Bin ich jetzt vorbestraft mit diesen Vorstrafen?

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5 Antworten

Eine Geldstrafe ab 90 Tagessätzen aufwärts gilt als Vorstrafe.Diese wird ins Führungszeugnis aufgenommen.In Dateien für Behörden und Polizei und andere sensiblere Bereiche sind auch geringere Verurteilungen enthalten.Du darfst Dich noch als unbestraft bezeichnen.^^ Beste Grüße

Das gilt jedoch bloß für die erste Strafe - oder irre ich mich da? Nachdem der Delinquent wiederholt auffällig wird, landet die Geschichte auch im Führungszeugnis.

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@Droitteur

Es zählt jede einzelne Straftat und jede einzelne Verurteilung fürsichAber im zu erwartenden Strafmaß werden Vorstrafen im weiteren Sinne zu einer Erhöhung im Strafmaß,also Geldstrafe in mehr Tagessätzen,bzw,.Freiheitsstrafe führen.Eine einschlägige Vorstrafe,also wegen einem gleichartigen Delikt wirkt sich hier besonders aus.Aber man durchaus unbestraft sein,wenn man sehr viele kleine Strafen und Delikte im Leben hatte,wenn diese nur weit genug auseinanderliegen und damit nicht "plötzlich" zu 90 Tagessätzen führen.Und auch mit insgesamt mehreren hundert Tagessätzen kann das Führungszeugnis ohne einen Eintrag sein.Die Verjährungsfristen,das Alter spielt eine große Rolle.

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@jerkfun

Wenn die Vortaten zwischenzeitlich nicht mehr drin stehen oder es sich um Jugendsachen handelt, mag anderes gelten. Aber ansonsten lautet die Bedingung dafür, dass eine Strafe nicht eingetragen wird, dass die verwirkte Strafe nicht über 90 Tagessätzen liegt und dass keine Vorstrafe besteht, nicht wahr?

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@Droitteur

Ja, da hast du Recht. jerkfun hat hier leider eine falsche Vorstellung vom Führungszeugnis... die Tagessätze der einzelnen Verurteilungen werden nicht aufaddiert bis sie "90" erreichen...

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@jerkfun

und damit nicht "plötzlich" zu 90 Tagessätzen 

Nein, die Tagessätze werden nicht aufaddiert.

Es ist nur wichtig, ob im Zentralregister noch eine Verurteilung eingetragen ist. 

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Das ist so nur für die erste Verurteilung richtig!

Die zweite Verurteilung wird ins Führungszeugnis eingetragen. Dafür ist es auch unerheblich, wie viel Tagessätze es jeweils waren.

Wenn die erste Verurteilung 10 Tagessätze sind, und die zweite 15 Tagessätze, wird die zweite Verurteilung (also die mit den 15 Tagessätzen) in das Führungszeugnis eingetragen!

Ausnahme: Die erste Verurteilung ist bereits aus dem Bundeszentralregister gelöscht.

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Unglaublich... bis jetzt 4 Antworten und alle 4 sind falsch. Das tut so weh:

Fangen wir ganz von vorne an:

Bundeseinheitlich und zentral erfolgt die Speicherung von Daten über gerichtliche Verurteilungen im sogenannten „Bundeszentralregister“.

Das Bundeszentralregister wird unterteilt in: Das Zentralregister, das Erziehungsregister und das Führungszeugnis.

- In das Zentralregister kommt jede rechtskräftige Verurteilung.

- In das Erziehungsregister kommen alle nach dem JGG vorwerfbaren Verfahrensabschlüsse unterhalb der Jugendstrafe (Haft) sowie Entscheidungen der Familien- und Vormundschaftsgerichte zu erzieherischen Maßnahmen oder zum Sorgerecht.

Und jetzt das Führungszeugnis, also zu der Frage "bist du vorbestraft"?

In das Führungszeugnis kommen:

1. Alle Verurteilungen über 90 Tagessätze oder

2. Sollte bereits ein Eintrag im Zentralregister stehen jede weitere Verurteilung, wobei die Anzahl der Tagessätze vollkommen unerheblich ist.

Eine Verurteilung zu einer Geldstrafe von nicht mehr als 90 Tagessätzen ist also

nur dann nicht

in ein Führungszeugnis aufzunehmen, wenn im Bundeszentralregister keine weitere Strafe eingetragen ist (§ 32 Abs. 2 Nr. 5a letzter Absatz des Bundeszentralregistergesetzes). Ist dort jedoch eine weitere Verurteilung vermerkt, ist

jede Verurteilung

zu einer Geldstrafe von nicht mehr als 90 Tagessätzen für die Dauer von 3 Jahren ab Rechtskraft des Urteils in das Führungszeugnis aufzunehmen (§ 34 Abs. 1 Nr. 1a Bundeszentralregistergesetz).

Verurteilungen zu nicht mehr als 90 Tagessätzen werden in der Regel nach 3 Jahren wieder aus dem Führungszeugnis gelöscht.

Eintragungen im Bundeszentralregister werden gestaffelt, frühstens nach 5 Jahren spätestens nach 20 Jahren, gelöscht.

Dazu ein Beispiel:

Für einen Diebstahl erhält der Verurteile eine Geldstrafe in Höhe von 30 Tagessätzen zu je 15 Euro.

Dies wird in das Zentralregister eingetragen. Das Führungszeugnis bleibt sauber. Die Verurteilung blieb unter 90 Tagessätzen.

Die Verurteilung bleibt nun für 5 Jahre in dem Zentralregister.

Sollte nun innerhalb der nächsten 5 Jahre eine weitere Strafe, auch wenn diese unter 90 Tagessätze bleibt, ausgeurteilt werden, so wäre diese in das Führungszeugnis einzutragen.

In deinem Fall wurdest du 2010 das erste mal Verurteilt (Eintrag im Bundeszentralregister)

4 Jahre später (also vor der Löschung nach 5 Jahren) wurdest du 2014 erneut verurteilt. Dies wurde in dein Führungszeugnis eingetragen, da bereits eine Eintrag im Zentralregister vorhanden war). Damit bist du vorbestraft.

Dieser Eintrag wird nach 3 Jahren, also im Laufe des Jahres 2017 gelöscht.

Derzeit wird Dein Führungszeugnis noch sauber sein.

Allerdings hast Du schon 40 Tagessätze angesammelt, also dürfen nicht mehr als 50 noch dazukommen.

Wo hast du denn diese falsche Information her? Die Tagessätze werden nicht aufaddiert!

Die zweite Verurteilung wird ins Führungszeugnis eingetragen. Dafür ist es auch unerheblich, wie viel Tagessätze es bei der ersten Verurteilung waren.

Wenn die erste Verurteilung 10 Tagessätze sind, und die zweite 15 Tagessätze, wird die zweite Verurteilung (also die mit den 15 Tagessätzen) in das Führungszeugnis eingetragen!

Ausnahme: Die erste Verurteilung ist bereits aus dem Bundeszentralregister gelöscht.

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@Artus01

Hat mir keine Ruhe gelassen und nochmal nachgelesen. Sorry, Du hast Recht.

Die erste Verurteilung ist noch nicht gelöscht. Dauert 5 Jahre, aber er hat vor der Löschung wieder zugegriffen.

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