Bin ich keine richtige Christin, wenn ich die Bibel nicht lese?

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8 Antworten

Hallo Mimosenbaum,

vielen ergeht es ähnlich wie Dir. Um den Wert der Bibel richtig zu erkennen und sie zu verstehen, braucht man eine gewisse Anleitung. Es ist so ähnlich, als ginge man ohne einen Fremdenführer durch eine historische Stadt. Man kann zwar auch ohne ihn alles sehen, doch fehlen einem meistens bestimmte Hintergrundinformationen, um die geschichtliche Bedeutung vieler Bauwerke zu verstehen und sich vorzustellen, wie die Menschen in früherer Zeit dort gelebt haben. Durch die Erzählungen des Fremdenführers ersteht die alte Stadt sozusagen zu neuem Leben und vor dem geistigen Augen entstehen Bilder, die einen in die frühere Zeit versetzen. Plötzlich ist der Gang durch die Stadt alles andere als langweilig.

So ähnlich ist es auch beim Lesen der Bibel. Man braucht jemanden, der einem Zusammenhänge zeigt und Hintergrundinformationen gibt. Es gibt in der Bibel das Beispiel von jemandem, dem es ähnlich erging wie Dir. Es war zur Zeit der ersten Christen, als ein Schatzmeister aus Äthiopien, der den jüdischen Glauben angenommen hatte, sich von Jerusalem auf der Heimreise befand und, auf seinem Wagen sitzend, in dem Bibelbuch Jesaja las. Um diesem Mann zu helfen, sandte Gott den Jünger Philippus zu ihm. Was dann geschah, zeigt der weitere Bericht in der Apostelgeschichte: ""Da sagte der Geist zu Philịppus: „Tritt hinzu, und schließ dich diesem Wagen an.“   Philịppus lief nebenher und hörte ihn laut den Propheten Jesaja lesen, und er sprach: „Verstehst du wirklich, was du liest?“  Er sagte: „Wie könnte ich es denn je, wenn mich nicht jemand anleitet?“ Und er bat Philịppus inständig, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen" (Apostelgeschichte 8:29-31).
Wie der Bericht weiter zeigt, erklärte Philippus diesem Mann den nicht verstandenen Schrifttext genau, so dass dieser sich schließlich sogar bewogen fühlte, sich als Christ taufen zu lassen. Du siehst also, dass man unter Anleitung vieles in der Bibel mit ganz anderen Augen betrachtet.

Denke auch daran, dass die Bibel nicht irgendein religiöses Buch ist, sondern das geschriebene Wort Gottes! Sie ist eigentlich wie ein langer Brief von Gott an uns Menschen. Natürlich ist die Form dieses "Briefes" eine ganz andere als bei einem normalen Brief. Gott gebrauchte über 40 Schreiber über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren, um dieses Buch zu verfassen. Gott wachte über das, was sie schrieben, damit es nicht ein menschliches, sondern ein göttliches Werk werden konnte. Warum kann man das sagen?

Nun beachte einmal eine Aussage, die die Bibel darüber macht, wie sie zustande gekommen ist:
"Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in [der] Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk" (2. Timotheus 3:16, 17).

Wie hieß es am Anfang dieses Textes? Die Schrift sei "von Gott inspiriert". Was heißt das? Das heißt, dass Gott beim Verfassen der Texte der Bibel Einfluss genommen hat. Einiges von dem, was die Bibelschreiber niederschrieben, wurde ihnen direkt von Gott diktiert, bei den meisten Texten jedoch ließ Gott den Schreibern die Freiheit, eigene Gedanken und Empfindungen mit einfließen zu lassen und auch eigene Formulierungen zu verwenden.

Die Bibel trägt eine Vielzahl an Beweisen für die göttliche Urheberschaft, die ich an dieser Stelle nicht im einzelnen erwähnen möchte, da dies ja nicht Deine Frage ist. Sie ist keine Sammlung von Mythen, wie einige behaupten, sondern erweist sich bei näherem Hinsehen stets als zuverlässig und mit den Tatsachen in Übereinstimmung. Auch ist ihr Rat immer noch sehr zeitgemäß und von großem praktischen Wert. Ich möchte nur einmal drei biblische Aussagen herausgreifen, die diesen praktischen Wert sehr gut veranschaulichen:

"Ein gelassenes Herz ist das Leben des fleischlichen Organismus, Eifersucht aber ist Fäulnis für das Gebein" (Sprüche 14:30).

„Wer sich absondert, wird nach seinem eigenen selbstsüchtigen Verlangen trachten; gegen alle praktische Weisheit wird er losbrechen“ (Sprüche 18:1).

„Beglückender ist Geben als Empfangen“ (Apostelgeschichte 20:35).

