Biblisch Fasten aber wie?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es ist für einen Christen eigene Entscheidung wann und wie lange und in welchem Umfang er oder sie fastest. Niemand ist an irgendwelche Kirchenvorlagen gebunden und muss auch nicht vierzig Tage fasten, wie Jesus es tat. Er KANN es tun. Zeitweiliges Fasten hat erhebliche gesundheitliche Vorteile, ist daher auch medizinisch gesehen zweckmässig. Wer aus Glaubensgründen fastet, der verzichtet nicht nur aus gesundheitlichen Gründen auf Nahrung, sondern vor allem, weil er z.B. gegenüber Gott die Wichtigkeit oder Ernsthaftigkeit einer Sache, z.B. einer Fürbitte oder Versprechen gegenüber Gott unterstreichen möchte. Das Fasten macht auch den Geist sehr klar für wichtige Entscheidungen. Es schwächt das "Fleisch" (biblischer Begriff für Eigenschaften die mit dem Ego oder "ES" einhergehen, z.B. Triebe) und stärkt den Geist.----------Medizinisch gesehen ist es überaus sinnvoll, gänzlich ohne zugeführte Energie (kcal) zu fasten (d.h. z.B. mit Tee oder Wasser, nicht etwa mit Fruchtsäften etc.), da sonst die Umstellung auf die Verbrennung von Körperdepots nicht oder nur schlecht bzw. unzureichend erfolgen kann. Siehe zur Erklärung meinen Beitrag unter:

Wenn ich morgens gut esse habe ich den ganzen Tag regelmäßig hunger.

Biblisch ist Fasten aber Verzicht und daher nicht zwangsläufig daran gebunden, gänzlich ohne Kalorien zu fasten. Auch wenn dies in den meisten Fällen vermutlich so praktiziert worden ist. Es ist ganz sicher die schwierigste und damit gegenüber Gott ausdrucksstärkste Form des Fastens. Der Prophet Daniel etwa verzichtete aber einmal auch folgendermassen:


"In jener Zeit stellte ich, Daniel, drei volle Wochen hindurch Trauer an: leckere Speisen genoß ich nicht, und weder Fleisch noch Wein kam in meinen Mund; auch salbte ich mich nicht, bis drei volle Wochen vergangen waren." (Daniel 10,2-3)


Zu den Gründen siehe im Kontext. Er empfing im Anschluß ein Gesicht (Vision), allerdings natürlich nicht nur aufgrund seines Fastens (falls das jetzt jemand dem entnehmen möchte) sondern aufgrund seiner grossen Liebe zu Gott und seiner Erwählung durch Gott. Trotzdem, wie gesagt: Fasten dient dazu, eine Aussage, Fürbitte etc. zu UNTERSTREICHEN, oder wird auch zudem aus Trauer praktiziert. Wie beim Prophet Nehemia, als er vom Unglück Jerusalems hörte:


"Und es geschah, als ich diese Worte hörte, setzte ich mich hin, weinte und trauerte tagelang. Und ich fastete und betete vor dem Gott des Himmels." (Nehemia 1,4)


Fasten ist hilfreich, bedingt aber selbstverständlich für Gott keine Verpflichtung, man kann sich also folglich damit bei Gott nichts erkaufen. Entsprechend Daniels Aussage kann eine FORM des Fastens biblisch gesehen auch sein, auf liebgewonnene Annehmlichkeiten des Lebens (s.o.) zu verzichten. Man sollte dann als wahrhaftiger Christ allerdings zwischen solchen legitimen "Annehmlichkeiten" und Dingen unterscheiden können, die tatsächlich in der Bibel als Unzucht, Ausschweifung etc., folglich als Sünde definiert sind. Dazu würde etwa Rauchen gehören, weil es die Gesundheit (und damit den gottgegebenen Leib) nachweislich schädigt. Ebenso ist es ein schlechtes Vorbild für Andere, ebenso zu handeln, lässt andere mitrauchen u.s.w.. Maßvoller Alkoholgenuss ist demgegenüber nachweislich sogar gesundheitsfördernd, insbesondere bei Rotwein. Ich hoffe ich konnte weiterhelfen.

Als Ergänzung: Interessant ist dazu auch das Bibelzitat, das HerrHagen unten aufgeführt hat (Matthäus 6,16). Hier wird deutlich, worauf es auch unbedingt ankommt: Man soll nicht vor den Menschen Eindruck schinden, sondern vor Gott. Gott kennt das Herz. Daß Gott es belohnt (wenn es aufrichtig ist)wird ebenso eindeutig von Jesus gesagt. Danke für den Stern!

