Betrunkener Fahranfänger(21) verursacht Unfall, die Insassen werden verletzt, verfolgen?

8 Antworten

Trunkenheit am Steuer mit Unfall ist kein Kavaliersdelikt

Kaum eine Feier kommt ohne das obligatorische Anstoßen mit Sekt oder einem anderen alkoholischen Getränk aus. Viele Führerscheinbesitzer fühlen sich nach ein paar Gläschen noch fahrtüchtig, setzen sich ins Auto und rechnen gar nicht damit, dass der Alkoholeinfluss viel früher seine Wirkung zeigt als gedacht.
So ist es schnell geschehen, dass Sie einen Autounfall mit Alkohol bauen.

Die Frage ist nun: „Habe ich eine Straftat begangen?“ Mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen, wenn die Polizei nach einem Unfall prüft, wie viel Promille ich hatte? Ist meine Fahrerlaubnis ist Gefahr? Der folgende Ratgeber klärt diese und noch weitere Fragen, zum Beispiel wie hoch die zu erwartende Geldstrafe ist, wie viele Punkte in Flensburg zur Debatte stehen und ab wann eine MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) im Raum steht.

Warum kann Alkohol einen Unfall begünstigen?

Egal, ob Sie sich nach einer durchzechten Nacht hinters Steuer klemmen oder noch beim Fahren das ein oder andere Bier zu sich nehmen – durch dieses Verhalten gefährden Sie nicht nur Ihr eigenes Leben, sondern auch das Ihrer Mitfahrer und anderer Verkehrsteilnehmer.

Grund hierfür sind die Auswirkungen des Alkohols auf Ihren Körpern. Neben den berauschenden Folgen, kommt es nämlich noch zu zahlreichen anderen Effekten:

  • einer erhöhten Sensitivität auf Lichteinstrahlung
  • unscharfem Sehen
  • einer selektiven Wahrnehmung aufgrund eines Tunnelblicks
  • einer deutlich längeren Reaktionszeit
  • erhöhter Risikobereitschaft

All diese Faktoren können dazu führen, dass Sie einen Unfall bauen. Wer betrunken Auto fährt, landet so schneller als gedacht an einem Baum, im Graben oder stößt lediglich beim Ausparken mit einem anderen Kfz zusammen.

Neben einem Sachschaden können so auch schnell Personen in Mitleidenschaft gezogen werden. Nach einem Verkehrsunfall mit Alkohol können daher Themen wie Schadensersatz und Schmerzensgeld relevant werden.

Betrunken einen Unfall gebaut – diese Strafe droht
Haben Sie einen Autounfall unter Alkoholeinfluss verursacht, müssen Sie mit Sanktionen rechnen. Schließlich haben Sie den Verkehr gefährdet und waren womöglich gar nicht mehr in der Lage, ein Kraftfahrzeug zu steuern.

Den meisten Autofahrern ist bekannt, dass in Deutschland eine 0,5-Promille-Grenze herrscht. Diese bedeutet nicht, dass Sie nicht auch schon bei weniger Alkohol im Blut belangt werden können. Haben Sie mit 0,3 Promille alkoholisiert einen Unfall verursacht, drohen Ihnen der Vermerk von drei Punkten im Fahreignungsregister sowie der Führerscheinentzug. Damit ist der Sanktionskatalog jedoch noch nicht vollends ausgeschöpft. Hinzu kommt zudem eine Geld- oder Freiheitsstrafe.
Das Strafgesetzbuch (StGb) führt aus, wie hoch die zu erwartende Freiheitsstrafe dafür ausfallen kann, dass Sie unter Alkohol einen Unfall gebaut haben.

Wer im Straßenverkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ (§ 315c StGb)

Unfall mit Alkohol am Steuer – Kommt es immer zur Anordnung einer MPU?

Vor der im Volksmund als „Idiotentest“ verschrienen medizinisch-psychologischen Untersuchung fürchten sich viele Verkehrssünder, kursieren doch immer wieder Gerüchte, dass diese nur schwer zu bestehen sei. Wer einen Unfall durch Alkohol am Steuer verursacht hat, bangt deshalb nicht nur um seinen Führerschein wegen einem Fahrverbot.

