bin ich meinen Eltern gegenüber verpflichtet?

8 Antworten

Auch versteht die Mutter, die seit der Wende nicht mehr arbeitet, nicht, dass man selbst einen verantwortungsvollen Job hat und nicht mal eben alles hinschmeißen kann

Das passiert, wenn Menschen erst einmal "aus dem Raster gefallen" sind. Dazu noch Leben im "tiefsten Osten" - Wende nie wirklich mitgemacht. Aber ihr beschauliches Leben sieht sie als "für jeden normal" an. Sie kann die reale Situation ihres Kindes also gar nicht mehr nachvollziehen. 

Nimm aus der Sache mal alle Emotionen heraus, und betrachte die Lage ganz realistisch:

Einerseits soll man seinen Eltern im Alter zur Seite stehen. Andererseits hat der Sohn im "fernsten Osten" wohl keine eigene Zukunftsperspektive. Deshalb   kann er nun nicht in die Provinz zurück, nur damit Mama und Papa happy sind. Dem Sohn die Zukunft zu vermasseln, weil man partout hinter dem Mond leben will, dazu haben keine Eltern der Welt das Recht.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten. Die Eltern finden sich damit ab, dass sie in ihrem Kuhdorf oft und lange allein gelassen werden, irgendwo dort in ein Pflegeheim gehen, oder sie ziehen näher zum Sohn, um von ihm öfter auch für Kurzvisiten besucht werden zu können. Das eine was man will, das andere, was man muss. 

Du solltest ihnen die beiden Möglichkeiten aufzeigen, und die müssen sie so akzeptieren. Hilfe von deiner Seite - so weit möglich gerne und jeder Zeit - Job aufgeben, und umziehen, steht für dich aber nicht zur Debatte. Punkt. Mach reinen Tisch - entweder so, oder gar nicht. 

Lass nicht zu, dass Emotionen die Vernunft beiseite Schieben, sonst ruinierst du dich. Wenn Eltern zur Arbeit gehen, müssen ihre Kinder doch auch in den Kindergarten, oder sonst was. Für das Kind gibt es dann auch keine Option. Deine Eltern müssen sich nur entscheiden, wo der Kindergarten (Betreutes Wohnen/Pflegeheim...) liegen soll, in den sie gehen, und mehr nicht. 

Habe ähnliche Situation. Eltern Berlin, ich Nürnberg. Vater hatte Schlaganfall etc.

Ich hab spontan ne Woche Urlaub genommen und bin hin. Ansonsten hätt ich auch krank gefeiert, nen Arzt der mir ne Irgendwaseritis bescheinigt hätt ich sicher auch noch gefunden.

Ich hab dann in der Woche mit Hilfe meiner Mutter nen Pflegedienst organisiert, der täglich nach dem Rechten schaut. Ich meine man muss ja nicht sein Leben lang da bleiben, aber so lang Hilfe nötig ist und es für einen auch möglich ist, sollte man schon helfen.

Nach einem Schlaganfall sollte man schon bereit sein, mal bei seinen Eltern vorbeizuschauen.

Allerdings können sie nicht verlangen , das du dein Leben aufgibst.

Hier bleibt auf dauer nur das deine Eltern eine Pflege beantragen und eventuell in ein betreutes Wohnen ziehen, hierbei kannst du versuchen sie zu unterstützen und zu beraten. Möglichst aber ohne Druck auszuüben. 

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