Bin ich nach 8 Jahren noch verpflichtet ein Zeugnis auszustellen?

...komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt, gemäß §195 BGB, 3 Jahre.

Sie sind damit, rechtlich gesehen, nicht mehr verpflichtet Ihrer ehemaligen Mitarbeiterin ein Zeugnis auszustellen.

Auch wenn sich Ihre ehemalige Mitarbeiterin sehr viel Zeit gelassen hat, sollten Sie ihr ein einfaches Arbeitszeugnis ausstellen.

Im einfachen Zeugnis müssen Sie nur Art und Dauer der Tätigkeit, der ehemaligen Mitarbeiterin, angeben.

Auch wenn die ehemalige Mitarbeiterin es vielleicht nicht verdient hat, Sie helfen ihr damit eine Lücke im Lebenslauf zu schließen und Sie beweisen damit dass Sie "moralisch" über den Dingen stehen.

Peter Kleinsorge

Ich werde ihr eins ausstellen. Sie hatte mich nur etwas unter Druck gesetzt, das ich dazu verpflichtet wäre.

0
@frastaft

Ich finde es prima, dass Sie sich dafür entschieden haben, Ihrer ehemaligen Mitarbeiterin ein (einfaches) Zeugnis auszustellen.

Danke für das Sternchen!

LG Peter Kleinsorge

0

Die Dame hat Anrecht auf ein Zeugnis! Es wirft ein schlechtes Bild auf die unternehmensinternen Abläufe, wenn ein solches nicht "automatisch" erstellt wird.

Allerdings bezieht sich dieses Anrecht "nur" auf Dauer und Art der Tätigkeit. Alles weitere, Stichwort "qualifiziertes Zeugnis", liegt im Ermessen des AG -wobei ein AN auch auf ein solches gerichtlich hinwirken kann.

Nach 8 Jahren damit um die Ecke zu kommen, ist schon merkwürdig.

ggf. mal hier informieren http://www.hensche.de/RechtsanwaltArbeitsrechtHandbuch_Zeugnis.html

Das ist im Arbeitsrecht verankert. Und ein Arbeitszeugnis muss ja nicht nur positive Eigenschaften beinhalten, sondern die Eigenart und den Arbeitswillen des betreffenden Mitarbeiters wiedergeben. Als Arbeitgeber musst du wissen, welche Formulierungen da Usus sind, damit der neue Arbeitgeber das Arbeitszeugnis auch richtig definieren kann.

Ich hätte mich auf die lange Zeit berufen und das ich dadurch nicht mehr mit gutem Gewissen urteilen kann und um Mißverständnisse auszuschließen oder falsche Angaben bzw falsch zu Urteilen würde ich das ablehnen .....

Nein, der Anspruch auf ein Zeugnis verjährt nach der gesetzlichen Verjährungsfrist von 3 Jahren (nach Ende des Jahres, in dem das Arbeitsverhältnis endete).

Ich frage mich nur, warum damals kein Zeugnis ausgestellt wurde...

Hallo.Also das sollte eigendlich selbstverständlich sein-:)das der Arbeitnehmer sein Arbeitszeugnis anfordern kann.In der einmaliegen Sache würde ich einfach eines ausstellen.Mfg

Nein. Ein AG muss überhaupt erst bei Anforderung des AN eines ausstellen. Aber nach 8 Jahren nicht mehr.

Auf der anderen Seite, ist das für den Menschen, der das Zeugnis will, sicher sehr wichtig und du würdest ihm bestimmt sehr helfen. Für den hängt ja das ganze berufliche Leben davon ab. Ich würde dann eben was ganz allgemeines schreiben.

Das ist so nur dann richtig, wenn der AN ein qualifiziertes Zeugnis anfordert!

0
@yggde

Ja. Nur meint man mit Zeugnis ja idR ein qualifiziertes. Und ohne Zeugnis, d.h. mit ner riesen Lücke im Lebenslauf, bekommt die ANin nur noch sehr sehr schwer nen neuen Job.

Also soll sich der AG einen Ruck geben und halt ein qualifiziertes Zeugnis schreiben.

0

nein, bist du nicht:

"Wie lange besteht mein Anspruch auf ein Zeugnis nach meinem Ausscheiden? Gibt es hierfür bestimmte Fristen, die ich wahren muss? nach oben Zeugnisansprüche unterliegen der allgemeinen Verjährung, welche, gem. §195 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), drei Jahre beträgt. Es können jedoch tarifvertraglich oder einzelvertraglich andere Fristen gelten.

Voraussetzung für das Ausstellen eines Zeugnisses ist, dass der Arbeitgeber dies überhaupt noch tun kann. Dazu muss er sich noch an die Leistungen des Beschäftigten erinnern können oder es müssen zumindest noch Unterlagen existieren, aus denen entsprechendes zu entnehmen ist. Daher nimmt man an, dass der Anspruch verwirkt wird, wenn man ihn längere Zeit nicht geltend macht.

Es ist empfehlenswert, den Anspruch auf ein Arbeitszeugnis möglichst schnell geltend zu machen." (quelle zeugnis-center)

Auf der anderen Seite sucht die ehem. ANin sicher gerade verzweifelt nen Job und es wäre nett, trotzdem ein (halbwegs gutes) Zeugnis auszustellen. Für den AG ist das nicht viel Arbeit, für den AN hängt aber die ganze Zukunft davon ab.

0
@suki11

klar, das sehe ich auch so. aber das war nicht die frage.

0

Nein nach 8 jahren bist du nicht mehr verpflichtet einen Zeugnis auszustellen.

Mein Tip:Stelle ihr ein tolles Zeugnis aus und sage zu ihr:Schlechter habe ich es nicht hinbekommen.

Klingt orginell, ist aber nicht gut. Man merkt, dass Ihr Rat aus dem Bauch heraus kommt - arbeitsrechtlich gehen Sie damit an der Sache vorbei.

Das Arbeitszeugnis ist, bei allem verständigen Wohlwollen, der Wahrheit verpflichtet.

Peter Kleinsorge

0

Was möchtest Du wissen?