Beweis für eine Evolution?

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16 Antworten

Wie wäre es mit der Verdaubarkeit von Milch im Erwachsenenalter bei Menschen? Das ist eine Mutation die nur ein par Tausend Jahre alt ist, vermutlich zu erst in Europa auftrat und daher dort am häufigsten zu finden ist, sich aber (noch nicht?) komplett durchgesetzt hat.

Oder Antibiotika-Resistenzen? Bakterien haben zum Teil alle 20 Minuten eine Generation, daher läuft Evolution hier sehr schnell. In manchen Fällen tauchten Gene die einen Teil der Population resistent gegen ein neues Antibiotikum machen schon eins, zwei Jahre nach der Einführung des Antibiotikums auf. Dafür "Zweckentfremdet" die Evolution z.B. Transportproteine in der Membran. Die bringen sonst andere Sachen nach draußen. Mutieren die zufällig so, daß sie ein Antibiotikum (und damit ein tödliches Gift) nach draußen pumpen ist das so ein gewaltiger Vorteil, das es sich schnell durchsetzt und verbreitet.

Sind Bakterien in der Laienmeinung deines Belkannten keine richtigen Lebewesen? Wie wäre es dann mit dem Gift das wir mit Gentechnik in den Gen-Mais einbauen und Mais-Schädlingen? Die Bt-Toxine sind hoch-wirksame Gifte die an einen Rezeptor auf den Zellen des Ziel Insekts andocken. Da aber bei Milliarden von Käferchen im Maisfeld einige auch Mutationen an genau dem Rezeptor hatten (und dann im Schlaraffenland waren weil für alle um sie herum das Essen giftig war), fand hier sehr schnell Evolution statt. 1997 die ersten Gen-Mais sorten auf dem Acker, 2002 der erste resistente Schädling. 2011 waren schon 5 der häufigsten 7 Mais-Schädlinge resistent gegen Bt. Daher werden gerade neue Gen-Mais Sorten gezüchtet mit anderen Bt-Proteinen und Kombinationen aus mehreren.

Noch eines, daß sich nicht auf Fossilien stützt: Menschen sind die einzigen Menschenaffen mit nur 46 statt 46 Chromosomen haben. Dennoch sind wir Verwandt. Was ist passiert? Molekularbiologen haben das "fehlende" Chromosom gefunden: Unser Chromosom 2 ist ziemlich riesig und trägt die Informationen des vermißten Chromosoms mit. Nicht nur das, in der Sequenz sind auch die Strukturteile des Chromosoms, die keine Information tragen noch zu finden. Es fand also vor ein par Millionen Jahren eine Fusion dieser Chromosomen statt die uns anders gemacht hat als die anderen Menschenaffen.

Vermutlich wird dein Bekannter aber auch für diese drei Beispiele irgend welche Argumente aus den Fingern saugen, warum gerade diese drei nicht gelten. Da kann ich nur sagen: Es gibt hunderte Beispiele, die Evolutionstheorie ist die am besten belegte Theorie in der modernen Wissenschaft (besser als die Theorie der Schwerkraft) und wenn er den Standpunkt wirklich vertreten möchte, soll er sich doch bitte mal von sich aus damit beschäftigen statt sich Beispiele hinterhertragen zu lassen.

www.Evokids.de bietet Material zum Thema auf einem Level, auf dem es Grundschüler verstehen. Danach hat man die Grundlagen sicher verstanden und kann sich mal "Evolutionsbiologie" von Volker Storch anschauen. Ein sehr umfassendes und gut zu lesendes Buch. Wenn ihm das nicht reicht gibt es zehntausende Fachpublikationen von tausenden Wissenschaftlern die sich ihr ganzes Leben damit beschäftigt haben. Wenn er sich sicher ist, es besser zu wissen (und nicht nur aus Ignoranz, also weil er es nicht versteht argumentiert), dann soll er auch publizieren und wir werden sehen ob es die Fachwelt vielleicht sogar überzeugt...

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Du erwartest keine sinnvollen Antworten. Das ist schonmal gut, denn du hast auch keine sinnvolle Frage gestellt. Ihr beide, sowohl du als auch dein evolutionsablehnender Freund, habt nämlich leider überhaupt keine Ahnung, was Evolution ist und was die Evolutionstheorie beschreibt. Das sinnvollste wäre also, dir das zu erklären - die Beweise findest du dann schon ganz allein.

