Bin ich besessen? (Zwang,Reue,Angst)

17 Antworten

Liebe Absturzkind, du hast eine gante Menge psychiatrischer Symptome gekoppelt mit einem ziemlich verzerrten Gottesbild. Beides spielt sich hier gegenseitig den Ball zu. Das ist oft so, dass psychisch Kranke Menschen ein verzerrtes Gottesbild entwickeln. Auf der anderen Seite schädigt ein sollches Gottesbild auch die Psyche eines Menschen. Du brauchst dringend Psychiatrische Hilfe und ergänzend dazu eine intensive Seelsorge. Such dir einen Psychiater und einen Seelsorger und bitte beide miteinander zu kooperieren. Du kannst dich auch mal bei Christen im Gesundheitswesen http://www.cig-online.de/ erkundigen ob es in deiner Nähe einen Psychiater gibt, der bekennender Christ ist und vielleicht beides abdeckt.

Wenn es auf eine stationäre Behandlung rauslaufen sollte käme evtl. die Klinik Hohe Mark in Oberursel in Frage. Das ist eine christliche Klinik die parallel zur psychiatrischen und therapeutischen Hilfe auch Seelsorgerisch tätig ist.

Ich wünsche dir viel Kraft, Mut und Weisheit für deine Therapie und die Seelsorge und segne dich im Namen Jesu.

Hans

Also ich denke in erster Linie solltest du mal einen Psychologen aufsuchen und ihm genau das erzählen, was du hier geschrieben hast, denn er wird dir mit Sicherheit besser und erfolgreicher helfen mit einer Therapie oder mit einigen Sitzungen, als ein paar Ratschläge, die dir aus so einer Situation nicht helfen werden. Und wenn du dir Hilfe suchen solltest tu dies auf dem schnellsten Wege, bevor sich dieser zustand verschlimmert. Ich hoffe du bekommst das in den griff :-)

Liebes Absturzkind, du brauchst dringend, wirklich sehr dringend psychologische, professionelle Hilfe von einem Arzt!

Ich habe mir einige deiner anderen Fragen durchgelesen, du schreibst von Depressionen, Angst, selbstverletzendem Verhalten, jetzt auch noch von Zwangsstörungen und etwas, das für mich nach echter klinischer Paranoia klingt.

Es ist sehr oft so, dass eine psychische Erkrankung nicht allein auftritt, sondern sozusagen im Bündel mit mehreren unterschiedlichen Erkrankungen. Das kann gefährlich für dich werden, wie du selbst merkst.

Bitte, setze dich sofort mit einem Arzt in Verbindung. Du kannst dich jederzeit auch selbst in eine Klinik einweisen lassen, du musst nur einmal googeln und dann dorthin fahren, falls es schlimm wird. Du kannst immer wieder gehen, wenn du willst. Du solltest eine Therapie machen, evtl. brauchst du Medikamente, denn vieles, was du wahrnimmst, kann Halluzination sein und deshalb heilbar. Bitte unternimm etwas und lass dir helfen!

Ich war bisher regelmäßig bei einer Psychologin. Aber sie wird jetzt versetzt und kann die Sitzungen nicht mehr mit mir machen. Und ich habe gemerkt, dass ich es nicht haben kann jemandem persönlich von alldem zu erzählen, deswegen schreibe ich auch hier. Bei jeder Sitzung hatte ich das Gefühl, dass sie mich nicht versteht und ich mich für meine Gedanken rechtfertigen muss. Und dann ist da noch das Problem mit meinen Eltern. Ich liebe meine Eltern, aber irgendwas hält mich davon ab ihnen von meinem seelischen Zustand zu erzählen. Dass es mir nicht gut geht merken sie, aber welches Ausmaß es inzwischen angenommen hat, das wissen sie nicht. Ich glaube ich möchte mich ihnen nicht näher anvertrauen, weil sie mich dann nur noch als krankes Mädchen sehen würden. Sie würden mich nur noch besorgt anschauen, immer wieder kontrollieren wollen ob ich mich wieder geschnitten habe. Das will ich nicht. Es klingt für die meisten hier unverständlich, aber ich brauche das Schneiden. Momentan noch mehr als sonst. Es verschafft mir Erleichterung und Trost, den ich von meinen Mitmenschen nicht bekommen kann.

