beziehungen im islam

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Der Gelehrte Imam Raghib al-Isfahani unterscheidet drei Triebe mit denen Allah den Menschen erschaffen hat:

  1. asch-Schahawiyya: Lust, Appetit
  2. al-Ghadabiyya: Emotionen
  3. an-Natiqa: Verstand Wie Imam an-Nursi erklärt, haben diese Triebe eine Übertreibungsform, eine Untertreibungsform und eine "goldene Mitte".

Was nun Beziehungen betrifft, so entspringt der Drang dazu dem appetitiven Trieb (1). Hätte der Mensch nicht solch einen Trieb, würde er sich nicht zum anderen Geschlecht hingezogen fühlen und es würde keine Fortpflanzung mehr stattfinden. Nun muss dieser Trieb aber in die richtige Dosis gebracht werden, da sonst Schaden für den Menschen entsteht.

  • Die Übertreibungsform ist, dass man sich der Lust hingibt und Beziehungen ohne Rechte und Verantwortung eingeht. Hierbei wird der Verstand zunächst ausgeblendet und man entscheidet rein nach der Begierde. (Man kennt ja das Motiv der "Liebe auf den ersten Blick", obwohl man den Partner überhaupt nicht kennt) Wie wir sehen, halten solche Beziehungen in der Regel aber nicht lange und leider hat dies dazu geführt, dass sogar die Ehen von Menschen, die sich an solche Beziehungen gewöhnt haben, nur von kurzer Dauer sind (Siehe Scheidungsrate in Deutschland). Und dies schadet nicht nur dem Individuum, sondern auch der Gesellschaft.
  • Die Untertreibungsform ist es, den Trieb zu unterdrücken, wie es zum Beispiel bei Mönchen der Fall ist, welche sich vollständig vom anderen Geschlecht fernhalten. Dies wird im Islam als unnatürlich betrachtet, denn Allah hat diesen Trieb nicht umsonst gegeben.
  • Die goldene Mitte ist es, eine geregelte Ehe einzugehen, bei der beide Partner Rechte, Pflichten und Ideale haben. Dies geschieht im Islam nicht dadurch, dass man einen Partner nach dem anderen "ausprobiert" bis man hoffentlich den richtigen findet (das wäre wieder die Übertreibung), sondern indem man sich gezielt einen passenden Partner aussucht, das heißt, man schaut im Voraus mit Hilfe von Freunden und Verwandten nach einem geeigneten Partner und kann diesen dann treffen und kennenlernen, bevor man sich seinen Gefühlen hingibt. Erst wenn man feststellt, dass man zusammen passt, lässt man den Gefühlen freien Lauf, so dass schädliche Faktoren ausgeschlossen werden.

In solch einem Falle, wie du ihn schilderst, sollte man sich besinnen und überlegen, was man überhaupt will. Man weiß meistens von vorne rein, wenn man einmal genau nachdenkt, dass man den Partner niemals heiraten würde, was schon zeigt, dass es sich hier nur um Lust und Gefühle geht, und das eine solche Beziehung niemals von Dauer sein wird. Sehen wir so etwas also als Prüfung und erinnern uns daran, dass Allah uns diesen Trieb gegeben hat, um ihn an der richtigen Stelle zu verwenden und nicht mit falschen Entscheidungen zu missbrauchen.

Und niemals zu vergessen ist das Bittgebet. Bitte Allah um die richtige Entscheidung, Schwester. Ich hoffe, ich konnte helfen. As-Salamu alaikum

Nach europäischer Denkweise werden Emotionen und der Verstand nicht zu den Trieben gezählt.

Diese Denkweise stammt doch noch aus dem 12.Jahrhundert und dürfte überholt sein. Warum auf so einen überholten Denker zurückgreifen, wenn es in der modernen Zeit auch durchwegs fortschrittlichere Leute gab, z.B. Fatema Mernissi aus Marokko oder z.B. Mohammed Abed al-Jabri ( Kritik der arabischen Vernunft) . Oder wie wäre es mit Abdelwahab Meddeb, ein tunesisch-franzöischeer Autor ?.

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In den meisten musl. Ländern gehen die jungen Leute schon zusammen ins Kino oder ein Eis essen! Nur - wenn die Eltern traditionell eingestellt sind, darf man nicht als Pärchen gehen, sondern in der Qulique! Natürlich umarmen die sich auch und geben sich Küsschen! Nur vor der Ehe ... soll man nicht! Im Christentum eigentlich auch nicht! Glaubt es oder nicht: Auf mehr als 2 oder 3 Partner vor der Ehe bringen es die Deutschen auch nicht im Schnitt - und oft wollen gerade diE Mädchen, die voll auf "Sluts" machen, in Wahrheit als Jungfrauen in die Ehe gehen! Allen eine gesegnete (Fasten)zeit!

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium an div. Universitäten sowie Intereligiöser Dialog.

Also ich und meine Freundin hatten gerade das Thema.. Schau mal im Qurann in Sura 17 Vers 32. Da heisst es : Nähert euch nicht der Unzucht bzw Zina. Mit Zina ist ausserehelicher Geschlechtsverkehr gemeint. So und jzt liegt dir Betonung auf NÄHERT EUCH NICHT. Das heisst sowas wie küssen usw ist schon eine Annäherung an Zina was also verboten ist. Dann dachte ich das dann wenigstens Beziehung haben darf und nur Händchen hält - doch selbst das ist im Islam verboten! Du darfst den Leuten die Hand reichen vor denen du auch dein kopftuch ausziehst, also Vater Mutter Onkel Oma usw bis zu Cousins. Denen und anderen Fremden darfst du nicht die Hand geben. Doch mal im Ernst - Beziehungen gehen mittlerweile so schnell kaputt und dienen nur noch zum angeben, rummachen oder langeweile vertreiben. Es ist oft unnötig. Wenn du dir wirklich vorstellen kannst mit ihm deine Zukunft zu verbringen, Verantwortungen zu tragen, eine Familie zu gründen uuuussswww dann kann man schauen das man sich verlobt! Und dann den Schritt zur Hochzeit! Sieh es als Prüfung wenn du gefragt wirst ob du eine Beziehung anfangen möchtest :) Eine Prüfung bei man schaut ob du widerstehst FÜR Allah und deinen Glauben ;)

du darfst dich verlieben aber nicht mit dem zusammen sein das ist eine sünde

körperliche Liebe gibt es im Islam nur in der Ehe. Sprich mit Deinem Eltern. Alles andere bringt, da du gläubige Muslimin bist, nur schwere Konflikte.

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