Unser Planet ist ständigen Veränderungen unterworfen. Durch das verschieben der Kontinente und dem dadurch entstehenden Vulkanismus ändert sich das Klima und die Land-Wasser-Verteilung auf dem Planeten. Durch andere tektonische Ursachen wie die Meeresbodenauffaltung oder die Tiefseegrabenbildung ändert sich der Meeresspiegel. Das alles hängt miteinander zusammen und beeinflusst sich, sodass sich alle Lebensräume auf der Welt immer wieder wandeln: wo einst ebenes Land war, kann sich binnen weniger Jahrtausende ein Gebirge emporheben, die dann langsam von Wind und Wetter wieder abgetragen werden; Flüsse verändern ihre Laufrichung und suchen sich neue Betten; wo einst trockenes Land war kann heute ein Meer sein oder umgekehrt. Das Leben steht aufgrund dieses Wandels vor immer neuen Herausforderungen. Da sich dieser Wandel aber oft nur sehr, sehr langsam vollzieht, haben die Lebewesen Zeit, sich an die Veränderungen anzupassen. 

Das funktioniert so: nehmen wir mal einen Klimawandel an, bei dem die Temperaturen sinken und es langfristig gesehen immer kältere Winter in einer bestimmten Gegend gibt. Das betrifft nun alle Tiere, die in dieser Gegend leben, gleichermaßen. Jedes individuelle Tier, dass nun ein auch nur ganz leicht dichteres Fell als seine Artgenossen hat, oder dass vielleicht etwas dickere Fettreserven hat, von denen es im Winter zehren kann, hat nun einen Vorteil gegenüber seinen Artgenossen. Es kommt leichter mit den sich verändernden Bedingungen zurecht ich spart dadurch Energie, die es nutzt, um sich fortzupflanzen. Dies gelingt den besser angepassten Individuen nun öfter als den anderen, sodass ihre Gene, die ja für ihre Anpassungseigenschaften der Grund sind, häufiger weitergegeben werden.

Im Laufe der Zeit setzen sich die haarigeren und fetteren, aber auch die größeren Individuen nun gegenüber den anderen Artgenossen durch - denn diese haben eine höhere Sterblichkeit: sie finden weniger leicht Nahrung und einen Partner, sind anfälliger für Krankheiten und werden häufiger von Raubtieren gerissen. Das nennt man SELEKTION.

Die Selektion ist die treibende Kraft hinter der Evolution. Betrachtet man die Generationenfolge nun im Zeitraffer von mehreren zehntausend Generationen, so verändern sich die Tiere und Pflanzen genauso wie ihre Umwelt. Entsprechende Anpassungseigenschaften werden immer weiter verfeinert, sodass ständig neue Arten entstehen. Manche Arten verändern sich dagegen wiederum kaum, weil sich auch ihre Lebensbedingungen nicht verändern - Krokodile und Schildkröten gibt es zum Beispiel seit Millionen von Jahren in nahezu unveränderter Form, weil sie seit Ewigkeiten die gleichen ÖKOLOGISCHEN NISCHEN besetzen.

Evolution passiert also in der Regel nicht, wie ihr beide falsch verstanden habt, ganz plötzlich und von einem Tier zum nächsten. Keinem Fisch sind irgendwann einfach so Beine und eine Lunge gewachsen: in tausenden von Generationen bekamen Fische, die am Grund von Flussbetten nach Nahrung stöberten, kräftigere Flossen, die dann irgendwann stark genug waren, sie für kurze Zeit auch ana Land zu tragen, wo sie ihren Feinden entkommen konnten. Im Laufe der Zeit verfeinerte sich dieser Vorteil dann weiter und die Schwimmblase diente dazu, aus der Luft Sauerstoff zum Atmen zu ziehen. Es ist auch keinem Dinosaurier plötzlich ein Federkleid gewachsen und er hob vom Boden ab - die frühen Federn der Vogel-Vorfahren dienten zuerst als Kälteschutz, dann zur Partnerwerbung. Und sie waren bei sehr kleinen, kletternden Dinosauriern zusätzlich dazu gut, um Sprünge von Bäumen abzubremsen - aus dieser Eigenschaft entwickelte sich dann der aktive Flug.