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@Absturzkind

Du, ich kann das vollkommen verstehen. Ritzen setzt im Körper verschiedene Botenstoffe frei, Dopamin und Endorphin, wirkt also euphorisierend und gleichzeitig betäubend in bezug auf seelische Schmerzen. Es ist exakt wie Drogen, und es macht genauso süchtig. Ich weiß genau, wie das läuft.

Es ist übrigens total normal, dass man mit seinem ersten Psychologen nicht zurecht kommt. Du musst nach einem suchen, der mit dir auf einer Wellenlänge ist, dem du dich gerne anvertraust. Du musst es deinen Eltern ja auch nicht erzählen, wenn du dich so dagegen sträubst.

Du kannst auch allein zum Hausarzt gehen und dir eine neue Überweisung holen, vielleicht statt zum Psychologen mal zum Psychiater. Reden ist nicht immer das Einzige, was hilft.

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@Lichtpflicht

Es tut gut zu hören, dass es jemand verstehen kann. Die Psychologin war nett, es liegt einfach an mir glaube ich. Ich habe das Gefühl, alles liegt nur noch an mir. Wenn du meine anderen Fragen gelesen hast, hast du bestimmt auch gelesen dass ich alle von mir wegstoße. Selbst die, die mich aufrichtig lieben. Ich kann es mir einfach nicht erklären, wieso so etwas aus mir geworden ist. Meine Gedanken sind das Schlimmste an allem, ich kann sie einfach nicht ignorieren aber sie machen mich fertig. Manchmal zweifle ich sogar an der Wirklichkeit, weiß nicht mehr was echt ist und was nicht. Es hat sich alles ganz langsam eingeschlichen, anfangs war es nur Kummer und das Schneiden und jetzt ... Es gibt irgendwie kein Wort, dass es beschreiben könnte.

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@Absturzkind

Ja... wichtig wäre, dass du verstehst, dass das nicht du bist. Es klingt nach verschiedenen psychischen Erkrankungen, die ich kenne, sei es nun Borderline, bipolare Störung, evtl. Schizophrenie, Paranoia. Ich bin eben kein Psychologe.

Aber das bist nicht du, das ist eine Krankheit. Eine Krankheit, die du wie eine Grippe auch behandeln lassen kannst, und dann kann alles gut werden. Du hast eine Pflicht dir selbst gegenüber, dir selbst zu helfen. Danach wäre der Kummer weg, das schneiden wollen, das verweifelt-geliebt-werden-wollen-und-trotzdem-alle-wegstoßen.

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@Absturzkind

Lichtpflicht gibt Dir den besten Rat, ihre Antwort und ihre Kommentare darfst Du auf jeden Fall als Orientierung nehmen. Aufgrund der Zwangsgedanken, die sich sofort zuschalten, wenn Du Wünsche hast, Entscheidungen treffen willst oder Dinge in eine andere "Ordnung bringen willst, wird es wahrscheinlich nicht einfach für Dich, die Empfehlung von Lichtblick in die Tat umzusetzen.

Versuche es aber bitte unbedingt! Ich denke ebenso wie Lichtblick, dass auch ein Neurologe /Psychiater hier die Sache sozusagen an einer der Wurzeln anpacken kann. Es gibt auch gute Medikamente für solche Dinge - und diese Medikamente bringen einige Deiner Punkte womöglich erst einmal soweit ins Lot, dass Du dann auch einer Gesprächstherapie gegenüber mehr aufgeschlossen bist, weil Du mehr Vertrauen hast, wenn die Zwangsgedanken sich mehr "zurückhalten". Alles Liebe für Dich!

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@Lichtpflicht

"Wichtig wäre, dass du verstehst, dass das nicht du bist." Danke, dieser Satz hat mich sehr getröstet! Darüber habe ich lange nachgedacht. Vielleicht hast du Recht, vielleicht bin das nicht, ich hoffe es. Aber wenn ich nicht das bin, wer bin ich dann? Ich habe diese Gedanken und Gefühle jetzt seit anfang Januar, seitdem dreht sich ausschließlich alles nur noch um diese Gedanken, diese Angst, diesen Hass und das Selbstverletzen. Ich habe Angst davor herauszufinden wer ich bin, aber vielleicht ist es besser als das hier zu sein.