Wer wollte bestreiten, dass innere Gelassenheit, Freundschaften und Freigebigkeit sehr zum Glück und zu einer guten Gesundheit beitragen? In einer medizinischen Fachzeitschrift stand einmal im Hinblick auf ein gelassenes Herz folgendes: „Männer, die leicht aus der Haut fahren, haben ein doppelt so hohes Schlaganfallrisiko wie Männer, die sich in der Gewalt haben.“

Auch in vielen anderen Lebensbereichen trägt der Rat der Bibel zu einem erfüllten und harmonischen Leben bei. Die Bibel ist allerdings weitaus mehr als ein guter Ratgeber im Hinblick auf unser praktisches Leben. Durch die Bibel offenbart sich Gott auf ganz besondere Weise; durch sie haben wir die Möglichkeit, seine Eigenschaften und seine Persönlichkeit kennenzulernen und sie hilft uns, ein enges, freundschaftliches und vertrautes Verhältnis zu ihm zu entwickeln. Außerdem erhalten wir auf die vielen Fragen des Lebens, wie z.B. "Warum sind wir hier?", "Was geschieht beim Tod?" oder "Was bringt die Zukunft?" zufriedenstellende Antworten. Auf diese Weise stillt die Bibel auch die "geistigen Bedürfnisse" eines Menschen. Um die Antworten auf diese und noch weitere Fragen zur Bibel zu verstehen, gibt es ein Buch mit dem Titel "Was lehrt die Bibel wirklich?" (Du kannst es googeln).

Zum Lesen der Bibel möchte ich Dir noch einen Tipp geben. Es ist nicht unbedingt von Vorteil, gleich die Bibel von vorn bis hinten durchlesen zu wollen. Das führt nämlich leicht dazu, irgendwann zu ermüden und aufzugeben. Du könntest z.B. zunächst die vier Evangelienberichte durchlesen, in denen das Leben und Wirken Jesu Christi nachgezeichnet sind. Daran schließt sich der Bericht aus Apostelgeschichte an, der zeigt, wie sich das frühe Christentum durch treue und fleißige Männer wie z.B. den Apostel Paulus u.a. ausgedehnt hat. Sehr zu Herzen gehend sind auch die Psalmen, die viele Gebete von treuen Dienern Gottes in bedrängter Lage enthalten. Ich denke auch an die Bücher Sprüche und Prediger, die eine große Zahl praktischer Lebensweisheiten anführen.
Wenn Du so vorgehst, dann wirst Du merken, dass das Lesen in der Bibel für Dich ein großer Gewinn ist. Vielleicht irgendwann später magst Du Dich dann an etwas schwierigere Bibelbücher heranwagen. Dann wirst Du auch die Bedeutung der Worte Jesu aus der Bergpredigt besser verstehen: "Glücklich sind die, die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst sind" (Matthäus 5:3).

LG Philipp

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Kommentar von Sturmwolke
24.04.2016, 19:36

Das Beispiel mit der historischen Stadt ist sehr treffend.

Danke und DH!

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Ich bin auf christliche Schulen gegangen aber halte mich nicht unbedingt für "gläubig".
Ich denke die Bibel ist für den Glauben an sich nicht existenziell. Sie ist ein Konglomerat von verschiedenen Leuten aus verschiedenen Zeiten mit verschiedenen Ansichten. Du solltest dich in deinem Glauben nicht von Papier und Druckerschwärze verunsichern (oder leiten) lassen.
Glaube kommt nicht zwischen den Seiten hergeschossen und stellt dir Testfragen. Glaube kommt von Dir. Wenn du mit der Bibel nicht zurechtkommst, dann lass sie liegen. Du scheinst ja schon Stellen gefunden zu haben, die dir gefallen und über die du nachdenken kannst. 
Mehr will dieses Buch auch nicht erreichen.

Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen   :-)

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Christ(in) ist, wer an Jesus glaubt und zu ihm betet (=mit ihm redet).

So jemand sollte wissen wollen, mit wem er/sie sich da einlässt. Wer Jesus ist, wie er ist, was er uns bietet und was er von uns will, das steht in der Bibel.

Also sollte eine echte Christin aus eigenem Antrieb in der Bibel lesen wollen.

Dass dir vieles - besonders im alten Testament - ausschweifend, langweilig und irrelevant vorkommt, kann ich aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Dein Eindruck ist auch in der Sache richtig. Stammbäume und Kriegszüge der Israeliten sind für uns Christen unwichtig.

Für uns Christen wichtig ist vorrangig das neue Testament. Dort steht insbesondere im Johannesevangelium und im Römerbrief dicht gedrängt das Wesentliche.

Also lies in der Bibel und konzentriere dich auf das neue Testament. Das wird dich "erleuchten" und Gott näher bringen.

Auch wenn du das Wesentliche bereits weißt, wirst du beim Lesen viele interessante Einzelheiten und Details entdecken.

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Ich will es mal so provokativ sagen: Du hast kaum eine Chance eine "richtige" Christin zu werden, wenn Du die Bibel NICHT liest und dafür gibt es gute Gründe...

