bin ich nicht richtig im Kopf?

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4 Antworten

...das ist der Grund, aus dem ich mich ungerne mit psychischen Störungen beschäftige: Medizinstudentensyndrom – Wenn die die Symptomatiken lernen, stellen sie an sich auch allerhand Krankheiten fest. Jedenfalls geht so ein allgemeiner Witz über sie. Womit ich jetzt nicht gesagt haben will, dass Dein Anliegen lächerlich wäre, aber bevor Du irgendetwas lostritst: Tu Dir den Gefallen und reg Dich erstmal ab (falls Du etwas hast, wird Dir Aufregung nicht helfen, falls Du nichts hast, wäre Aufregung ohnehin vertane Kraft).

Und im nächsten Schritt würde ich sagen: Rescherchiere weiter. Für Dinge, die einem an sich selbst auffallen gibt es grundsätzlich eine ganze Menge möglicher Ursachen, und die meisten davon sind harmlos. ZB die Mimik: Damit sparsam umzugehen heißt erstmal nur, dass man damit sparsam umgeht. Vielleicht ist man einfach nur so drauf, dass man sich seinen Gemütszustand ohne Not nicht einfach so auf die Stirn stempelt, vielleicht hatte man zu wenig Gelegenheit zum "üben", weil man eher weniger mit Menschen zu tun hat, vielleicht ist man introvertiert und konzentriert sich so sehr auf Gedanken, dass Gefühlsausdruck gar keine Ressourcen zugeteilt bekommt. Drei Möglichkeiten (mit jeweils relativ hoher Wahrscheinlichkeit), die vollständig ohne die Annahme einer tatsächlichen emotionalen Störung auskommen. Gefühle auszudrücken und Gefühle tatsächlich zu erleben, sind zwei vollkommen verschiedene Angelegenheiten. Gehen wir den Zweig der Emotionslosigkeit weiter, dann ist das in erster Linie ein Symptom (und keine ganze Krankheit), die u.a. bei Depression (Motivationslosigkeit), Psychopathie (Unfähigkeit zu Gefühlen), Soziopathie (fehlendes Mitgefühl), Borderlinestörung (Gefühl innerer Leere, fehlendes Selbstverhältnis und fehlendes Selbst) oder einem repressiven Selbstschutz (Unterdrückungs des Gefühlserlebens oder Unterdrückung des Gefühlsausdrucks) vorkommt. Wichtig für die Einschätzung sind weitere Symptome (bei denen man bei sich selbst immer extragenau hinschauen muss, ob sie tatsächlich da sind, oder man sich gerade "hineinsteigert", weil man eben davon gelesen hat) – und die Epidemiologie, d.h. die Verbreitung der jeweiligen Störung innerhalb einer Bevölkerung/ "Population" (die man auch als Maß für die Wahrscheinlichkeit nehmen kann). Allen Nichtmedizinern, die sich damit beschäftigen, würde ich zudem dazu raten, für sich von derjenigen Annahme auszugehen, die maximale Harmlosigkeit mit Maximaler Erklärungsklraft verbindet (ich bin zB introvertiert und Pessimist – und eben nicht depressiv oder sonstwas. Hat auch nur 10 Jahre gedauert, das herauszufinden.)

Vom Schlafstörung würde ich auch nicht unbedingt ausgehen, solange Du zuverlässig ab 0100h einschlafen kannst (sondern eher von einem leicht verschobenen Eigenrhythmus; den man auch wieder vorverschieben kann). Und Videospiele...wenn Du auch mal eine Woche ohne kannst, ohne Entzugserscheinungen zu bekommen, sollte damit ebenfalls alles in Ordnung sein. Interessiert Dich halt, macht Spaß, und manchmal ist man eben zu geschafft oder einfallslos für was anderes.

Nachdem ich jetzt Ewigkeiten mit Abwiegeln beschäftigt war (und für Dich hoffe, dass davon eher was zutrifft, als von Deinen Befürchtungen), ist noch zu sagen, dass man sich natürlich immer untersuchen lassen kann, einfach nur um auf Nummer Sicher zu gehen, insbesondere, wenn man wirklich unter etwas leidet. Allgemeinmediziner kommen mir dafür besser geeignet vor, als die Spezialisten (irgendwie scheint es mir so, dass Psychiater einem eher nach dem Munde reden, statt Alternativen zu untersuchen (und sei es nur, um sie auszuschließen)).

Noch was?...Ach ja: Wer sich für gesund hält, wurde nur noch nicht gründlich genug untersucht. Absolut jeder hat irgendwelche Auffälligkeiten, sei es am Körper, an der Seele oder sonstwo. Einfach, weil es außerhalb von Laboratorien keine völlig ungestörten Entwicklungen geben kann. Wir treffen auf Dinge und passen uns an sie an, um zurecht zu kommen. Von Krankheit würde ich erst dann sprechen, wenn diese Anpassungen mehr Probleme machen als lösen.

Alles Gute wünscht

Nemo

omewo 09.04.2015, 06:33

Also ich wurde von der sozialarbeiterin meiner schule zu einem psychater gebracht da sie die sachen die ich ihr erzählte leicht beängstigend fand und er hat gesagt ich habe eine schizoide persönlichkeitsstörung und muss deshalb heute zur beobachtung für ca 3 wochen in irgendeine klinik aber trotzdem danke für die antwort


Achso die sachen die sie beängstigend fand waren gewaltfantasien und ähnliches (selbstverletzung) aber dazu hat der psychater am ende nichts mehr gesagt

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Mit 14 ist alles noch offen, Du bist mitten in der Pubertät! Da kommt einem vieles etwas komisch vor. Stelle Dich vor den Spiegel und versuche Dein Lächeln zu üben, mache mehr Sport und dann kannst Du auch besser schlafen. Versuche Deine Freunde zu überreden mehr mit Dir zu unternehmen (könnte mir vorstellen die sitzen auch lieber am PC) und versuche positiv zu denken. Solltest Du dich nicht besser fühlen rede mit Deinen Eltern oder Großeltern.

psyhater is übertrieben wenn du zufrieden damit bist wieso solltest du was ändern ? ich sitze auch nur daheim vor dem pc und bin 19 das mit der mimik schlafstörung usw habe ich auch ( das mit der schlafstörung ändert sich sobald du arbeiten musst da bist du froh wenn du recht früh ins bett kannst ;D ) wenn du was mit freunden unternehmen willst musst du nur was finden worauf du mega bock hasst auch wenns nur ne lan party is ^^ ist bei mir nicht anderst :D wenn meine leute mich fragen ob ich mitkomme ein wochenende an den see oder sowas bin ich der erste der da ist ^^ also kopf hoch abwarten

Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt

Bis Du einen Termin beim Psychiater bekommst, dauert es bestenfalls "nur" Wochen

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