Bibelverse nicht verstanden?

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8 Antworten

Warum sollten diese Verse nicht Gotteswort sein? Die Bibel ist kein abgehobenes Buch, das nur den Idealzustand erklärt, sondern beschreibt die menschlichen Schwächen in all ihren Facetten.

Ich versuche mal, die angegebenen Stellen zu erklären:

In 1. Mose 19,31 machen die Töchter von Lot ihren Vater betrunken, um Nachkommen zu erhalten. Das ist ein absolutes Fehlverhalten und die Strafe dafür wird auch beschrieben (aus diesen Nachkommen entstehen Völker, mit denen Israel öfter mal kriegerische Auseinandersetzungen hatte). Es geht also nicht darum, dass dieses Verhalten gutgeheißen wird, sondern es werden Menschen dargestellt, die schlimme Fehler machen und die Auswirkungen ihres Fehlverhaltnes.

1. Mose 19,8 ist eine Aussage von Lot, der Männer bei sich beherbergt. Als böse Männer der Stadt an sein Haus klopfen und fordern, dass Lot die Männer herausgibt, bietet er ihnen seine Töchter an. Lot stellt das Gastrecht über seine eigenen Töchter. Wichtig ist dabei, dass der Text nicht aussagt, dass Lot richtig handelt. Sein Handeln ist durchaus mehr als fragwürdig. Eigentlich wäre es seine Aufgabe gewesen, seine Familie und seine Gäste zu beschützen und auf Gott zu vertrauen. Leider versagt er hier. Doch dank Gottes Hilfe kommt es nicht dazu, dass die bösen Männer der Familie von Lot und seinen Gästen etwas antun können (Vers 11).

2. Könige 2,23 (nicht 1. Könige) hört sich auf den ersten Blick etwas schwierig an. In der Stelle geht es aber nicht um Kinder, sondern um junge Männer (wahrscheinlich über 20 Jahre alt), die ungläubig und götzendienerisch waren und den Propheten Elisa ganz bewusst beleidigten, verhöhnten und verspotteten. Indem sie Elisa beleidigten, verspotteten sie Gott selbst. Die Schwere der Strafe spiegelte die Größe des Verbrechens wider. Das entsetzliche Gericht war Gottes Warnung an alle und jeden, der versuchte, den noch jungen Dienst des Propheten zu behindern.


2. Samuel 6,20 (nicht 1. Samuel) spricht nicht davon, dass David ganz nackt getanzt hat. Er hatt ein Priestergewand, einen leinernen Schurz an und tanzte und jauchzte vor Freude mit den Israeliten, weil sie Bundeslade wieder zurückgebracht wurde (Vers 14). Das war völlig in Ordnung. Nicht in Ordnung war die Reaktion seiner Frau Michal, die diese Freude nicht mittragen konnte und sich über die in ihren Augen nicht köngliche Kleidung und das nicht königliche Verhalten Davids aufregte. Ihr falsches Verhalten beschreibt die Bibel, Davids Verhalten wird als richtig dargestellt, da er damit nur seine Freude zum Lob Gottes ausdrücken wollte.

Richter 15,4 beschreibt den Richter Simson, der gegen die Philister kämpfte, die Israel ständig angriffen und plünderten. Zuvor war er verhöhnt und provoziert worden und rächte sich an den Feinden, die durch die verbrannten Felder einen großen Verlust zu verzeichnen hatten. Für Christen ist diese Tat kein Vorbild, da Jesus Rache verbietet ("andere Backe hinhalten"). Überhaupt ist die Geschichte von Simson voller Fehler und menschlicher Schwächen. Dennoch kämpfte er gegen die Philister, die Gottes auserwähltes Volk bedrängten, bekämpften und beraubten. Nur in diesem Zusammenhang ist auch das Ende dieser Geschichte zu verstehen (Richter 16,30).

Matthäus 10,34 wird gerne falsch verstanden und ohne Kontext zitiert, um Jesus eine angebliche Gewalt zu unterstellen. Das ist natürlich völlig falsch, da Jesus Nächsten- und sogar Feindesliebe gelehrt hat. In Matthäus 10,34 weist Jesus daraufhin, dass das Ergebnis des Evangeliums zwar Frieden und Versöhnung mit Gott bedeutet, aber auch zu zwischenmenschlichen Konflikten führen kann. Die Bekehrung zu Jesus kann zu Spannungen in der Familie führen (V. 35. 36), zu Verfolgung, zu Vertreibung und sogar zum Tod. Wer dem Herrn Jesus nachfolgt, muss willig sein, solche Nöte zu erleiden (V. 32.33.37-39). Christus wird zwar »Friedefürst« genannt (Jesaja 9,5), doch will er uns nicht der Illusion überlassen, er berufe uns zu einem konfliktfreien Leben. Wenn Jesus wiederkommt und sein Reich des Friedens aufrichtet (das Messianische Reich, das auch Tausendjähriges Reich genannt wird), wird er ganz real als Friedefürst und König herrschen.