Dein Freund und du suchen also in der falschen Richtung nach Beweisen, die es gar nicht gibt. Aber du kannst dir den Fossilbericht anschauen und sehen, aus welchem Ursprung über welche Spezies dann eine neue Spezies hervorgegangen ist. Das funktioniert im Großen übrigens genauso wie im Kleinen: die Fossilien von Tiktaalik, Acanthostega und Ichthyostega verdeutlichen dir die Evolution des Landganges, wenn man sie in der richtigen Reihenfolge betrachtet - jedes dieser Tiere für sich genommen ist natürlich noch kein Beweis, die Abfolge des Fossilberichts aber wiederum schon.

Genauso kannst du dir eine Bakterienkultur in einer Petrischale züchten und ein Antibiotikum dazugeben - die meisten deiner Bakterein werden nun sterben, außer die, die eine dickere Zellwand und damit einen besseren Schutz gegenüber dem Antibiotikum haben. Die übriggebliebenem Bakterien vermehren sich nun wieder - und wenn du das Experiment nun mit anderen Faktoren, die du veränderst, wiederholst, etwa durch Veränderung der Temperatur oder des Druck oder durch Hinzugabe eines anderen Antibiotikums, so wird aus deiner ursprünglichen Kultur eine Kultur völlig anders gebauter Bakterien hervorgehen. 

Eine neue Art kann somit im Kleinen sogar vor deinen Augen entstehen, da Bakterien eine sehr kurze Generationenfolge haben und sich durch Teilung, nicht durch geschlechtliche Fortpflanzung vermehren. Da größere Lebewesen aber dafür mehr Zeit brauchen, läuft ihre Evolution sehr viel langsamer ab: was für die Bakterienkultur Wochen sind, sind für eine Population einer Wirbeltierspezies Jahrmillionen. Beidem liegt aber das völlig identische Prinzip der Evolution zugrunde. 

Und ich hoffe, ich habe das jetzt so erklärt, dass wenigstens du dieses Prinzip verstanden hast. Dein Freund wird es aber nicht verstehen, weil es sein Weltbild durcheinanderbringt - und deshalb wird er die Beweise nicht sehen wollen. Allein schon die Argumentation, dass es für ihn alles "nur" Anpassungsmechanismen aber keine Evolution sind, zeigt das Spektrum seiner Ignoranz: "Anpassungsmechanismus" ist eben nur ein anderes Wort für Evolution, eben auf das bloße Individuum bezogen. Mehrere Individuen mit ihren ganz eigenen Anpassungsmechsnismen führen dann, wenn sie sich miteinander paaren, dann im Laufe der Generationen zur Evolution neuer Arten.

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Evolution ist die Änderung der Häufigkeit von Allelen (Genvarianten) in einer Population über Generationen hinweg. Wachstum in Kindheit und Jugend oder der Aufbau von Muskelmasse sind keine Beispiele für evolutionäre Vorgänge, da ihnen keine genetischen Veränderungen zugrunde liegen.

Wie du selber gesagt hast, sind 2.000 Jahre erdgeschichtlich betrachtet nur eine kurze Zeitspanne. Die stärksten Veränderungen haben dabei bei Nutzpflanzen und -tieren stattgefunden, deren Entwicklung sehr schnell und gerichtet abläuft, da sie gezielt von Menschen gezüchtet werden. 

Wegen ihrer schnellen Fortpflanzung lassen sich in diesem Zeitraum auch bedeutende Veränderungen an Bakterien und anderen einzelligen Lebewesen feststellen, etwa was die Immunität gegen Antibiotika oder die Umstellung des Energiestoffwechsels (z.B. von Glucose auf Citrat) angeht.

Ein paar weitere Beispiele:

