Bibel und Hexen

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Da verstellte sich Saul und kleidete sich in andere Kleider und ging, er und zwei Männer mit ihm; und sie kamen nachts zu der Frau. Er sagte nun: „Wahrsage mir bitte durch Verkehr mit Geistern, und bringe mir den herauf, den ich dir bezeichnen werde.“ Die Frau sprach jedoch zu ihm: „Siehe, du selbst weißt wohl, was Saul getan hat, wie er die Geistermedien und die berufsmäßigen Vorhersager von Ereignissen vom Land abgeschnitten hat. Warum also handelst du wie einer, der meiner Seele eine Falle stellt, um mich zu Tode bringen zu lassen?“ (1. Samuel 28:8,9)

Saul selbst hatte die Hexen (Geistermedien und berufsmäßige Vorhersager von Ereignissen) vom Land "abgeschnitten" ... also töten lassen. Diese eine Hexe hatte es überlebt und Saul musste um ihre Dienste nutzen zu können sich verkleiden um nicht erkannt zu werden. Sonst hätte die Hexe sich geweigert ihm mit ihrer Hexerei zu dienen.

Die Hexenverfolgung erfolgte erst nach der Niederschrift des Hexenhammers. Also viele 100 Jahre später.

Nein, das stimmt nicht, das Buch war eine Reaktion auf die Hexenverfolgung und die Bulle des Papstes...

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@riara

Die Bibel beinhaltet keine Hexenverfolgung. Dementsprechend stimmt es.

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@1988Ritter

Nein, aber in Europa kam man mehr als 500 Jahre ohne Hexenverfolgung aus, der Aberglaube ist aber in der vorchristlichen Zeit verwurzelt.

Der Hexenhammer erschien übrigens rund 30 Jahre nach dem Beginn der Hexenverfolgung, in vielen Gebieten wo die Hexenverfolgung wütete war das Buch völlig unbekannt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hexenhammer

zum nachlesen...

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Die Geschichte im ersten Samuelbuch wurde zwei Jahrtausende VOR dem "Hexenwahn" in Europa geschrieben, nämlich etwa im 6. Jahrhundert vor Christus. Sie geht wahrscheinlich auf eine noch ältere (mündliche) Überlieferung zurück. Die Ereignisse, die erzählt werden, drehen sich um die Zeit um etwa 1000 vor Christus.

Die Frau - die man die "Hexe von Endor" nannte, war keine wirkliche Hexe oder Totenbeschwörerin. Sie war eine Betrügerin, die mit der Vorspiegelung von Totengeistern ihren Lebensunterhalt bestritt. Um so mehr traf sie der Schreck, als nun - wie in der Geschichte erzählt wird - ein wirklicher Geist auftauchte... Die Erzählung hat also eine deutliche Pointe und sie ist - zumindest in dieser Form - ein literarischer Kunstgriff, der die ganze Geschichte interessant und spannungsreich macht. Gruß, q.

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