Wann eine MPU angeordnet wird, hängt in der Regel mit der Alkoholkonzentration zusammen. Häufig wird ab 1,6 Promille die Wiedererlangung vom Führerschein an ein erfolgreiches Bestehen dieser Untersuchung gebunden.
Wenn Sie jedoch einen Unfall mit Alkohol gebaut haben, kann Ihnen auch schon bei niedrigeren Werten eine MPU zur Überprüfung Ihrer Fahreignung aufgebrummt werden, da Sie auffällig wurden.

Bevor Sie Ihren Führerschein dann neu beantragen, müssen Sie eine bestimmte Sperrfrist berücksichtigen. Wenn Sie einen Unfall betrunken bauen, ist diese Strafe die wohl schmerzhafteste für die meisten Autofahrer.

Quelle: Verband für bürgernahe Verkehrspolitik e.V.

Hallo.

Da kommt die Trunkenheitsfahrt. 315.c STVO.
Die gefährliche Körperverletzung       229   STVO.

dto ist zwingend  nicht  Erforderlich  230 STVO,

Dem Fahranfänger wird bis zu 2 Jahren  die Wiederteilung auf erlegt werden, (siehe Berlin)

Außerdem eine Geldstrafe oder sogar Freiheitsstrafe.

Wegen der Körperverletzung im Zivilverfahren kommt auch etwas zusammen.

Mit 4 Leuten konntet ihr einen Milchbubi nicht Zwingen zu halten?.

Mc D. hättet ihr aussteigen können.

Für de Fahrradfahrer  wird erst die Versicherung aufkommen, kann es sich durch Regress aber wiederholen,

Das muss aber ein Gericht klären.

Mit freundlichem Gruß

Bley 1914

Definitiv ein Strafverfahren weil er zu schnell war, dazu dann noch fahrlässige Körperverletzung denke ich. Der Führerschein ist erstmal weg, Probezeitverlängerung und Aufbauseminar.
Ich glaube nicht, dass die Insassen ihn anzeigen können. Auch wenn er zuerst, von den anderen ungewollt, losgefahren ist. Spätestens bei MCDonalds hätte jeder von denen aussteigen können, hat es aber nicht getan.
Des weiteren wird die Versicherung des Wagens entweder enorm steigen oder er wird ganz aus der Versicherung geworfen.

Danke für die schnelle Antwort! :)

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Warum sollten die verletzten Insassen den Fahrer nicht wegen fahrlässiger Körperverletzung anzeigen können?

Sie haben wohl kaum zugestimmt, dass der Fahrer mit ihnen einen Abflug macht.

Mal abgesehen davon natürlich, dass sie selbst bei einer Verurteilung wenig davon haben.

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@sebastianla

Sie hätten ja beim McD aussteigen können. Sie haben es nicht getan. Ergo waren sie einverstanden, daß der Betrunkene weiter fährt.

Deshalb kann ich mir durchaus vorstellen, daß die Mitfahrer eine Mitschuld trifft und ebenfalls mit einer Anzeige rechnen müssen.

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Die Insassen sind freiwillig mit einem betrunkenen gefahren. Wäre der Unfall auf dem Weg zu McDonalds passiert hätten sie mit Sicherheit klagen können, da da niemand fahren wollte eigentlich. Bei McDonalds hätte aber jeder aussteigen können. Ich kann nicht freiwillig bei einem Betrunkenen mitfahren und ihn nachher anzeigen wenn was passiert. Wenn ich die Chance habe auszusteigen, aber sitzenbleibe, habe ich von da an sehr wohl zugestimmt mitzufahren.

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Dass die Insassen freiwillig eingestiegen sind, spielt allerdings nur bei einer späteren Zivilklage eine Rolle. So etwas wie Mitverschulden gibt es im Strafrecht nicht.

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@uni1234

Selbst der Fahrer hätte sich selber anzeigen können, und er kann sich auch selbst wegen der fahrlässigen KV anzeigen.

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