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Jesus hat - wie du sicher weißt - 40 Tage gefastet. Als Ersatz gilt die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern, du hast also noch Zeit :-)

Ganz sicher würde er nicht wollen, dass du etwas gesundheitsschädliches versuchst, wie 40 Tage nur Wasser trinken etc. Und mach aus ihm keine asketische Spaßbremse. Das war einer der Gründe, wieso er es nicht bei Johannes dem Täufer ausgehalten hat, der war Jesus zu asketisch. Der hat ganz gern gefeiert. Ich sage nur Wasser zu Wein.

"Das war einer der Gründe, wieso er es nicht bei Johannes dem Täufer ausgehalten hat, der war Jesus zu asketisch. Der hat ganz gern gefeiert. Ich sage nur Wasser zu Wein." @Dummie42: Das war eine Hochzeit. Sowas nennt man einen guten Grund zum Feiern. Woher auch immer Deine Aussagen stammen (selbst ausgedacht?), in der Bibel haben sie jedenfalls rein gar keine Grundlage. Und was Du Ersatz nennst, ist Kirchenlehre. Nicht biblisch. Es ist eigene Entscheidung wann und wieviel und wann man fastet.

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@wahrheitsfreund

Richtig, die Hochzeit war eine Feier und Jesus keine keine asketische Spaßbremse. Der Mann wurde nicht umsonst von seinen Gegnern als Fresser und Weinsäufer verunglimpft. Wo Rauch ist, ist auch Feuer.

Der Frager will eine Anleitung zum Fasten von Jesus direkt finden und so wie er drauf ist, hofft er auf ein möglichst strenges Fastengebot um seinem Herrn besonders gut dienen zu können. Das ist ein völlig falscher Ansatz.

Im übrigen darf ich mir als angehende Religionswissenschaftlerin sehr wohl ein Urteil erlauben.

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Es geht auch für Christen nicht darum, es möglichst wortgetreu zu machen - im Übrigen gibt es keine Anleitung zum Fasten in der Bibel. Es geht einzig um den Effekt. Man entgiftet und wird klarer im Kopf. Du kannst Dich einfach einer ganz normalen Fastenkur bedienen. In Kurzform: Viel trinken, nix essen.

Wann und wielange sagt er tatsächlich nicht.Aber biblisch fasten heisst nichts zu essen und nichts zu trinken und zu beten.Der gesunde Menschenverstand sagt einem das man das nicht zu oft machen sollte, denn der Mensch braucht bekanntlich Nahrung.Unsere Kirche tut das einen Tag im Monat.Alle anderen Fastenmethoden (nur Wasser, nur Obst,kein Fleisch o.ä.) mögen einen medizinischen Zweck erfüllen , sind aber nicht biblisch.

Bitte lies mal Lk 4,2: Dort (40tägiges Fasten von Jesus) steht: "Er aß in diesen Tagen nichts, so daß ihn hungerte, als sie zu Ende waren." Von Durst ist hier ausdrücklich NICHT die Rede. Lediglich Paulus verzichtete nach dem Damaskuserlebnis drei Tage (!) auf Essen und Trinken (Apg 9,9). Aber blind in einem kühlen Haus, und ohne körperliche Anstrengung (er betete u.s.w.). Gott liebt die Menschen, er hat kein Interesse an gesundheitlichen Schäden oder Risiken.

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@wahrheitsfreund

Wie kann etwas ausdrücklich nicht dastehen?Es kann nur etwas nicht dastehen.Alles Weitere ist deine Interpretation.Ausserdem empfehle ich dir Ester4:16 und Jona3:6,7.Also entweder hat Gott Interesse am gesundheitlichen Schaden oder du weisst nicht was Fasten ist.

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Das hat er deswegen nicht getan, weil es ihm nicht um die Erfüllung von Gesetzen geht (nicht nur beim Fasten), sondern um unser Herz. Man fastet nicht für Gott, sondern eigentlich für sich selbst - um Kopf und Herz frei zu bekommen und sich ganz auf den Herrn auszurichten.

Das muss auch nicht völliger Verzicht auf Essen sein. Man kann z.B. auch nur auf eine Mahlzeit am Tag verzichten, auf Süßigkeiten oder auf den Computer. Eben auf das, was einen am meisten ablenken würde.

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