht werden, mit Probezeit etc.

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DarthMario72 15.08.2016, 16:33
@peterobm

Du beziehst dich vermutlich auf das Nachweisgesetz? Das hat nichts damit zu tun, dass eine Arbeitsvertrag grundsätzlich auch mündlich oder sogar durch konkludentes Handeln wirksam zustande kommt. Und eine Probezeit - auch wenn ich mich jetzt wiederhole - muss ausdrücklich vereinbart werden, sonst gibt es keine.

Das Nachweisgesetz ist für den Popo, denn es gibt keine Sanktionen für den AG, wenn er die "wesentlichen Vertragsbedingungen" nicht innerhalb von einem Monat schriftlich niederlegt, unterzeichnet und dem AN aushändigt.

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Arbeitsvertrag geht auch mündlich.14 Tage Kündigungsfrist taggenau. Also ich kündige heute und bin noch bis 30.8. Dort beschäftigz, da der heutige Tag nocht mitzählt.

Sie hat nun einen festen Arbeitsvertrag! Gesetzliche Kündigung immer 2 Wochen vor Monatsende!

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