Beurteilen in Erdkunde (Arbeitsauftrag)?­čśş­čśş­čśş?

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Einleitung:

In den 1960ern wollte Lybien bei der Nahrungsmittelversorgung vom Weltmarkt unabhängig werden und sich selbst versorgen können. Da aus der Ölförderung genügend Geld da war, Wasser in den Tiefen der Wüste gefunden wurde und auch Wüstenfläche genügend da war, wurde das Al-Khufrah-Projekt gestartet. Mit dem Wüstenwasser sollten große Flächen mit Weizen bewässert werden.

Beurteilung Ökonomie:
Pro:
- das Ziel, eine eigene Nahrungsmittelproduktion aufzubauen, konnte zunächst erreicht werden;

Kontra:
- es wurde enorm viel Geld ausgegeben, das man beim Kauf von Getreide auf dem Weltmarkt hätte sparen können. Durch die Kosten der Bewässerung und die Transportkosten kostete die Tonne Weizen etwa 10-mal so viel wie auf dem Weltmarkt;
- man hätte viel Geld sparen können, wenn man dort die Landwirtschaft gefördert hätte, wo auch die Siedlingen und Städte sind und nicht rund 1000 km entfernt davon.
- das Projekt musste schon nach knapp 20Jahren wieder eingestellt werden.

Beurteilung Ökologisch:
Pro:
- ökologische Argumente dafür sind kaum zu finden.

Kontra:
- die Wasserreserven, die bislang in den Oasen für eine kleine, aber nachhaltige Landwirtschaft genutzt wurden, wurden hemmungslos ausgebeutet und verringert;
- der rapide sinkende Grundwasserspiegel könnte weitreichende Auswirkungen bis in andere Länder haben;
- es handelt sich deshalb um eine hemmungslose Ausbeutung der Wasserreserven, weil mehr verbraucht wird, als durch den seltenen Regen wieder nachgefüllt wird. Schon nach 12 Monaten war der Grundwasserspiegel um 15 m gesunken. Dennoch wurde weitergemacht. Nun ist das Wasser weg bzw. der Grundwasserspiegel um 60 m gefallen.

Fazit:
Das gesamte Projekt war ökonomisch und ökologisch im wahrsten Sinne des Wortes ein Schlag ins Wasser. Es wurde viel Geld ausgegeben und Ressourcen vernichtet, um am Ende für knapp 20 Jahre unabhängig vom Weltmarkt zu sein. Geld und das Wasser sind weg, aber das alte Problem ist wieder da.


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