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@Absturzkind

Und die Zeit mit dem Hund tröstet dich nicht? Vielleicht wenn du bisschen Zeit mit Behinderten verbringst, dann bringt dich das auf andere Gedanken.

Man erkennt wie gut es einem geht und man "schämt" sich diese "kleinigkeiten" über den Leiden der Behinderten zu stellen, aber parallel dazu immer mit dem Psychologen zusammen arbeiten. Wechsle doch einfach den Psychoteraphäuten, vielleicht kannst du mit dem neuen dich besser verstehen.

Ciao und gute Besserung.

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@salzundlicht

Ich soll mich dafür schämen, dass es mir schlecht geht? Das war bei mir schon sehr lange so und was glaubst du, weshalb ich meinen Verwandten nicht von meinen Gedanken/Gefühlen erzähle! Ja, ich schäme mich! Und für mich ist das alles längst keine Kleinigkeit mehr.

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Hallo

Nein, du bist keinesfalls besessen.

An zwängen zu leiden ist ein psychisches Problem was du behandeln lassen solltest. Nimm Professionelle Hilfe in Anspruch. Es gibt auch Christliche Seelsorger die Dir bestimmt helfen können oder auch mit dir beten. Aber das musst du selbst entscheiden und es wollen und die Hilfe annehmen. Das eine wird mit dem anderen auch nichts zu tun haben. Ich würde deine Zwänge nicht mit deinem glauben an Gott in verbinden bringen. Und versuche Dich nicht so sehr da hineinzusteigern.

Was passiert wenn du deine Zwänge unterdrückst? Hast du das mal versucht? Wenn so ein Zwang kommt, dann lauf weg und tue was anderes. Das wiederholst du dann jedes mal.

Ich wünsche Dir alles gute!

Wenn so ein Zwang kommt, dann lauf weg und tue was anderes. Das wiederholst du dann jedes mal.

Ein absolut unqualifizierter Rat - ebenso wie das Beten. Dann hätte sie zusätzlich zu ihrer augeswachsenen Zwangsstörung auch noch ein (wahrscheinlich dann ebenfalls bald mit Zwängen besetztes) Vermeidungsverhalten am Hacken - und könnte dann ihren Alltag letztlich gar nicht mehr bewältigen.

Zum Beten: Wer unter starken Zwängen leidet, sollte Religion generell meiden - insbesondere wenn bereits religiöse Glaubensinhalte den Zwang noch verstärkt und an konkrete Ängste gebunden haben. Hier würde Beten und Gespräche mit Gläubigen eine immer weitere Festigung eines Glaubens bedeuten, dessen positive Inhalte man aber lt. Bibel gar nicht ohne die negative Gegenseite haben kann.

Und diese bestätigt sich dann zusammen mit der guten Seite immer mehr, was die Ängste füttert - und diese wiederum füttern die Zwänge weiter und weiter. Menschen, die zu Zwängen neigen, entwickeln als Gläubige immer auch religiöse Zwangsgedanken.

Der Christliche Glaube mit seinem Schuld-und-Sühne-Konzept und einer bedrohlichen Dämonenwelt und vielen Tabus ist Öl im Feuer jeden Zwanges.

Audh wenn hier Religion in der Frage erwähnt wird, wäre es aber schön, wenn Gläubige sich die Fähigkeit aneignen könnten, religiöse Themen von psychologischen zu unterscheiden. Ein psychisch kranker Mensch braucht psychologischen Rat, keine Religion.

"Bin ich besessen? (Zwang,Reue,Angst) "

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mach mal etwas nicht genau so viele male, wie du es "musst" und du wirst sehen, dass nicht schlimmes passieren wird. vlt wird es so besser. Ich glaube auch an Gott, aber schlechte dinge passieren jedem, genauso wie gute, das hat nichts damit zu tun wie oft du etwas anfasst...wenn es nicht besser wird würde ich mir an deiner stelle professionelle hilfe suchen, du scheinst ja sehr darunter zu leiden :/

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