[Bewerbung] Wieso interessiere ich mich für Mathe und It?

5 Antworten

Du solltest nicht von den Fächern reden. Wenn Du Dich für die Fächer interessiertest, hättest Du ja gute bis sehr gute Noten. Schreib stattdessen: "Ich interessiere mich sehr für Mathematik und IT. Meine Zensuren spiegeln dieses Interesse jedoch nur unzureichend wider." Anschließend solltest Du Dein Interesse belegen, in dem Du auf außerschulische Aktivitäten hinweist. Das muss keine aktive Mitarbeit in einer Arbeitsgemeinschaft oder ähnliches sein. Eventuell kannst Du erklären, warum Deine Zensuren, von Deinen Fähigkeiten abweichen (wenn es denn so ist).

Gruß Matti

Als ich noch zur Schule ging (sehr lange her), war es bei den meisten so, dass die Zensuren nicht die Fähigkeiten widerspiegelten. Häufig hatten wir in den starken Fächern eine drei und in den schwachen Fächern eine vier. Das lag daran, dass wir unsere ganze Zeit und Energie in die schwachen Fächer stecken mussten, um nicht durchzufallen. Ich z.B. bin in zwei Geisteswissenschaften knapp an der 1 vorbeigeschrammt, weil ich für diese Fächer nichts getan habe. Das lag daran, dass ich meine Zeit dafür verwendet habe, z. B. in Bio und Chemie die 4 zu retten.

Und das war auch so gewollt.

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@Ernestine178

"Und das war auch so gewollt." Man muss diesem Satz wohl zustimmen, obwohl ich ein Fragezeichen dahinter machen würde.

Was Du beschreibst, ist so typisch für die Schule. Man soll, wegen eines guten Abschlusses, in allen Fächern gut sein. Sowohl Bildungsbürokraten, wie auch Lehrer würden dem wohl beipflichten. Vermutlich auch die Schüler. Deshalb: ja es ist gewollt.

Aber nun meine Frage. Warum soll man in Allem, was man in der Schule lernt gut sein? Außerhalb von Schulen wird das von niemandem verlangt. Ich habe an anderer Stelle dieses Forums schon mehrfach geschrieben, dass die Lernwut in den Fächern, in denen man nicht gut ist, immer zu Lasten der Bereiche geht, in denen man Interesse, Talent oder gar Leidenschaft hat. Was für ein Irrsinn! Und wenn man sich überlegt, dass dieser fatale Irrtum schon seit den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bekannt ist, fragt man sich natürlich, was da in unseren Schulen vorgeht? Man kam damals zu der Erkenntnis, dass man seine Stärken stärken soll, anstatt sich auf seine Schwächen zu konzentrieren. Was passiert, wenn man sich auf seine Schwächen konzentriert, hast Du wunderbar beschrieben; man erreicht Mittelmaß. Wo ist denn bitte schön Mittelmaß gefragt?

Wenn ich operiert werden muss, gehe ich zu keinem Chirurgen, der Nachhilfe im Operieren brauchte, damit er seiner Tätigkeit wenigstens mittelmäßig nachgehen kann. Ich will zu dem, der sein Talent und seine Fähigkeiten zur Meisterschaft gebracht hat, der die Zeit des Lernens damit verbracht hat perfekt zu werden. Ob er sportlich ist, gut lesen, rechnen, zeichnen oder singen kann und darin gute Noten hatte, geht mir hundert Meter am Allerwertesten vorbei.

Ob die Auswirkungen des oben Beschriebenen wirklich so gewollt sind, zweifle ich an; deshalb die Bemerkung mit dem Fragezeichen.

Was die Schule noch so für bewusst oder unbewusst in Kauf genommene Auswirkungen hat, ist unter dem Titel "Bildung braucht Gastlichkeit" in folgendem Beitrag bemerkenswert zusammengefasst.

http://www.streifzuege.org/2013/bildung-braucht-gastlichkeit

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Hast du denn auch außerschulisch was in diesem Bereich gemacht? Dann kannst du ja sagen, dass du die Kenntnisse in diesen Fächern durch dieses und jenes erweitert hast.

Nein, so bitte nicht. Interessiertst du dich nur in der Schule für diese Fächer oder allgemein. Dann lass 'in der Schule' weg. Dann kannst du begründen, weshalb dich diese Fächer so sehr faszinieren. Eine 3 in Mathe ist gut.

Wenn dich jemand fragt, warum du keine '1' hast, musst du antworten. Denk' mal darüber nach. Ich wüsste da schon was...

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