Aber zunächst mal: Schwierigkeiten mit dem Verstehen der Bibel? Geschenkt, die kann man schon haben, wenn einem keiner in die Schuhe hilft. Keine Aktualität? Nun ja, die Bibel äußert sich zwar nicht zur Organspende, aber wie sollte sie auch? Dafür sind die Grundthesen der Bibel so aktuell wie sie immer waren - politisch, sozial anspruchsvoll, frisch im Denken. Aber die muß man auch erst mal finden... 

Gehen wir mal von Jesus aus. Wie willst Du ihn und seine Lehre verstehen, wenn Du nicht nachschaust, wo und wie er gelebt hat und warum er so gelebt hat? Jesus war kein Christ und kein Religionsstifter. Er war JUDE. Und aus diesem Glauben heraus hat er erklärt, was Gott von uns erwartet. Der Gott des Alten Testamentes ist der gleiche Gott, den Jesus verkündet. Wie willst Du das entdecken, wenn Du nicht nachliest, wie das wohl sein kann? 

Du findest die Bibel langweilig? Du findest Liebesgeschichten, Krimis, Abenteuerstories, Fantasy, Reiseberichte und Dramen darin. Wenn Du die richtige Brille aufsetzt, ist das alles andere als langweilig. 

Ich denke, Dir fehlt einfach der Überblick über ein riesiges und bedeutendes Stück Literatur, das vom Glauben erzählt. Lies doch einfach mal um die Bibel herum. Schau Dir an, wie die Zeit der Bibel war, wie die Menschen gelebt und gedacht haben, wie ihr Umgang miteinander war. Fang da an, wo es Dich interessiert: Archäologie, Politik, Erdkunde, Geschichte, Biologie (die Bibel erzählt auch ein paar nette Geschichten über Tiere *g*) - irgendwas gibt es doch bestimmt, was Dich interessiert. Gruß, q.

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Das Christsein ist m.M.  nach mehr geprägt von einer Zugehörigkeit, wie zu einer Familie. Gott ruft mich mit Namen, und freut sich, wenn ich mehr erfahren möchte von seiner Gemeinschaft, die zwischen Vater und Sohn besteht und immerzu "vibriert".

Manchmal helfen Bücher, die die biblische Botschaft von Gottes Vaterliebe erklären und in unsere heutige Welt transferieren.

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In der Bibel erfahren wir Gottes Willen und Plan für die Menschheit und unser Leben. Von daher ist es bestimmt sinnvoll, sich als Christ mit der Bibel zu beschäftigen.

Die Beröer prüften z. B. sehr vorbildlich alle Lehren und Prediger auf Richtigkeit anhand der Bibel: "Sie aber waren edler gesinnt als die in Thessalonich und nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf; und sie forschten täglich in der Schrift, ob es sich so verhalte" (Apostelgeschichte 17,11).

Was die Bibel für Christen bedeuten sollte, findet sich z. B. in 2. Timotheus 3,15-17: "Die ganze Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet."

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Hallo,
Für Christen ist die Bibel nicht zuständig sondern die Botschaft Jesu. Diese ist zwar in den Evangelien enthalten, einem Teil der Bibel.
Wie ich dich hier verstanden habe (wegen deiner "Beispiele") meinst du ja die Schriften des AT.
Als Christ brauchst du die nicht - ganz im Gegenteil. Wer meint, daß er die Botschaft Jesu mit Texten des AT verbessern kann ist wohl kein Christ sondern " schlimmstenfalls" nur Bibelgläubiger.
Gruß Viktor


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Kommentar von Mimosenbaum
23.04.2016, 19:45

Danke für deine Antwort. Nein, ich meinte die gesamte Bibel. Auch das neue Testament. Ich habe einen grossen Teil davon auch schon gelesen/ überflogen, allerdings habe ich so meine Probleme mit der Aktualität. Wie ich bereits oben erwähnt habe, werden Fragen von heute (bsp. Organspende oder Einstellung zur Flüchtlingskrise) überhaupt nicht thematisiert. Ich will damit sagen, dass mir die Bibel im Alltag nicht wirklich eine Hilfe bei praktischen Dingen ist. Verstehst du mein Problem?  

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Ich habe dir einen Link, der dir garantiert weiterhilft, Gottes Wort besser zu verstehen - Die ersten Schritte sind immer schwierig, aber irgendwann geht es ganz von selber. 

https://www.gottbesserkennenlernen.de/ ; So lernst du deutlich leichter.

Auch kannst du dort Christen anschreiben, wenn du Fragen hast.

http://de.dwg-radio.net/Programm.451/

Hier noch ein Link mit guten Vorträgen, auch für dein Bibelstudium eine gute Hilfe

Wichtig wäre, dass du Christen kennst, mit denen du dich austauschen kannst.

Du darfst mich auch gerne anschreiben, wenn du Fragen hast.


Und JA ohne Gottes Wort geht gar nicht. Du isst ja auch jeden Tag, damit du nicht verhungerst .- So verhält es auch mit der geistlichen Nahrung..

.lg


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