Sehr interessant und empfehlenswert zur Frage finde ich folgenden Artikel: http://gottesbotschaft.de/?pg=3048

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Kommentar von Whitekliffs
14.06.2016, 08:25

Danke, das ist eine super Antwort;

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Du musst die Verse auch immer im Kontext lesen. Bei Mose 19,8 sind Engel bei Lot zu Besuch. Die Stadtbewohner wollen jetzt die Engel vergewaltigen. Der Vater (Lot) würde zum Schutz der Engel sogar seine eigenen Töchter herausgeben, die ja seine Gäste sind. Das Problem damals War, dass man nach der göttlichen Ordnung gelebt hat. Wenn jetzt ein Mann von einem Mann vergewaltigt wurde, war der Vergewaltigte quasi erniedrigt und eine Frau. Das hätte die göttliche Ordnung in der damaligen Vorstellung gestört. Die Vergewaltigung der Töchter wäre zwar auch sehr schlimm gewesen, aber es hätte die Engel nicht zu "Frauen" degradiert und die göttliche Ordnung wäre erhalten geblieben. Wenn du aber weiterliest stellst du fest, dass die Engel verhindert haben, dass die Mädchen vergewaltigt werden. Die Bibel nimmt an dieser Stelle keine Wertung vor. Du kannst aber erkennen, dass es die Engel nicht gut fanden, dass die Mädchen diesen Männern zum Opfer fallen sollten, denn sie haben es ja verhindert.

Wenn du möchtest kannst Du mir hier auf gf eine Freundschaftsanfrage schicken, dann können wir uns noch weiter austauschen.

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Hallo

toll dass du die Bibel liest.

Darf ich dir einen Rat geben? Bleib vorerst einfach beim Neuen Testament. Und lass das Alte Testament vorläufig einfach bei Seite.

Lies die Evangelien, die vom Leben Jesu berichten. Lies die Apostelgeschichte, die von den Anfängen des christlichen Glaubens berichten. Lies die Briefe, die an die ersten Gläubigen gerichtet sind.

Und lass das, was du jetzt noch nicht verstehst, liegen. Denn es wird genug geben, was du wohl verstehst. 

Gott wird dir das zeigen, was für dich wichtig ist. Und das sollst du dann auch umsetzen in deinem Leben.

Was Matthäus 10,34f angeht: Lies ihn mal im Zusammenhang. 

Worum geht es? Es geht darum, dass es was kostet, wenn man Jesus nachfolgt. Wir erleben das doch überall. Wer Jesus nachfolgt, wird Freunde verlieren, Eltern oder Ehepartner oder Kinder wenden sich von einem ab. Das kann sogar soweit gehen, dass man ermordet wird von den eigenen Eltern oder Kindern, einfach nur, weil man Jesus nachfolgen will.

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/matthaeus/10/#1

Ansonsten, ganz grob gesagt: die Bibel zeigt uns die Menschen so, wie sie sind. Und es gibt Stellen, die verstehe ich auch nach 40 Jahren Bibellesen immer noch nicht. Aber das, was für mein Leben mit Jesus wichtig ist, verstehe ich.  

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Kommentar von DerBuddha
09.06.2016, 19:24

Darf ich dir einen Rat geben? Bleib vorerst einfach beim Neuen Testament. Und lass das Alte Testament vorläufig einfach bei Seite.

warum, weil er sonst die wahrheit über diesen verbrecher liest?........ ihr seid schon lustig, denn ihr meint immer genau das was du geschrieben hast, wenn es heisst, jemanden von eurem glauben zu überzeugen............. ihr zeigt immer nur die für euren glauben "guten" seiten und die schlimmen wollt ihr gar nicht wissen oder zeigen........

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Kommentar von Zicke52
10.06.2016, 14:07

Ich muss deine Illusion zerstören. Die Frage klingt nicht so, als hätte der FS die Bibel gelesen oder vor, es zu tun. Er ist Muslim und hat sich gezielt negative Stellen herausgesucht, um zu "beweisen", dass die Bibel schlimmer ist als der Koran. 

Wer sich wirklich eine eigene Meinung bilden will, reproduziert nicht rein zufällig die gängigen Argumente der Islampropagandisten 1:1.

Ich glaube weder an die Bibel noch an den Koran, dies ist daher ein neutraler Standpunkt.

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Ich glaube nicht, dass es Dir  wirklich um das Verständnis der Bibel geht. Aus meiner Sicht möchtest Du das heilige Buch der Christen möglichst negativ darstellen. Schade.

