Bewährungsauflagen für Jugendliche?

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1 Antwort

Hallo,

Die Bewährungszeit ist nicht die ausgeurteilte Strafe, sondern bezeichnet den Zeitraum bis zum Erlass der Strafe bei Erfüllung der Auflagen und Weisungen, z.B. sich straffrei zu führen. Die Bewährungszeit beträgt zwischen zwei und fünf Jahren.

Das Gericht kann dem Verurteilten Auflagen erteilen, die der Genugtuung für das begangene Unrecht dienen. Dabei dürfen an den Verurteilten keine unzumutbaren Anforderungen gestellt werden. Das Gericht kann dem Verurteilten auferlegen,

- nach Kräften den durch die Tat verursachten Schaden wieder gut zu machen,

- einen Geldbetrag zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung zu zahlen, wenn dies im Hinblick auf die Tat und die Persönlichkeit des Täters angebracht ist,

- sonst gemeinnützige Leistungen zu erbringen oder

- einen Geldbetrag zugunsten der Staatskasse zu zahlen (§ 56 b StGB).

Das Gericht erteilt dem Verurteilten für die Dauer der Bewährungszeit Weisungen wenn er dieser Hilfe bedarf, um keine Straftaten mehr zu begehen. Dabei dürfen an die Lebensführung des Verurteilten keine unzumutbaren Anforderungen gestellt werden. Das Gericht kann den Verurteilten namentlich anweisen,

- Anordnungen zu befolgen, die sich auf Aufenthalt, Ausbildung, Arbeit oder Freizeit oder auf die Ordnung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse beziehen,sich zu bestimmten Zeiten bei Gericht oder einer anderen Stelle zu melden,

- zu der verletzten Person oder bestimmten Personen oder Personen einer bestimmten Gruppe, die ihm Gelegenheit oder Anreiz zu weiteren Straftaten bieten können, keinen Kontakt aufzunehmen, mit ihnen nicht zu verkehren, sie nicht zu beschäftigen, auszubilden oder zu beherbergen,

- bestimmte Gegenstände, die ihm Gelegenheit oder Anreiz zu weiteren Straftaten bieten können, nicht zu besitzen, bei sich zu führen oder verwahren zu lassen oder

- Unterhaltspflichten nachzukommen.

Die Weisung sich einer Heilbehandlung, die mit einem körperlichen Eingriff verbunden ist, oder einer Entziehungskur zu unterziehen oder in einem geeigneten Heim oder einer geeigneten Anstalt Aufenthalt zu nehmen, darf nur mit Einwilligung des Verurteilten erteilt werden.

Im Jugendstrafrecht gilt das gleiche mit der Abweichung, dass gemäß § 21 ff JGG der Jugendliche stets einem Bewährungshelfer zu unterstellen ist. 

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Lavendelelf 13.07.2016, 04:41

Ich habe mir mal eine ganze Reihe deiner Antworten durchgelesen und musste leider feststellen, dass viele völlig falsch sind oder zumindest teilweise. Hier z. B. der Punkt " - einen Geldbetrag zugunsten der Staatskasse zu zahlen (§ 56 b StGB)". Das ist falsch, denn der Fragesteller ist jugendlicher und für Jugendliche gibt es keine Geldstrafe.

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Jurius 04.08.2016, 11:33
@Lavendelelf

Genau dieser Punkt ist nicht falsch. :) Es ist zwar richtig, dass es im Jugendrecht keine Geldstrafen [§ 40 StGB] gibt, hier geht es jedoch um eine Geldauflage, nicht um eine Geldstrafe. Geldauflagen gibt es auch im Jugendrecht. Sind zwar relativ selten dort, insb. solche zugunsten der Staatskasse, aber möglich. Falsch in der Antwort ist aber z.B. die Dauer der Bewährungszeit. Die beträgt im Jugendrecht max. 3 Jahre, nicht 5 Jahre [§ 22 JGG]

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