  • Der Rotkehlanolis auf den karibischen Inseln hat sich nach der (künstlichen) Einwanderung einer anderen Anolisart spezialisiert, um dem Konkurrenzdruck auszuweichen. Auf den betroffenen Inseln leben die Anolis nun nicht mehr auf den ganzen Bäumen, sondern bevorzugt in den Wipfeln. Das ging einher mit einer Vergrößerung der Haftsohlen an ihren Füßen, vermutlich als Anpassung an die dünneren Zweige. Diese Entwicklung spielte sich innerhalb eines Jahrzehnts ab.
  • Überjagte Arten sind einem starken Selektionsdruck ausgesetzt. Da nur Fische ab einer bestimmten Größe gefischt werden dürfen, haben die kleineren Exemplare größere Überlebens- und Fortpflanzungschancen. Dadurch sinkt langfristig die Durchschnittsgröße einer Fischart, ein extremes Beispiel ist der Kabeljau, dessen Durchschnittsgröße sich innerhalb von Jahrzehnten fast halbiert hat.
  • Auch afrikanische Elefanten sind durch Jagd gefährdet. Auf sie hat man es vor allem wegen ihrer Stoßzähne abgesehen. Individuen mit kleinen oder fehlenden Stoßzähnen haben größere Chancen, von Wilderern verschont zu werden und sich fortzupflanzen, als ihre besser bestückten Artgenossen. Ein großer Teil der heutigen Elefantenpopulation in Afrika wird deshalb mit kleinen oder sogar völlig ohne Stoßzähne geboren. Ähnliches lässt sich z.B. auch bei wegen ihrer Hörner gejagten Wildschafen beobachten.
  • Mit der gemeinen Nachtkerze wurde ein Experiment durchgeführt, bei der nur eine von zwei Gruppen mit Insektiziden behandelt wurde, während die andere Schädlingen ausgesetzt war. Innerhalb weniger Generationen ließen sich dann Unterschiede in der Konzentration von pflanzlich erzeugten Giftstoffen sowie dem Zeitraum des Blühens feststellen. Beides sind Anpassungen an den Selektionsdruck durch schädliche Insekten.
  • Das Beispiel mit den Ruineneidechsen auf kroatischen Inseln wurde schon genannt. Unter den neuen Bedingungen hat sich die Eidechsenpopulation an das vermehrte Fressen von Pflanzen angepasst, durch Veränderungen des Kiefers und des Verdauungstraktes.
  • Auch wenn es lange umstritten war, geht der Industriemelanismus bei Birkenspannern tatsächlich auf die Bejagung durch Vögel zurück. Die Nachtfalter haben sich ursprünglich durch ihre weiße Farbe mit schwarzen Flecken auf Birkenstämmen vor Fressfeinden getarnt. Im Laufe der Industrialisierung wurden viele Bäume durch den vielen Ruß dunkel eingefärbt, und gleichzeitig nahm der Anteil der von Geburt an völlig schwarzen Birkenspanner zu, weil diese auf den dunklen Stämmen besser getarnt waren als der weiße Typ. Nach dem Aufkommen von immer besseren Filteranlagen ging die Rußbelastung zurück, und der weiße Typ nahm wieder an Häufigkeit zu.

Das waren jetzt nur eine Handvoll Beispiele von vielen, die man zusammenstellen könnte. Schwere Veränderungen wie die mehrfache Ausbildung von Organen oder die Ausbildung an den falschen Körperteilen kommt zwar sowohl im Labor als auch in der Natur vor (z.B. bei Fruchtfliegen), das ganze ist aber nicht wirklich repräsentativ für die gesamte Evolution. Solche starken Veränderungen sind in aller Regel nicht erfolgreich, sondern enden tödlich. Bei kleinschrittigen Mutationen ist es wahrscheinlicher, dass ihr Träger immer noch einigermaßen überlebensfähig bleibt.

Das alles waren jetzt Beispiele für echte Evolution, aber vielleicht wird dein Bekannter sie trotzdem nicht anerkennen, weil er wie so viele ein eigenwilliges Verständnis von Evolution hat, das nicht unbedingt etwas mit den tatsächlichen Begriffen zu tun hat.

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Hallo NovemberMorgen, 

es gibt eine Menge Beispiele aus dem Bereich der Bakterien oder Viren. 

Ein Beispiel aus dem höheren Tierreich wäre dieses hier: 

http://www.pnas.org/content/105/12/4792.long

In der Arbeit wird beschrieben, dass bestimmte Eidechsen im Laufe weniger Jahrzehnte ganz erhebliche Veränderungen im Bau der Gliedmaßen und des Schädels vollzogen haben. Außerdem haben die Eidechsen ein vollkommen neues Organ entwickelt, eine Art Blinddarmklappe. Diese verlangsamt den Verdauungsvorgang und verbessert so die Verdauung pflanzlicher Nahrung. 

Jetzt muss man bedenken, dass derart neue Organe, wenn wir sie bei Fossilien finden, in aller Regel dazu führen, dass das Fossil mit dem neuen Merkmal einer anderen Spezies zugeteilt wird. 

Hätten wir also die in dieser Arbeit beschriebene Eidechse als Fossil ausgebuddelt und sie mit anderen Eidechsen verglichen, die diese Blinddarmklappen nicht haben, wäre sie sehr wahrscheinlich als eine eigene Art eingestuft worden. 

