Bild der Deutschen in Frankreich und umgekehrt?

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6 Antworten

Solche Beurteilungen sind nicht möglich. Wer ist der/die Franzose, wer ist ...

Damit Du später nicht als Populist mit Scheuklappen endest, solltest Du höchstens die unterschiedlichen Kücken, Urlaubsverhalten, Modegeschmack oder feststehende, belegte Zahlen vergleichen.

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Kommentar von germantourists
05.10.2010, 11:48

Du hast Recht, in dem Sinn, dass man Kulturen nicht generalisieren sollte. Dennoch gibt es eine ganze Forschungsrichtung, die sich damit beschäftigt, gerade im Bereich der interkulturellen Studien. Dort werden Eigenschaften beispielsweise der französischen Kultur aus geschichtlichen Grundlagen abgeleitet, man sagt zwar nicht, der Franzose ist so und der Deutsche ist so, aber bestimmte Eigenschaften können einer Kultur zugeordnet werden (entstammen ihrer Geschichte, etc.)

Und stets gilt: Stereotype sind meist der erste Kontakt zu einer fremden Kultur!

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In meinem Sachbuch "Lust auf Frankreich" habe ich einmal Franzosen beschrieben, die ich zu ihrer Meinung "über Deutsche" befragt habe. Hier das Resultat:

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Was sagen Franzosen über uns? Persönliche Beobachtungen und eine nicht repräsentative Umfrage im Bekanntenkreis, auf Marktplätzen, am Strand und in Bistros:

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„Die Deutschen sind diszipliniert und lieben Ordnung und Sauberkeit! Die lassen kein Papierschnipsel herum liegen. Davon könnten wir Franzosen uns eine Scheibe abschneiden!“ Charlotte, 58jährige Bistrobesitzerin

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„Die Deutschen sind schrecklich. Immer todernst, immer diszipliniert! Die können nicht mal alle Fünfe gerade sein lassen und haben keine Ahnung vom ‘savoir vivre’!“ Sandrine, 20jährige Kunststundentin

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„Die Deutschen? Immerhin geben sie mehr Trinkgeld als Engländer und Holländer! Und sie benehmen sich im Restaurant ruhiger und hauen nicht so auf die Pauke, wie man sich eigentlich immer von den Deutschen erzählt. Die sind ganz anders. Lieber einen Deutschen bei mir im Bistro als drei Holländer!“ Pascal, seit 23 Jahren Kellner und Barmann

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„Die heutigen Deutschen sind ganz anders als die früheren. Die Deutschen, die hier fest als Residenten leben, kommen aufs Bürgermeisteramt und fragen höflich und ruhig, oft sogar schon peinlich überhöflich, wo sie ihre Steuern bezahlen oder wo sie eine Genehmigung bekommen können. Einige von ihnen kommen auch herausfordernd, als hätten sie das Gesetzbuch unterm Arm, aber das sind wirklich heute die Ausnahmen, die meisten sind sogar höflicher und geduldiger als meine französischen Landsleute!“ Marie-Claire, seit 15 Jahren als Sekretärin am Empfangsschalter eines französischen Bürgermeisteramtes

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„Wenn wir Franzosen so hart und so diszipliniert wie die Deutschen arbeiten würden, würde es mit unserer Ökonomie besser aussehen!“ Jean-Pierre (45), Management einer deutsch-französischen Firma

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„Die Deutschen? Früher kamen sie mit ihrer Militärmaschine, heute kommen sie mit ihrer Geldmaschine. Das kommt doch aufs Gleiche heraus! Früher wie heute zerstören sie unser Land und die Natur, bauen überall und kaufen alles auf. Wegen mir können sie bleiben wo der Pfeffer wächst!“ Michel (74), Landwirt und Winzer

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„Deutsche Jungens sind steif und können nicht tanzen. Und warum lernen sie nicht wenigstens ein paar Worte Französisch? Im Urlaub hängen die immer in der Disko herum und glotzen uns an, aber trauen sich nicht!“ Nicole (18) Kassiererin in einem Supermarkt

