Bezüglich Kündigung wegen Krankheit - Was heißt oft fehlen?

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5 Antworten

Bei häufigen Kurzerkrankungen kann der AG u.U. kündigen.

Im Kündigungsschutzrecht-Kommentar von Kittner/Däubler/Zwanziger steht dort u.a.:

"Häufige Kurzerkrankungen können eine personenbedingte Kündigung rechtfertigen. Entscheidend ist - wie bei allen Arten von personenbedingten Kündigungen- , ob durch sie das Arbeitsverhältnis in Zukunft für den AG in unzumutbarer Weise belastet wird.

Die Zahl der zurückliegenden Fehltage muss - wenn der AG nicht bereits selbst inhaltliche Anhaltspunkte vorträgt- Rückschlüsse auf die prognostizierten Fehltage zulassen. Beschränkt sich die vom AG ins Feld geführte wirtschaftliche Belastung auf die Kosten der Entgeltfortzahlung, müssen die zurückliegenden Fehltage entsprechend über 30 Arbeitstagen pro Jahr liegen. Macht er weitere Belastungen geltend, reichen nach der Rechtsprechung auch geringere Fehlzeiten für eine Kündigung aus"

Wenn ein AN also öfter mal einen oder zwei Tage feht, diese aber weniger als 30 Tage zusammengerechnet betragen, kann der AG etwa "erhebliche Beeinträchtigungen der betrieblichen Interessen, Störungen im Betriebsablauf nachweisen und war dies auch in der Vergangenheit öfter der Fall, so dass man nicht unbedingt eine positive Zukunftsprognose erwarten kann, kann dies zur Kündigung führen. Da gibt es dann eine Interessensabwägung in der auch gefragt wird ob die betrieblichen Auswirkungen für den AG noch zumutbar sind.

Es kann ja in vielen Betrieben nicht immer flexibel reagiert werden, wenn einzelne AN immer wieder fehlen und dadurch evtl. Maschinenstandzeiten verursacht werden. Für ein gutes Betriebsklima ist so ein MA wahrscheinlich auch nicht gerade förderlich, wenn Kollegen immer wieder ungeplant für ihn einspringen müssen.

Sysiphus74 22.01.2014, 09:35

Der Arbeitgeber muss vor eine Krankheitsbedingten Kündingung die Fehltaga über zwei Jahre zurück berücksichtigen und daraud einen Durchschnitt errechnen. Hiebei gilt auch dass es sich um "zusammenhanhslose" Krankmeldungen handelt, so dass z.B. ein chronisch Kranker der aufgrund seiner Krankheit häufiger fehlt eben nicht aus diesem Grund entlassen werden kann.

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Wenn einer schwer krank ist und 6 Wochen ausfällt, ist das noch als normal anzusehen. Wenn aber innerhalb eines halben Jahres 6 X 2 Tage fehlt, ist das schon reine Faulheit. Der wäre bei mir gar nicht bis 6 gekommen

Wenn ein Arbeitgeber einen festangestellten Mitarbeiter nach der Probezeit kündigen möchte, benötigt er dafür eine Begründung.

Die Regelungen zu Kündigungen findet man im Kündigungsschutzgesetz (KSchG). Es gibt drei Gründe warum ein Arbeitnehmer gekündigt werden kann, nämlich die Kündigung aus Gründen in der Person des Arbeitnehmers, die Kündigung aus Gründen im Verhalten des Arbeitnehmers und die Kündigung aus betriebsbedingten Gründen. Die krankheitsbedingte Kündigung ist eine Kündigung aus Gründen in der Person des Arbeitnehmers.

Um einen Mitarbeiter krankheitsbedingt kündigen zu können, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein.

1. Gesundheitsprognose

Es müssen zum Zeitpunkt der Kündigung Tatsachen vorliegen, die eine Prognose weiterer Erkrankungen des Arbeitnehmers in dem bisherigen Umfang rechtfertigen.

2. Beeinträchtigung der betrieblichen oder wirtschaftlichen Interessen des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber muss nachweisen können, dass die zu erwartenden Fehlzeiten des Beschäftigten zu einer erheblichen Beeinträchtigung der betrieblichen oder wirtschaftlichen Interessen des Arbeitgebers führen. Erhebliche Beeinträchtigungen bestehen, wenn es auf Grund des Fehlzeiten des Arbeitnehmers zu Störungen des Betriebsablaufes oder zu erheblichen Belastungen des Arbeitgebers mit Lohnfortzahlungskosten kommt.

3. Interessenabwägung

Die Interessenabwägung muss ergeben, dass ihm bei einer umfassenden Abwägung der beiderseitigen Interessen unter Berücksichtigung der Dauer des Arbeitsverhältnisses, der Krankheitsursachen, der Fehlzeiten vergleichbarer Ar-beitnehmer und des Lebensalter des Arbeitnehmers die oben festgestellte Beeinträchtigung seiner Interessen (siehe Punkt 2.) nicht mehr weiter zugemutet werden kann.

Wenn Du eine krankheitsbedingte Kündigung erhalten hast, musst Du dich innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung entscheiden, ob du dagegen Kündigungsschutzklage erheben willst oder nicht. Wenn Du diese in § 4 Satz 1 KSchG bestimmte Frist für die Erhebung der Klage versäumst, gilt die Kündigung als von Anfang an rechtswirksam (§ 7 KSchG).

hth Sys

Das liegt wohl im Ermessen des Arbeitgebers,wann du für ihn ,,unwirtschaftlich,,wirst...In manchen Firmen darf man ko-Tage oder Karenztage nehmen damit man den Krankenschein spart.Das sollte man aber auch nicht übertreiben.Da wird der Arbeitgeber auch stutzig und kann einen Schein anfordern.Steht die Frage-warum die Krankentage entstehen....

ich kenne einen betrieb, ab 30 oder 42 tage krank im jahr, hast du erst mal ein besonderes gespräch, ob du den anforderungen deines jobs gesundheitlich gewachsen bist

ja und das ist schon mal super, da bist du gleich im richtigen kreis

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