Damit erfüllt diese Beobachtung den geforderten Bestand, dass die Entstehung eines gänzlich neuen Merkmals beobachtet wurde.

Das grundlegende Problem: Wer die Evolution leugnet, lässt sich auch durch das Vorlegen bester Beobachtungsbefunde nicht überzeugen. Der Trick in der "Argumentation" der Evolutionsleugner ist hier einfach das sogenannte Verschieben des Torpfostens: Dein Bekannter wird einfach antworten, dass ihm das nicht genügt - das Tier sei ja immer noch eine Eidechse. 

Damit verschiebt er aber einfach das Ausmaß der geforderten beobachteten Entwicklung weg vom "Artbegriff" zur "Familie". - Um Evolution anzuerkennen braucht er dann auf einmal nicht ein neues Merkmal oder eine neue Art, sondern eine neue Familie... wetten? 

Das liegt daran, dass die ganze Unterscheidung zwischen "Evolution" und "Anpassungsmechanismus" eigentlich künstlich ist - eine willkürlich gezogene Grenze, um über offensichtliche Veränderungen nicht anerkennen zu müssem, was man halt nicht wahrhaben will. Und die Grenze verschiebt man dann halt nach Bedarf weiter.

Grüße

P.S.: Keine "neuen Merkmale", aber ein eigentlich sehr stichhaltiger Beleg läuft übrigens über Retroviren. Falls Dir nicht bekannt, hier ist das erklärt:

http://www.ag-evolutionsbiologie.net/html/2010/evolutionsbeweis-retroviren.html

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Natürlich ist die Evolution ein Anpassungsmechanismus.

Jedes Individuum paßt sich im Laufe seines Lebens bestmöglich im Rahmen seiner ihm von der Genetik gesteckten Grenzen an seine Umwelt an. Das nennt man Ontogenese.
Die im Laufe des Lebens von einem Individuum erworbenen Eigenschaften werden nicht an seine Nachkommen vererbt.

Im Gegensatz dazu ist die langfristige Anpassung an (geänderte) Umweltbedingen nur durch Verankerung in den Genen möglich. Das nennt man Phylogenese.

Motoren der Evolution sind Mutation und Selektion.
Durch Mutationen werden Gene, also das Erbmaterial verändert und diese Veränderung wird an die Nachkommen weitergegeben. Die meisten Mutationen sind schädlich, aber ab und zu passiert eine passende Mutation zum richtigen Zeitpunkt. Die Individuen, die diesen Vorteil tragen werden selektiert und überleben häufiger, als ihre weniger gut ausgerüsteten Artgenossen.
Beeindruckende Beispiele haben ja andere hier schon beschrieben.

Aber was schreib ich. Das ist alles schon anderswo besser und 1000 fach erklärt worden.

Solchen Leuten geht es auch nicht um Verstehen und Erkenntnis, sondern um religiös anmutenden Glauben.

Also überleg dir, ob du dir das antun willst. Du könntest genauso gut mit einem Zeugen Jehovas diskutieren, (was oft das Gleiche ist).

 

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Du kannst nicht mit solchen Individuen diskutieren, das sind Fanatiker. Egal was du ihm zeigst, es wird immer als "bloße Anpassung" oder sonstiges abgewiesen werden. 

Wenn du mit den wachsenden Haaren oder Muskelwachstum allerdings Veränderungen an einem einzelnen Indivuum meinst, also z.B. Muskelwachstum durch Training, dann hat er Recht: Das ist keine Evolution.

Aber wenn es um für die ihm gewünschten Veränderunen geht: Wie du bereits angesprochen hast ist der von dir dafür vorgegebene Zeitraum viel zu kruz, 2000 Jahre sind aus evolutionärer Sicht ein Wimpernschlag. Nur Organismen mit sehr schnellen Generationenwechsel würden in dieser Zeitspanne solche Veränderungen theoretisch durchmachen können, aber ich schätze Antibiotikaresistenzen oder neue Krankheiten erkennt er auch nicht an, nicht wahr? ;) Zudem sind derart massive Eingriffe in den Körperplan im Regefall für den Träger der Mutation gefährlich bis tödlich.