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„Sie sollten Ihrem Außen- oder Kultusminister mal sagen, Deutschland soll nicht so viele Goethe-Institute schließen. Und bei diesen so genannten deutsch-französischen Konsultationsgesprächen sollten die deutschen Politiker endlich mal auf ihre französischen Kollegen einwirken, nicht noch mehr den Deutschunterricht an französischen Schulen zu kürzen. Das ist unverantwortlich, was da abläuft! Michelle (44), Deutschlehrerin an einem französischen Gymnasium

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„Wie wohl viele Franzosen habe ich ein ambivalentes Verhältnis zu Deutschland und den Deutschen. Auf der einen Seite bewundern wir eure Tatkraft, Arbeitsdisziplin, Sauberkeit und euer sprichwörtliches Organisationstalent, was uns Franzosen ja mitunter fehlt. Auf der anderen Seite sind das aber genau jene Punkte, die uns Angst machen, dass ihr sie uns jetzt in Europa überstülpen wollt. Es ist euer Hang zur Masse und – von Ausnahmen abgesehen – euer fehlender Individualismus, der mich stört!“ Marc (32), Air-Steward

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Das könnte man ewig fortsetzen. Und umgekehrt natürlich auch!

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Es gibt nicht DAS Bild der Deutschen von Frankreich und umgekehrt, sondern es gibt MEHRERE Bilder (die man auch Klischees oder Vorurteile nennen kann), die man je nach Betrachtungsweise und eigenem Standpunkt (und eigener Interessenlage) sehen und interpretieren kann.

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Ein Beispiel: Das Bild von deutschen linken Anti-Atom-Demonstranten wird in einer französischen Zeitung, die dem rechten oder großbürgerlichen Spektrum nahe steht, anders gesehen und anders beschrieben, wie z.B. von der Zeitung "Liberation" oder vom TV-Sender ARTE.

  • Weitere Beispiele: Die Bild-Zeitung wird eine Unruhe eine Gewaltanwendung französischer Vorstadt-Jugendlicher anders beurteilen oder beschreiben, als z.B. die TAZ oder eine psychologische Fachzeitung.

Der Deutsche, der auf der Autobahn von einem Franzosen geschnitten wurde, wird "die" Franzosen anders beurteilen, als ein Deutscher, der gerade eine Französin geheiratet hat.

Ein Franzose, dem ein Deutscher in Frankreich gerade ein Immobilien-Schnäppchen vor der Nase weggekauft hat, beurteilt "Deutschland" anders, als ein Franzose, der gut mit einem Deutschen gemeinsam an einem Forschungsprojekt arbeitet. usw., usw., usw.

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Die Crux solcher "Beurteilungen" liegt darin, dass wir zu schnell und zu voreilig eine Einzelsituation verallgemeinern und pauschalisieren.

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Heinrich Heine hat bereits vor mehr als 150 Jahren gesagt: "Nichts ist zwischen Deutschen und Franzosen wichtiger, als sich gegenseitig kennenzulernen! Wird das nicht beachtet, kann es zu den schlimsmten Folgen kommen!"

Lange, viel zu lange haben wir es (auf beiden Seiten) nicht beachtet. Die Folgen sind bekannt!

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Kommentar von sejeluchabe
05.10.2010, 15:04

Da stimme ich dir von ganzem Herzen zu, Pauschalisierung ist leider die Wurzel allen Übels.
Das hatten wir ja vor kurzem in einer anderen GF-Frage über Franzosen und ihrer Einstellung zu Fremdsprachen gesehen.

Ein sehr guter Kommentar verdient natürlich einen eindeutigen Dh. LG

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Danke für eure Antworten. Es geht ja nicht darum Stereotypen zu bejaen oder so. Sondern lediglich das Bild welches in den jeweiligen Medien vermittelt wird.

Ich weiß leider nicht ob es einen Film gibt über D/F in der Art von Sonnenallee beispielsweise. Also wo wirklich Stereotypen dargestellt werden.

Das mit den Karikaturen ist schon sehr hilfreich danke.

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Hi,

ich habe dieses Thema lang und breit in meinem Studium gehabt, ich habe echt coole Karikaturen, wenn du eine Mailadresse hast, dann kann ich sie dir schicken....

LG

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