Bin Betreuerin von meiner Mutter und will ihr Haus verkaufen. Zwei Geschwister, keine Vollmacht.

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2 Antworten

Zunächst einmal meine Hochachtung, dass Du diese Aufgabe schon seit 5 Jahren wahrnimmst und weiterhin für Deine Mutter dasein möchtest. Deine Entscheidung, dass Haus zu verkaufen und umzuziehen ist klug, da Du Euch somit von anderen zeitraubenden Arbeiten entlastest (Schnee schippen, Rasen mähen etc.).

Frage zur Betreuung: Nennst Du dich so, weil Du Deine Mutter betreust oder hast Du auch den offiziellen Status durch ein Betreuungsgericht (ehem. Vormundschaftsgericht am Sitz des Amtsgerichtes) erhalten?

Wenn Du noch keine offizielle gerichtlich bestellte Betreuerin bist und keine Vorsorgevollmacht besitzt, hast Du im Ernstfall (rein formal gesehen) gar keine Hanhabe, irgendetwas für Deine Mutter zu übernehmen. Du dürftest dann (streng genommen) noch nicht einmal die Post öffnen und über den Umzug Deiner Mutter entscheiden.

Wenn Du Dich nun vom Betreungsgericht zur Betreuerin ernannt wirst, erhältst Du offizielle die Vollmacht, viele Dinge nun mit richterlicher Erlaubnis für Deine Mutter tun zu dürfen. Hierfür erhältst Du dann auch einen offiziellen Ausweis. Die Aufgaben,die Du dann offziell übertragen bekommst (Post öffnen, Wahrnehmung von Behördenangelegeheiten, Unterbringung, unterbringungsähnliche Maßnahmen etc.) machst Du scheinbar ja ohnehin schon. Nachteil: Am Anfang musst Du ein komplettes Vermögensverzeichnis erstellen und 1x jährlich einen Bericht an das Betreungsgericht erstellen.

Der Hausverkauf muss jedoch richterlich genehmigt werden, weil es eine einschneidende Vermögensänderung für Deine Mutter darstellt. Hierzu reicht dann jedoch zumeist ein nomrmaler Brief an das Gericht, in dem Du die Situation darlegst. Im Regelfall dürfte die Genehmigung erteilt werden, da die Gründe nachvollziehbar sind, Deine Mutter somit noch nicht in ein Heim muss und die Betreuungsgerichte eigentlich froh sind, Familienmitglieder zu finden, die die Betreuung übernehmen (ist für die Gerichte deutlich günstiger).

Nicht zu vergessen: Wie ist Deine persönliche Lage? Kommst Du damit klar? Muss Deine Mutter rund um die Uhr beaufsichtigt werden? Falls die Betreuung einem das eigene Leben "raubt", gibt es verschiedene Unterstützungsformen wie Teilung der Betreuung und Unterstützung durch einen Betreuungsverein.

Pflegestufe: Hat Deine Mutter bereits eine Pflegestufe? Falls nicht, beantrage diese mithilfe des Hausarztes bei der Pflegekasse. Wenn eine Pflegestufe anerkannt wird, kannst Du hierdurch weitere Unterstützungen wie ambulante häusliche Pflege erhalten. Ebenso eine Verhinderungspflege: 1510 EUR jährlich, womit Du z.B. eine andere Person zum Aufpassen bezahlen kannst, wenn Du wichtige Erledigungen außerhäusig erledigen musst.

Unabhängig, ob Du eine gerichtliche Betreuerin bist oder nicht: Alle Betreuungsverein bieten eine kostenlose Fortbildung an. Das Programm ist zwar meist sehr unterschiedlich und hängt von den Möglichkeiten des Vereins ab. Aber das Programm ist kostenlos und ermöglicht einen Austausch mit Menschen, die in der gleichen Situation stecken. Beispiel: http://www.wob-bv.de

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und viel Kraft.

im Grund genommen hat Aurora 1970 vollkommen recht mit ihren Ausführungen. Ohne richterliche Erlaubnis geht hier nichts. Voraussetzung ist der Status der Betreuung. Betreuerausweis - Bestellung als Betreuer(In) Hierin ist der Aufgabenbereich und damit verbundene Vollmacht beschrieben. Da die Geschwister nicht eingebunden sind, und keine Generalvollmacht existiert, ist das Vormundschaftsgericht massgebend.

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