Was ich anbieten kann sind Fruchtfliegen mit Beinen anstatt fühlern und zu zusätzlichen Flügeln veränderten Halteren:

https://www.sdbonline.org/sites/fly/segment/ultrabt8.htm

http://www.exploratorium.edu/exhibits/mutant\_flies/mutant\_flies.html

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Das heißt Evolution und nicht Revolution und das bedeutet, dass  Entwicklungen, wie die "Erfindung" neuer Organe oder gar ganz neuer Arten eben nicht in kurzer Zeit wie 2000 Jahre stattfindet. Gemessen am Alter der Erde von über 4.000.000.000 Jahren sind 2000 Jahre nur ein Augenblick. Insofern ist deine Einschränkung auf diesen Zeitraum an sich unsinnig. Selbst die Entwicklung einer der jüngsten Arten auf der Erde, des Menschen, zog sich über Jahrmillionen hin.

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Kommentar von KoernerbrotBP
08.08.2017, 01:22

die Erde ist nicht so alt.

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Hallo! Keine Theorie ist besser belegt als die Evolution.

Diese ist kausal geschlossen bewiesen.

 Die Darwinfinken oder Galapagos-Finken sind da ein gutes Beispiel und brachten auch Darwin auf die richtige Spur. Sie fanden auf verschiedenen Inseln verschiedene Bedingungen vor und entwickelten sich unterschiedlich. Mal war ein längerer Schnabel ein Vorteil und auf einer anderen Insel ein kurzer, kräftiger. Ein Klassiker wenn man die Evolution erklären will. 

Der nächste Klassiker ist die Giraffe die von hoch hängenden Früchten abhängig war. Giraffen mit einem zufällig leicht längeren Hals konnten sich besser ernähren und damit auch fortpflanzen. So wurde über Generationen der Hals immer länger. 

Und : Evolution kann man immer noch auf der ganzen Welt beobachten.

Wo immer gleiche Tiere unterschiedlichen Bedingungen ausgesetzt sind passen sie sich körperlich über viele Generationen an.  Ist ständig zu beobachten

Alles Gute.

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Dass die Evolutionstheorie stimmig ist, kannst Du daran erkennen, dass Bakterien sich immer wieder an Antibiotika anpassen konnten. Die Bakterien, die im Kontakt mit einem Antibiotikum am wenigsten geschädigt wurden, haben überlebt, wenn sie damit konfrontiert wurden. So entstehen Antibiotikaresistenzen.

Natürlich gibt es noch eine Menge von Feinheiten, die die Evolution beeinflussen. Dass die Evolution als solche funktioniert, kann niemand mehr ernsthaft bestreiten. Der Kreationismus beruht auf reiner Spekulation. Aber natürlich gibt es immer Menschen, die Realitäten nicht zur Kenntnis nehmen wollen.

Zu den von mir genannten Feinheiten gehört die Epigenetik. Damit ist gemeint, dass die Regulierung von Genen weiter vererbt werden,

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Kommentar von KoernerbrotBP
08.08.2017, 01:20

Das ist Anpassung. Keine Weiterentwicklung

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Auf einer solchen Basis kann man nicht diskutieren. Wer einen solchen Beweis fordert ist ein Dummkopf und hat nicht verstanden, was die Evolution ist. Eine Turbo-Evolution gibt es nur in der Zucht. Russische Forscher haben innerhalb von nur 5 Generationen aus wilden Polarfüchsen hundeähnliche Tiere gemacht. Der Versuch läuft noch immer und ist jetzt irgendwo zwischen der 40. und 60. Generation. Die Füchse haben jetzt kurze Schnauzen und ein geschecktes Fell. Ihr Verhalten ist das von Hunden und hat nichts mehr mit dem von Füchsen zu tun. Sie sind überhaupt nicht mehr scheu und lieben Menschen. 

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Kommentar von danhof
09.08.2017, 09:48

Das stellt auch niemand in Abrede. Das ist gelenkte Zucht. Das sieht man auch bei Wolf -> Hund.

Wie sich aber die ursprünglichen Füchse aus Einzellern entwickelt haben sollen, DAS ist halt die Frage.

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Ich empfehle die Lektüre "Das kooperative Gen" von Joachim Bauer.

Wesentliche Aussage in diesem Buch sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse, über die latent in DNA vorhandenen Anpassungsmöglichkeiten eines Organismus, ausgelöst durch Umweltstressoren.

Die Art bleibt dieselbe, Details einer Art verändern sich. Abenteuerlich oder Science fiction ist die z.B. von Dawkins vertretene Hypothese, ein Generalprinzip in unserem Universum ist Auslöser für die Entstehung der Artenvielfalt sowie der physikalischen Konstanten und auch des Ökosystems, so wie wir es täglich erleben , tlw. erklären können.

