Bezahlt der Arbeitgeber ergonomischen Bürostuhl?

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9 Antworten

Da gibt es leider keine ganz konkreten Vorschriften. Fast alles, was es heute an Stühlen gibt, kann als für den "normalen" Mitarbeiter hinreichend geeignet angesehen werden. Da mit einem Amt oder so zu drohen bringt nichts. Die sind an dieser Stelle eher "zahnlose Tiger". Besser geeignet, um den Arbeitgeber zu überzeugen, ist vielleicht folgende Vergleichsrechnung: Ein Mitarbeiter, der fehlt, verursacht Kosten von gut und gerne 150 - 350 €/d. Wenn in 5 Jahren (Nutzungsdauer eines guten Stuhls) jedes Jahr nur zwei Tage zusätzlicher Arbeitsausfall wegen Rückenschmerzen vermieden werden (und Rückenschmerzen sind einer der häufigsten Gründe für Fernbleiben von der Arbeit) sind dass 5 * 2 * 150 - 350 €. Also 1500 - 3500 €. Wenn der bessere, ergonomischere Stuhl z. B. 250 € mehr kostet, als ein einfacher Stuhl, dann ergibt das eine Pay-back-Zeit von weit unter 1 Jahr und in 5 Jahren eine sechs bis 14-fache Rückzahlung des eingesetzten Kapitals!. So eine Rendite bekommt der Arbeitgeber bei fast keiner anderen Investition. Ergonomie für Mitarbeiter ist also eine hochverzinsliche Investition!

Mal dem Arbeitgeber vorrechnen und sehen, was er dann sagt.

Ein Arbeitgeber muss die Kosten nicht übernehmen. 

ABER: Man kann bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) einen Antrag stellen, wenn man z.B. ärztlich nachweisen kann, dass man Nacken- und Rückenbeschwerden hat. 

Die Höchstgrenze des Zuschusses durch die DRV ist meist ausreichend, um die gesamten Kosten zu decken. 

Hier eine Erläuterung: hevis.net/blog/kostenuebernahme-fuer-orthopaedischen-buerostuhl-durch-die-drv

Viel Erfolg und viele Grüße,

das Team von hevis.net

Für Arbeitgeber besteht gemäß Betriebssicherheitsverordnung -BetrSichV- die grundsätzliche Verpflichtung Beschäftigten nur Arbeitsmittel bereitzustellen, die für die am Arbeitsplatz gegebenen Bedingungen geeignet sind und bei deren bestimmungsgemäßer Benutzung Sicherheit und Gesundheitsschutz gewährleistet sind ( § 4 BetrSichV).

Aufgabe einer Fachkraft für Arbeitssicherheit und des Betriebsarztes ist es u.a., den Arbeitgeber bei der Beschaffung von Arbeitsmitteln im Hinblick auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu beraten. Dabei können auch Empfehlungen zur Beschaffung von besonders ergonomischen Bürostühlen gegeben werden.

Der Arbeitgeber ist aber nicht verpflichtet, Arbeitsmittel zu beschaffen, die über den allgemeinen Standard hinausgehen, obwohl er ja auch eine gewisse Fürsorgepflicht für die Gesundheit seiner Arbeitnehmer hat und durch die Anschaffung die Arbeitskraft seiner Beschäftigten länger erhalten bleiben würde!

Demnach müsste der Beschäftigte sich einen orthopädischen Bürostuhl selber anschaffen.

Möglichkeiten zur Beschaffung einer orthopädischen Sitzhilfe bieten die Rentenversicherung oder das Arbeitsamt.

Folgende Frage und Antwort sind auf der Internetseite der Deutsche Rentenversicherung vom 21.03.2006 veröffentlicht:

Ich benötige einen orthopädischen Arbeitsstuhl. Welche Möglichkeiten gibt es da?

Der Arbeitgeber ist nach Richtlinien der Europäischen Union (EU) und Unfallverhütungsvorschriften verpflichtet, geeignete Sitzhilfen zur Verfügung zu stellen. Ist über diese Verpflichtung hinaus gesundheitsbedingt eine besondere Sitzhilfe zur beruflichen Eingliederung erforderlich, können wir hierfür die Kosten übernehmen. Für die Prüfung einer solchen Leistung müssen Sie zunächst einen Antrag stellen. Hilfreich ist es, aussagekräftige ärztliche Unterlagen beizufügen. Nach Zustimmung durch die Deutsche Rentenversicherung können Sie sich im Fachhandel - nach Sitzprobe - einen orthopädischen Arbeitsstuhl bis zu 593,00 Euro inklusive Mehrwertsteuer selbst beschaffen. Die Kosten werden unter Rechnungs- und Empfangsnachweis anschließend von Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger erstattet.