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Ich bin Christ. Wenn Sie einige Gründe/Argumente haben wollen, um an das Christentum zu glauben, dann können Sie mich in den Kommentaren fragen oder auf mein Profil gehen und bei meinen hilfreichen Antworten vorbeischauen, dort findet man Argumente, um daran zu glauben.

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nichts an der bibel ist ein wort von einem imaginären wesen, denn alle texte sind NUR von menschen geschrieben, aus ihrem damaligen weltbild heraus, nach ihren damaligen moralischen denkweisen.........

die bibel ist zudem voller widersprüche, darüber zerbrechen sich sogar theologen im vatikan den kopf.............. also mach dir keine gedanken über märchen, lebe einfach dein leben, erfülle deine wünsche und träume, so gut dui kannst, ohne dabei menschen zu schaden dann machst du es schon richtig........:)

ein bekannter regisseur hat mal gesagt, würde man die bibel wortwörtlich verfilmen, wäre das der schlimmste film aller zeiten.............und recht hat er.........zumal der im alten testament beschriebene gott der teufel selbst ist, denn genauso wird er dort beschrieben.......:)

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Kommentar von helmutwk
10.06.2016, 13:38

nichts an der bibel ist ein wort von einem imaginären wesen

Hat denn jemand behaupten, die Bibel wär von einem Imaginären Wesen?

denn alle texte sind NUR von menschen geschrieben

Das Wort "nur" stimmt nicht. Alle Texte sind von Menschen geschrieben, aber diese wurden durch Gottes Geist (der nicht imaginär ist, wie du zu glauben scheinst) inspiriert.

die bibel ist zudem voller widersprüche

Voller scheinbarer Widersprüche. Viele lösen sich schnell auf, wenn der historische Kontext bedacht wird, oder manchmal auch nur eine korrekte Übersetzung benutzt wird (alte Lutherbibel i8st nicht unbedingt empfehlenswert!).

darüber zerbrechen sich sogar theologen im vatikan den kopf

Du meinst, die wissen nicht, was schon 1929 Pastor Modesohn über einige bekannte scheinbare Widersprüche schrieb?

zumal der im alten testament beschriebene gott der teufel selbst ist.

Komisch, ich lese auch im AT von Gottes Liebe und Geduld ...

Mal ganz abgesehen davon, dass der letzte Satz sich wie die  Natzipropaganda von anno dazumal anhört.

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Und alle anderen Verse hast du verstanden ?
Die Bibel ist nicht Gottes Wort. Also mach dir  dahingehend "keinen Kopf".
Es lohnt wirklich nicht hinter allen Texten des AT einen Sinn zu suchen.
Zu Mt.10,34 f
Jesus hat sehr häufig provokativ Aussagen gemacht. Hiermit will er sagen , daß es zu seiner Botschaft (der größeren Gerechtigkeit und Liebe) keine Alternative gibt, um zum Heil zu gelangen, daß seine Botschaft die Menschen "spaltet" (ähnlich hat er sich auch anderswo geäußert)

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Kommentar von joergbauer
10.06.2016, 11:37

Die Bibel enthält enthält Berichte von ca. 40 verschiedenen gläubigen Schreibern, die in 1600 Jahren entstanden sind. Es sind von Gottes Geist inspirierte Worte und Geschichten die alle einen roten Faden haben und harmonisch zusammen passen und finden. Das hat sich kein Mensch ausgedacht! Entsprechend kann man auch sagen, daß die Bibel Gottes Wort ist. Jesus hat sich auf die Schriften bezogen, die es damals schon gab.

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Warum nicht? Deinerseits akzeptierst du ja auch Grausamkeiten als Allahs Wort und stellst ihn deshalb nicht in Frage. Der Gott des AT und des Koran sind sich nunmal sehr ähnlich, entsprach halt der Gesinnung der damaligen Menschen, die diese Götter erfunden haben.

Um das Zitat aus dem NT (Mt 10,34) als Gewaltaufruf zu verstehen, muss man sich aber schon absichtlich dumm stellen. Jesus sagt nämlich im gleichen Atemzug ganz klar - und zwar sonnenklar, da muss man nichts heruminterpretieren - was er damit meint: Dass der Glaube an ihn Familien trennen kann.

Ich bin allgemein religions- (also auch NT-)kritisch, aber man sollte dabei ehrlich und sachlich bleiben.

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Kommentar von Aminfraj1
09.06.2016, 18:30

Ok ehrlich und sachlich.

Könntest du mir sagen an welchen Stellen im Koran Gott aufruft. Ich würde dir auch erklären in welche Zusammenhang diese aufrufe stehen.

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