Berühmte Beispiele sind die Darwinfinken oder der Birkenspanner.

Also: Meine Empfehlung ist, genau zu untersuchen, was Stand der Wissenschaft ist und was davon Fakt, was davon Hypothese.

cheerio

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Ich habe gerade in einem Kommentar ein gutes Beispiel genannt, welches anscheinend noch nicht genannt wurde. Deshalb hier nochmal als Antwort, damit du es auch noch mitbekommst (ist auch nur ganz kurz ;) )

https://de.wikipedia.org/wiki/Endosymbiontentheorie

Auch Endosymbiontentheorie wäre hier ein gutes Beispiel für die Evolution, wie aus einzelligen Organismen komplexe Lebewesen entstanden sein könnten. Mitochondrien haben eine ähnliche Größe wie Bakterien, zirkuläre DNA, etc ...

Aber dass Haare und Muskeln wachsen können, finde ich ein schlechtes Beispiel zur Beweisführung ;)

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Die Evolutionstheorie beschreibt doch hauptsächlich die Anpassung an die verschiedensten Umweltbedingungen.

Aber das wachsen von Haaren, Muskeln, etc würde ich auch nicht als Beweis nehmen.

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Kommentar von Kuno33
08.08.2017, 23:18

Mein Gott! Die Evolution ist bedeutend pfiffiger, als Du es Dir vorstellen kannst. So konnten aus lichtempfindlichen Zellen, Augen mit einer verstellbaren Linse werden. Dazu gehören viele Schritte. Die Fehlschritte führten entweder zu neuen Entwicklungen oder stoppten sich von selbst, da sie nur Nachteile erbrachten.

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meine Frage ob mir jemand einen kleinen Beweis der letzten 2000 Jahre bringen kann

Es gibt keinen Beweis in der Naturwissenschaft. Beweise gibt es allenfalls in der Mathematik.

Und einen kleinen Beweis gibt es schon überhaupt nicht, was soll das denn sein?

In der Naturwissenschaften gibt es Hinweise, Belege, Indizien, Experimente...die etwas schlüssig und plausibel machen. Aber keinen Beweis.

Verständlich hier erklärt: http://scienceblogs.de/planeten/2009/06/16/wissenschaftlich-bewiesen-gibt-es-nicht/


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Kommentar von Kuno33
08.08.2017, 23:15

Die Wissenschaft analysiert Fakten. Der Kreationismus geht Gespenstern nach.

Es gibt keinen vernünftigen Grund an der Evolution zu zweifeln. Allerdings zeigt sich, dass es zusätzliche Faktoren gibt, die sich z. B. durch Epigenetik zeigen.

Wenn Du es übertreibst, kannst Du natürlich behaupten, dass Wissenschaft keine Beweise liefert. Das bedeutet aber nicht, dass religiöse Bücher die Wahrheit beschreiben. Sie befinden sich endgültig im Bereich menschlicher Phantasien und Konstruktionen. Kein Buch des Heils ist vom Himmel gefallen. Jedes Buch dieser Art wurde von Menschen geschrieben, die für sich in Anspruch genommen haben erleuchtet zu sein.

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Da gibt es Haufen. Es nennt sich aber auch Evolutionstheorie.
Aber gibt mal Brückentoere ein oder Beweise Evolution dann bekommst dz ganz viele Infos

Hochachtungsvoll Sloth

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Ein kleiner Beweis:
Viele Menschen bekommen heute keine Weisheitszähne mehr, da man sie einfach nicht mehr benötigt!
Ich, z.B. gehöre schon dazu.

Auch der Blinddarm fehlt schon bei Vielen.


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Kommentar von Dackodil
17.08.2017, 23:03

Der Blinddarm fehlt bei keinem Menschen. Das wäre eine üble Fehlbildung, ähnlich als wenn ein Arm fehlt.

Was du meinst, wäre der Appendix oder Wurmfortsatz. Das ist das Teilchen, das sich ab und zu durch eine gefährliche und schmerzhafte Entzündung bemerkbar macht.
Aber auch der ist nicht so überflüssig wie gedacht. Heute weiß man, daß er wichtige Aufgaben bei der Immunabwehr hat.

http://www.netdoktor.de/anatomie/wurmfortsatz/

Da war das Beispiel mit den Weisheitszähnen schon besser

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