Bin ich "kaltherzig" oder "stimmt mit mir etwas nicht"?

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2 Antworten

Hallo DragonApe,

Ich finde: Kein Grund zur Sorge!

Dass bei Dir das Selbstmitleid nicht so stark ausgeprägt ist wie üblich - wirklich kein Grund zur Sorge!

Der Verstorbene braucht unser Mitgefühl nicht mehr. Nur wir Menschen brauchen es – oder bilden uns ein es zu brauchen.

Als meine Großmutter starb war ich elf Jahre. Große Trauer mit Heulen und Zähneklappern in meiner Familie. Ich habe mir Spucke in die Augen gerieben -  um auch verheult auszusehen.

Meine  Mutter habe ich acht Jahre bis zu ihrem Tod begleitet und mitgepflegt. Es war für mich eine sehr wichtige, aufwühlende und auch immer wieder beglückende Zeit.

Nach ihrem Tod konnte ich noch zwei Tage bei ihr sitzen und – wie ich glaube – sie auf ihrem Fortgang begleiten.

Geweint habe ich nicht.

Aber seltsam: Nach Leonard Cohens Tod hörte ich den Titelsong seiner letzten CD: YOU WANT IT DARKER – und die Tränen liefen über mein Gesicht.

Gut, dass ich mein Selbstmitleid annehmen konnte!

Ich finde Du hast die für Dich gerade richtige Einstellung zum Tod.

Ich wünsche Dir, dass Du in Deinem Leben aber auch wahrnehmen kannst, wie sich diese Einstellung fast unmerklich verändert.

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Hallo, 

mach dir darüber keine Sorgen. Du bist nicht abnormal. Jeder geht anders mit Trauer und Toten um. 

Ich habe zum Beispiel eine Arbeitskollegin die immer lacht, auch wenn Sie traurig ist. Sie kann nicht wirklich weinen oder so. 

Es kann schon mit der Psyche zusammen hängen. Eventuell bist du einfach besonders realistisch veranlagt. Oder verdrängt deine Gefühle innerlich dazu. Vielleicht ist es auch ein Schritt für dich zum Erwachsen werden. 

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