Bildung in Spanien - sprechen die kein Englisch?

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4 Antworten

Es ist bekannt, dass die wenigsten Spanier gut Englisch sprechen(auch wenn sich diese Situation jetzt allmählich verbessert). Hauptgründe:

1) Sprachliche Bequemlichkeit

2) Grottenschlechte Schulen bzw. grottenschlechter Fremdsprachenunterricht.

Die spanischen Schulen die ich kenne (Im Nordwesten Spaniens) unterrichten Französisch als erste Fremdsprache. Wer eine zweite lern wählt natürlich Englisch aber das ist auch einige Jahre später erst. (Stand nicht mehr aktuell da seit vielen Jahren nicht mehr dort)

Es gibt mehr spanische Muttersprachler als englische. Spanisch wird von mittlerweilen über 540 Millionen Menschen in über 20 Ländern als 1. Amtssprache gesprochen, dazu gehörten Teile Lateinamerikas und den USA zum spanischen Weltreich.

Das zeigt schon, dass Spanisch eine wichtige Sprache ist und der Geschmack der Spanier ist oft ähnlich wie z.B. in lateinamerikanischen Ländern. Klar gibt es starke Unterschiede, aber sieh dir mal die Musik an: die geht und ging von Spanien nach Lateinamerika, kommt wieder verändert zurück, und von da wieder neu auf Tour. In Spanien und Lateinamerika hast du viele spanischsprachige Hits in den Charts. Die Leute verstehen sich, länderübergreifend, ohne "Hilfssprache". Nachrichten aus Kolumbien, Kuba, Argentinien, Costa Rica oder Spanien können, sollte etwas vorfallen oder ein Gipfeltreffen stattfinden, direkt in den anderen Ländern gesendet und verstanden werden.

Zum Bildungssystem: in Spanien lernt man sehrwohl Englisch. Die Schule geht dort mit 3 Jahren los und Englisch kommt z.Zt. mit 5 (Lebens-) Jahren dazu. Ab der Primaria (6 Jahre) wird Englisch in Wort und Schrift benotet, von Beginn an. Die Generation, die jetzt die Schule abschließt kann sehr gut Englisch. Es gibt auch viele englische Schulen, wo Unterricht ausschließlich in Englisch stattfindet. Dagegen kann die ältere Generation nur schlecht bis kein Englisch. Man muss auch sagen, dass Spanien bis Ende der 70er unter der Franco-Diktatur stand.

Dennoch: warum sollten Spanier oder Lateinamerikaner Englisch sprechen, wenn sie sich fast ausschließlich auf Spanisch unterhalten können? Auch mit Portugiesen oder Italienern versteht man sich: 50% aufgrund der Ähnlichkeit der Sprache, 50% aufgrund der Ähnlichkeit der Kutlur und der Tatsache, dass man kommunikativ und (fehler-) tolerant ist. Du sagst du sprichst Spanisch. Also: warum sollte man mit dir (Deutscher) Englisch reden?

Dann: hinzu kommt auch noch etwas völlig anderes. Spanisch und andere romanische Sprachen sprechen sich völlig anders. Es geht von Vokal zu Vokal, es wird mit viel Leidenschaft und Herzblut gesprochen. Es geht nicht um den reinen Informationsaustausch. Die Inhalte sind völlig anders, wie eben auch die Kulturen. Man kann vieles nicht so leicht auf Englisch (oder Deutsch) ausdrücken, weil man die Sprachen einfach nicht 1:1 übersetzen kann.

Hey,

danke für die Antwort. Es geht nicht explizit um mich, sondern eher um Leute, die kein Spanisch verstehen, die beschweren sich immer :D Mir macht´s nichts aus, ich bin kein Deutscher und Spanisch und meine Muttersprache lassen sich durch die Aussprache gut verbinden, deshalb habe ich beim Lernen dieser Sprache damals auch keine Probleme gehabt ---> Gott sei Dank! :D

Hat mich einfach mal interessiert - natürlich macht mir das nichts aus.

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@EspadaSancho

Ja, die Antwort ist die: es gibt zu viele Leute und Länder, die Spanisch sprechen. Amis oder Engländer glänzen ja "offensichtlich" auch nicht mit Fremdsprachenkenntnissen.

"Offensichtlich" in Gänsefüßchen, weil ich viele Amerikaner kenne, die nahezu perfekt Spanisch oder Französisch sprechen. Bei den Spaniern wird's genauso sein. Ich wohne in Spanien, gebe dort u.a. Deutschunterricht und diejenigen, die ich unterrichte sprechen meist Spanisch, Englisch und Französisch perfekt. Lernen jetzt Deutsch und ggf. noch Chinesisch. Man kann das nicht auf die Allgemeinheit beziehen.

