Bin ich deshalb Feige?

12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo luiseistnefiese,

wenn Du an schweren Depressionen leidest, dann wirst Du sicher gemerkt haben, dass es Dir sehr schwer fällt, Dich zu konzentrieren (z. B. im Unterricht). Du kannst Dich zu nichts aufraffen und Dir fehlt jeder innere Antrieb. Du bist ohne Energie und absolut hoffnungslos. Was kannst Du nun tun, damit es Dir schrittweise wieder besser geht? Vieles hängt nämlich von Deiner inneren Haltung und Deinen Gedanken ab. Du kannst Dich zwar nicht selbst therapieren, doch dafür sorgen, dass es bessere Voraussetzungen für eine Genesung gibt. Es ist auch sehr ratsam, wenn Du Dich Deinem Arzt anvertraust und ihm von Deinen Gefühlen berichtest. Er kann Dir Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen, die im Fall einer schweren Depression sehr hilfreich sein können.

Wichtig ist es, dass Du Dir erst einmal Deine Krankheit eingestehst. Je mehr Du Dich dagegen aufbäumst und so tust, als wärst Du immer noch gesund, desto schwieriger wird es für Dich. Stell Dir folgendes vor: Wenn Du eine Lungenentzündung mit starkem Fieber hättest, würdest Du dann die gleichen körperlichen Leistungen erwarten, als im gesunden Zustand? Die Krankheit innerlich zu akzeptieren, bedeutet, dass Du Dich selbst schonend behandelst und Rücksicht auf Deine schlechte Verfassung nimmst.

Versuche so gut wie möglich zu akzeptieren, dass Du energie- und antriebslos bist und Deine Reserven schnell aufgebraucht sind. Mache Dir selbst keinen Druck, indem Du von Dir etwas verlangst, was Du eigentlich nicht erbringen kannst. Solch eine Überforderung schafft in Dir nur noch mehr ein Gefühl des Versagens und Scheiterns. Vergiss nie, dass der Mangel an Belastbarkeit nichts mit Faulheit zu tun hat, sondern eine Auswirkung Deiner Krankheit ist. Sobald jedoch Deine Krankheit abklingt, wirst Du auch ganz automatisch wieder positive Gefühle entwickeln können und Du wirst merken, dass neue Energien in Dich zurückkehren.

Dem an Depressionen Erkrankten kommt es oft so vor, als sei sein ganzes Leben ein einziges Versagen. Daraus ergibt sich auch das Gefühl, unnütz und wertlos zu sein. Jegliche Anstrengung und Leistung ist nie gut genug. Immer wieder steigen Selbstzweifel auf. Man fühlt sich an vielem schuldig und macht sich oft selbst fertig. Kannst Du Dich hierin wiederfinden? Wenn es Dir auch so ergeht, bedenke: Kann es denn wirklich sein, dass man immer versagt oder immer alles falsch macht? Auch wenn es Dir so wie vielen anderen ergeht, dass Du Dich für Deine Krankheit schämst - es ist keine Schande unter einer Depression zu leiden! Sich einzugestehen, andere (z. B. Arzt oder Psychotherapeuten) um Hilfe zu bitten, ist kein Beweis für das eigene Versagen.

Wenn Du Dir zugestehst, schwach zu sein, bist Du schon ein ganzes Stück weiter und eher dazu bereit, Hilfe anzunehmen. Die Akzeptanz Deiner Krankheit ist nichts anderes als eine Anpassung an veränderte Lebensbedingungen und wie Du weist, ist Anpassungsfähigkeit für Mensch und Tier wichtig, um überleben zu können. Da Veränderungen im Leben meist unbequem und anstrengend sind, kann es sein, dass Du erst einmal eine innere Abwehrhaltung einnimmst. Es mag eine Weile dauern, bis Du innerlich dazu bereit bist, vom bisherigen Lebensrhythmus Abschied zu nehmen und besagte Veränderungen zu akzeptieren.

Auch wenn ein Depressiver zu negativem Denken neigt, sollte er sich darum bemühen, eine zuversichtlichere Einstellung zu entwickeln. Das ist jedoch leichter gesagt als getan. Es geht dabei darum, die Gedanken so zu kontrollieren, dass man nicht in eine resignierende Haltung verfällt. Letztendlich sind es die Gedanken, die bestimmte Gefühle hervorrufen. So kann man sich durch Gedanken entweder niederreißen, oder auch aufbauen. Was könnten denn solche Mut machenden Gedanken sein? Z. B. wenn man sich sagt: "Wenn das andere geschafft haben, schaffe ich das auch", oder: Es ist zwar jetzt schwer für mich, doch ich werde eine Lösung finden". Auch, wenn man anfänglich anders fühlt und glaubt, sich selbst zu betrügen, wird man dennoch mit der Zeit neuen Lebensmut bekommen. Am besten Du trainierst immer wieder mit solchen Positivsätzen.