Deutsche Rentenversicherung Westfalen

(ehemals LVA Westfalen)

48125 Münster

Telefon 0251 238-0

Telefax 0251 238-2960

Förderung von Sitzmöbel ist möglich:

Ansprechpartner kann sowohl die zuständige Krankenkasse als auch der Rentenversicherungsträger sein.

Vorschrift: In der Rentenversicherung ist die Vorschrift des § 33 Abs. 7 Nr. 2 SGB IX maßgebend.

Höhe: Die Höhe der Förderung ist nicht von vornherein festgelegt.

Voraussetzungen in der Rentenversicherung: Kosten für technische Arbeitshilfen und Hilfsmittel (orthopädischer Bürostuhl) können übernommen werden, wenn der Versicherte sie wegen der Behinderung ausschließlich für die Berufsausübung oder die Teilnahme an einer berufsfördernden Reha-Leistung benötigt und der Arbeitgeber nicht ganz oder teilweise zur Bereitstellung verpflichtet ist. Hilfsmittel müssen ausschließlich für die Verrichtung im Tätigkeitsbereich eines speziellen Berufes und an einem bestimmten Arbeitsplatz benötigt werden. Hilfsmittel, die für jede Form der Berufsausübung erforderlich sind und auch solche, die unabhängig vom Beruf den Grundbedürfnissen des menschlichen Lebens dienen und deshalb auch in anderen Bereichen - außerhalb des Arbeitsplatzes - genutzt werden können, werden nicht bewilligt. Wenn ein Versicherter aber wegen Art und Schwere seiner Behinderung auf einen orthopädischen Arbeitsstuhl angewiesen ist, um überhaupt einer Beschäftigung nachgehen zu können, können die Kosten für diese Stühle nicht von der Deutschen Rentenversicherung, ggf. aber von der Krankenkasse, übernommen werden. Ein Anhaltspunkt hierfür kann z.B. sein, dass der Versicherte auch im häuslichen Bereich auf die Benutzung eines speziellen orthopädischen Sitzmöbels angewiesen ist.

Grundsätzlich ist dies im Rahmen der Teilhabe am Arbeitsleben (früher berufl. REHA) möglich. Der Mitarbeiter muss mit entsprechender medizinischer Begründung einen Antrag bei seinem RV Träger stellen. Voraussetzung: 15 Beitragsjahre.

Die Rentenversicherungsträger bieten also Rehabilitationsleistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben an. Darunter können z.B. auch orthopädische Stühle fallen. Nähere Informationen dazu finden Sie im Internet bei der "Deutsche Rentenversicherung" oder bei einer Beratungsstelle.

Hier ein kleiner Leitfaden über eine mögliche Vorgehensweise für die Beschaffung eines orthopädischen Bürostuhls durch die BfA bzw. das Arbeitssamt .

Der Mitarbeiter benötigt ein orthopädisches Attest mit dem Hinweis darauf, dass ein entsprechendes Hilfsmittel verordnet werden muss, damit die Tätigkeit weiter ausgeübt werden kann.

Optimal ist es, wenn bereits der Orthopäde das Produkt direkt benennt, da dann die Wahrscheinlichkeit der hundertprozentigen Bezuschussung bis zum vollen Endbetrag am größten ist.

Für die weitere Vorgehensweise gibt es zwei verschiedene Wege:

a) Durch einen Anruf bei der Argentur für Arbeit (Arbeitsamt) im Reha Team kann man einen Antrag (Reha Antrag) für die Bereitstellung von Hilfsmitteln erhalten. Diesen Antrag füllt man aus und legt bereits einen Kostenvoranschlag für das Produkt seiner Wahl bzw. für das Produkt lt. Attest bei.

Die Agentur für Arbeit (Arbeitsamt) prüft, ob für die Bewilligung die Agenutr für Arbeit (Arbeitsamt) selbst oder die BfA (Bundesanstalt für Arbeit) zuständig ist.

