Bin auf der Suche nach positiven "Auswirkungen" von Mutationen im Pflanzen & Menschenreich. Thema der zuhaltenden Präsentation: Evolutionsfaktor Mutation.danke?

2 Antworten

Hallo Linifini,

ich denke, das allerwichtigste ist, dass Du Dir klar machst, dass Mutationen immer ein Evolutionsfaktor sind. Sie sind zufällig und ungerichtet.

Du würdest nur einen Teil des Themas abdecken, wenn Du nur wenige positive Effekte herausgreifst.

Die weitaus meisten Mutationen sind neutral, das heißt sie stellen zunächst einmal für den Träger keinen Vorteil und keinen Nachteil dar. Mutationen bedeutet größere Variabilität, also Vielfalt. Vielfalt im Genotyp und damit als Auswirkung auch auf den Phänotyp.

Was ein Vorteil ist, das entscheidet die Umgebung, also der Selektionsdruck. Und dieser kann sich ändern.

Ein Beispiel, das das verdeutlicht, ist die HIV-Resistenz durch CCR5 Mutation: Von diesem Gen haben sich 2 verschiedene Varianten in der Bevölkerung ausgebreitet. Für den Träger machte es zunächst keinen besonderen Unterschied. Warum etwa 10% der Europäer die mutierte Variante tragen, ist heute nicht bekannt. Tragen aber beide Elternteile das mutierte Gen, so ist das Kind HIV-resistent - in Europa immerhin 1% aller Menschen.

http://www.evolution-of-life.com/fileadmin/enseigner/01_evolution_en_accelere/de/WISSEN_A_Resistenz_gegen_HIV.pdf

Der Punkt ist: Positiv für seinen Träger wird die Mutation erst durch das Auftreten der HIV-Infektion. Ohne HIV wäre sie neutral.

Mutationen können sich also erst als Vorteil (oder als Nachteil) erweisen, nachdem sie sich schon eine Zeit lang neutral verbreitet haben.

Mutationen, die schnell Vorteile bieten, breiten sich lediglich schneller aus. Ein Beispiel hierfür wäre die in Europa sehr weit verbreitete Laktosetoleranz,  die auf eine Mutation zurückgeht, die den meisten Menschen aus Fernost fehlt.

Grüße

Hä? Jedes lebende Wesen ist eine positive Auswirkung von Mutation.

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