Aber der Zwang als Engländer, Amerikaner, Spanier oder Argentinier Fremdsprachen zu lernen ist ungleich schwächer.

Du bzw. die Leute, die du meinst, sehen das ja vom deutschen Standpunkt. Ich bin auch Deutscher. Meine Eltern sprechen so gut wie kein Englisch. Allerdings ist man als in Deutschland aufgewachsener ja oft Englisch ausgerichtet, vor allem was eben in den letzten Jahrzehnten Musik & Co. angeht. Und Deutsch ist eine Sprache, die du noch in Österreich und Teilen der Schweiz verwenden kannst (mit Deutsch bin ich z.B. in Genf nicht durchgekommen) und dann nur noch in Urlaubsgebieten, die sich speziell auf Deutsche einstellen.

Spanier reisen oft eher in lateinamerikanische Länder, allen voran die Karibik oder, kann man sich ja gut vorstellen, eben im eigenen Land.

Aber jetzt den Fokus wie gesagt woandershin: in Schweden oder Holland ist das doch weitaus ausgeprägter. Dort kommen nicht mal die meisten Kinofilme auf Schwedisch oder Holländisch. Englisch ist dort "Pflicht", denn sonst könnten die weite Teile des Abendprogrammes nicht mal im eigenen Land verstehen.

Holländer und Schweden haben, was Englisch angeht, einen weitaus höheren Kenntnisstand, sprechen zudem auch oft noch Deutsch dazu. Will heißen: die denken sich, warum sprechen die Deutschen so schlecht Englisch und sind nur auf 1-2 große Sprachen fixiert, kaum einer kann jedoch Holländisch oder Schwedisch.

Alles Ansichtssache. Aber da wird schon klar, dass je kleiner der Sprachraum ist, desto mehr muss(!) man tun, damit man andere Kulturen nicht verpasst. Den Spaniern ist's egal. Denn ein spanischer Torero kämpft im Winter eben in Mexiko oder Südamerika, ein spanischer Sänger bringt seine Songs auch in einer Salsa-, Cúmbia, Bachata- und Electro-Latino-Version auf den Markt, ein spanischer Auswanderer sucht sich zunächst Arbeit in Lateinamerika (Top-Auswanderungsländer der Spanier sind Argentinien, Venezuela und Ecuador), dann in Frankreich oder Portugal (ähnlicher Sprachraum), dann in Belgien oder England (wo es viele Spanier gibt und auch Jobs speziell für Spanier) und dann erst woanders.

Ein Luxemburger muss da schon anders denken und Sprachen lernen.

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spanier sind ein stolzes volk, die engleänder haben sie als weltkolonialmacht vor längerer zeit verdrängt, deswegen sind sie auf englisch schlecht zu sprechen, zwischen den beiden nationen gibt es heute noch zoff. die spanier wollen gibraltar zurück, unterhalten aber selber auf der anderen seite des mittelmeeres ceuta und melilla (also auch kleine gebiete). genai wie die franzosen, träumen die spanier noch von ihrer vergangenheit und meinen ihre sprache sollen andere lernen, inkl. touristen...

Es ist einfach so, dass es mehr spanische Muttersprachler als englische gibt. Das ist ein Detail, welches man nicht unter den Tisch kehren kann.

Zum Gibraltar-Konflikt: die Spanier wollen Gibraltar nicht zurück, sondern Gibraltar expandiert auf dem Wasser- und Landweg hinein in spanisches Hoheitsgebiet.

Ceuta und Melilla wurden von den Römern gegründet, als weite Teile Spaniens dem römischen Reich angehörten. Diese hatten nie eine Ausrichtung zum afrikanischen Kontinent, sondern der unmittelbaren spanischen Umgebung angehörig und, was das Wichtigste ist: waren lange Zeit vorher Spanisch, bevor es Marokko überhaupt gab. Marokko kann also keine Ansprüche auf Ceuta und Melilla geltend machen. Sie gehörten nie zu Marokko.

Gibraltar wurde dagegen kriegerisch den Spaniern entwendet. Es wurde ein Abkommen geschlossen, welches rein den Felsen betrifft. Es gibt mehrere UN-Resolutionen zu Gunsten Spaniens. Rein rechtlich, dürfte diese Schmuggler- und Geldwäscheherd nicht mehr existieren.

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