Ausschlaggebend dafür ist, ob bereits 15 Jahre Rentenbeiträge eingezahlt worden sind. Wenn dieser Zeitraum der Einzahlung besteht, ist die BfA für die weitere Abwicklung zuständig. Die Agentur für Arbeit (Arbeitsamt) leitet automatisch den kompletten Vorgang an die BfA weiter.

Der Mitarbeiter erhält eine kurze Mitteilung über diesen Vorgang.

Sollten die 15 Jahre Rentenbeitragszahlung als Voraussetzung noch nicht erfüllt sein, wird die Bundesanstalt für Arbeit die Kostenübernahme zusichern.

b) Der Mitarbeiter holt sich einen entsprechenden Antrag bei der Krankenkasse und reicht diesen ausgefüllt wieder ein bzw. schickt ihn direkt zur BfA, wo der gesamte Bewilligungsvorgang in Gang gesetzt wird.

Version a und b unterscheiden sich durch den unterschiedlichen Zeitaufwand. Sofern die Bundesanstalt für Arbeit zuständig ist, erfolgt die Abwicklung sehr kurzfristig, im Bereich von drei bis sechs Wochen. Wenn die BfA zuständig ist, kann die Abwicklung sechs Monate und mehr dauern.

In allen Fällen geht das bewilligte Hilfsmittel in das Eigentum des Mitarbeiters über d.h. bei einem Arbeitsplatzwechsel kann z.B. der Stuhl mitgenommen werden.

Verpflichtet ist kein Arbeitgeber dazu. Man könnte Ihn höflich bitten ob er diesen Stul bezahlen würde.

Anders würd ich aber einfach bei der Krankenkasse einen formlosen Antrag stellen auf Bezuschussung dieses Stuhls. Ich denk mal das Sie gesetzlich versichert sind.

Das übernimmt dann meistens die Krankenkasse.

Nein, ist er nicht. Ausnahmen gelten da nur für Beamte teilweise. ggf. macht das die Berufsgenossenschaft.

Wende dich bitte an die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin unter 0231 9071 2071

Anforderungen an einen Bildschirmarbeitsplatz sind in der gleichnamigen Verordnung aufgelistet.

Der Arbeitgeber ist Verpflichtet für das gesundheitliche Wohl seiner Angestellten bestmöglich zu achten, deshalb ist ein Ergonomischer Bürodrehstuhl grundvoraussetzung für das Arbeiten im Büro und diesen muss dir der Arbeitgeber stellen.

Siehe a) bildschirmarbeitsplatzverordnung

b) Recht und Pflichten eines Arbeitgebers

Ich nehme an die Dame meint hier einen orthopädagischen Bürostuhl. Dazu ist kein Arbeitgeber verpflichtet. Ergonomisch muss er natürlich sein, allerdings ist das hier immer noch Auslegungssache, da dies in den DIN-Normen geregelt sind, die jedoch nicht rechtsverbindlich sind.

Es steht z.B. nirgendwo geschrieben, dass Bürostühle beispielsweise Armlehnen haben sollen, obwohl diese unzweifelhaft besser als ohne sind.

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@Reservist

Es steht aber geschrieben, das der AG auf die köperliche Unversehrtheit achten muss und das geht im Bereich Wirbelsäule, Rückrad eben nur mit einem ergonomischen Drehstuhl (:

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Ja, im Prinzip ist er das (steht im Arbeitsschutzgesetz), da er dazu verpflichtet ist dem Arbeitnehmer ein gesundes Arbeitsklima zu ermöglichen. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, das der Arbeitnehmer ein Ergonomischen Stuhl Tisch etc hat. Ich hatte das Thema grad erst in der Schule, also kannst du mir glauben ;) Also google das mal unter Arbeitsschutzgesetz

Muss er nicht nur wenn er mag, wenn du aber vom Arzt ein Bescheinigung hast das es besser wäre wenn du einen solchen Stuhl hast (die können ja bis zu 2000€ kosten) beteiligt sich zumindest die Krankenkasse, wichtig vorher abklären. Auf www.bnb-ohg.de auf den Bereich für Stühle gehen. Also wir haben mehrer Stühle dort gekauft und nen gewaltigen Rabatt bekommen. Stühle sind einwandfrei :-)

Dafür gibt es kein Gesetz !!!

Such mal in Richtung Arbeitsschutz ...

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