Auch, wenn manches in Deinem Leben heute nicht mehr so gut klappt, wie früher, dann halte Ausschau nach Wegen und Möglichkeiten, die Dir noch offen stehen. Das Gefühl, Wahlmöglichkeiten zu haben, kann verhindern zu glauben, nichts gehe mehr und Du stündest mit dem Rücken zur Wand. Eine weitere Strategie wäre die, an bisherige Erfolge anzuknüpfen. Erinnere Dich bewusst an das, was Du im Laufe Deines Lebens alles geschafft hast.

Vielleicht hast Du Dich öfter schon einmal dabei ertappt, dass Du Dich wegen irgendwelcher Fehler selbst verurteilt oder kritisiert hast. Besser wäre es, wenn Du Mitgefühl für Dich entwickelst. Depressive Personen neigen zwar zur Selbstablehnung und Selbstkritik, doch mache Dir bitte klar, dass Du damit Deinen Zustand in keiner Weise verbesserst - ganz im Gegenteil! Besonders in Krisen ist es wichtig, zu sich selbst so zu sein, wie zu einem guten Freund.

Wenn Du zu den Menschen gehörst, die noch an Gott glauben, habe ich noch einen ermunternden Gedanke für Dich. Könntest Du Dir vorstellen, dass auch Gott Deinen Zustand sieht und Dich beachtet? Viele haben heutzutage den Glauben verloren oder glauben, Gott interessiere sich nicht für unsere Belange. Die Bibel hingegen zeigt, dass Gott sehr wohl großes Interesse an jedem einzelnen von uns hat. Besonders liegen ihm diejenigen am Herzen, die schwach und niedergedrückt sind. Das geht sehr schön aus folgenden Bibeltexten hervor: "Er heilt, die gebrochenen Herzens sind, und verbindet ihre schmerzhaften Stellen." (Psalm 147:3). Gott tröstet „die Niedergeschlagenen“ (2. Korinther 7:6). Je mehr man von Gott erfährt, desto näher fühlt man sich ihm und es fällt einem dann nicht mehr so schwer, sich um Hilfe an ihn zu wenden.

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du diese schlimme Phase Deines Lebens irgendwann hinter Dir lassen kannst und wieder vermehrt Freude in Dein Leben zurückkehrt! Auch wenn Du Dir es im Moment noch nicht vorstellen kannst: Es ist möglich, eine Depression vollständig zu überwinden und wieder ganz gesund zu werden. Gib also niemals auf!

LG Philipp

Danke für die Ehrlichkeit, die schönen Worte und die Tipps. Und ja, ich glaube an Gott!

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@luiseistnefiese

Es freut mich sehr, dass Dir die Antwort gefallen hat! Und vielen Dank für den Stern!

Wenn Du Hilfe brauchst, kannst Du mich gern jederzeit anschreiben. Alles Gute und viel Kraft für die kommende Zeit!

LG Philipp

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Zu erwarten, dass Dinge einfach besser werden, wird als Lebensstrategie nicht aufgehen. Klar, man kann nicht alles selbst beeinflussen, aber Du hast viele Dinge selbst in der Hand. 

Wenn Du Schauspielerin werden willst, dann sorg dafür, eine entsprechende Ausbildung machen zu können, bewirb Dich bei Theatern in Deiner Umgebung, geh in Theatergruppen.

Ganz ehrlich: wenn Du gar nichts anpackst, wird auch nichts passieren. Wenn Du jetzt eine Therapie machst, was soll Dir das denn bitte verbauen? Du verbaust Dir grade selbst alles. Also raff Dich auf, such Dir einen Psychologen, um Deine Depressionen in den Griff zu bekommen und fang an, Verantwortung für Dein Leben zu übernehmen!

Du hast dein Abi geschafft. Das ist doch schon eine ganze Menge für jemanden der nichts auf die Reihe bekommt. 

Wenn du dir aktuell etwas Auszeit gönnst, finde ich das auch ganz ok. Du machst dir sicherlich sehr viele Gedanken und Erfahrungen machst du auch.

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