Betrug begangen - welche Folgen?

16 Antworten

Jedoch riet der Anwalt ihm, nichts zu unternehmen, da das Unternehmen trotz möglicher Zahlung eine Anzeige wegen Betrug stellen könnte.

Das Unternehmen wird in erster Linie daran interesse haben, sein Geld zu bekommen. Von einer strafrechtlichen Verfolgung hat das Unternehmen nichts.

Je länger er zögert, desto wahrscheinlicher wird aber dennoch eine Anzeige, weil die Provider gegenüber Staatsanwaltschaft/Polizei möglicherweise auskunftsbereiter sind. Die IP-Adresse von vor zwei Jahren ist mittlerweile zwar keine Hilfe, aber die "frischen" Zugriffe auf das eMail-Postfach dürften verwertbar sein.

Wenn eine Anzeige erstattet wird, wird die Polizei ja mithilfe der IP-Adresse den Anschlussinhaber herausfinden, da kann das Unternehmen ja auch von profitieren, da die Person sozusagen gefunden wurde, wieso sollte es nichts bringen?

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@PyerunA

dafür müssen die nicht anzeigen, das Gericht kann die rausgabe auch so vom Anbieter fordern.

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@Eromzak

Achso, okay vielen Dank. Wie sieht die Erfolgsquote denn aus bezogen auf den Fall oben? Und würde das ein Unternehmen machen?

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@PyerunA

normalerweiße machen die das sofort, was die IP auf der webseite angeht - was e-mails angeht kenne ich keinen Fall.

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aber die "frischen" Zugriffe auf das eMail-Postfach dürften verwertbar sein.

Wie man sich das vorstellen muss, würde ich gerne einmal wissen? Warum sollte die gelesene Email zum Geburtstag von Oma Käthe oder unaufgefordert zugesendete Werbung oder Phishingmails etwas mit dem Betrug zu tun haben? Selbst wenn diese Mails einen direkten Bezug dazu hätten, steht immer noch der Beweis aus, das die Tat auch wirklich begangen wurde. Man kann sich ja auch was zusammenspinnen, was gar nicht so selten ist im Internet.

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@ZuumZuum

Es geht darum das man die IP durch neue Zugriffe auf das Email Postfach rausfinden kann, und dadurch auch den Betrüger.

Eine enige Jahre alte IP bringt so nem Unternehmen sonst nichts, da man niemanden damit verknüpfen kann.

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@Gawnuley

Ich kann von jedem Rechner der Welt, von jedem Handy der Welt auf mein Email-Postfach zugreifen. Da bringt eine IP-Feststellung basolut gar nichts.

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@ZuumZuum

Das stimmt, trotzdem wäre es der erste logische Schritt um jemanden zu identifizieren.

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Hallo, dein Freund sollte:

- Die entsprechenden Mail- Adressen über dine DSGVO- Anfrage löschen, ersatzweise zusätzlich online selbst: https://support.microsoft.com/de-de/help/12412/microsoft-account-how-to-close-account (dabei ein VPN oder einen Hotspot nutzen). Die eigentliche Anfrage muss per Post rausgehen, dabei hilft der Anwalt gerne, wenn ihr sowieso schon einen habt.

- keinerlei Informationen herausgeben oder Kontakt zur Kanzlei aufnehmen

- sich entspannen. Eine Anzeige wird kaum ergehen und das Geld können die nicht mehr eintreiben, da dein Internetanbieter die genauen Zuordnungen IP- Adresse zu Anschlussinhaber nach spätestens 6 Monaten, meistens weniger, löscht. Der eigentliche Betrug kann also nicht weiter zurückverfolgt werden, die Zugriffe auf die E- Mail schon. Nach entgültiger Löschung des Mail- Kontos (dauert ca. 1-2 Wochen nach Ankunft des Briefes, maximal 60 Tage, wenn du das online machst) kann auch da nicht weiter nachgeforscht werden.

Der Vertrag, den er mit 16 geschlossen hat, ist ungültig. Damit muss er sowieso nichts zahlen. Und die Anzeige wegen Betrug wird entweder nicht passieren oder ins leere laufen...

Der Vertrag, den er mit 16 geschlossen hat, ist ungültig. Damit muss er sowieso nichts zahlen. Und die Anzeige wegen Betrug wird entweder nicht passieren oder ins leere laufen...

Das ist nicht ganz richtig, wenn der geschädigten Person durch das Fehlverhalten ein einklagbarer Schaden entstanden ist, sind selbst Kinder ab 7 Jahren bereits deliktfähig, und können im Rahmen des Reifegrades und Erkennens von Folgen für die von ihnen verursachten Schäden aufkommen. Es kann sogar ein Titel über 30 Jahre ergehen.

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@Miaunzer

Der Nachweisbare Schaden ist auf jeden Fall i.d.R. nur ein Bruchteil des Preises des Abos

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Kenne mich zwar mit Gesetzen nicht gut aus aber dafür umso mehr mit IT.
Die Vorratsdatenspeicherung schreibt ISP`s vor die Zuweisungen von IP's 10 Wochen aufzubewahren. Dementsprechend wäre dies für den Zugriff auf die Webseite, wo er das Produkt gekauft nicht mehr nachvollziehbar.
Das einzige, was ich kritische sehe ist das er höchstwahrscheinlich mit seiner richtigen IP innerhalb der letzten 10 Wochen auf den Mail Account zugegriffen hat.
Leider oder in manchen Fällen auch nicht leider benötigt die Polizei nicht lange um die IP beim ISP in die reale Adresse umzuwandeln. (Hängt meisten von der Antwortgeschwindigkeit des ISP's ab.)
Aber natürlich macht das die Polizei erst wenn eine Anzeige steht.

Erst mal danke für diese eloquent formulierte und höflich gestellte Frage. Sowas ist schon eine sehr willkommene Abwechslung.

Zur Sache:

Die IP Adresse von 2 Jahren müsste irrelevant sein, da die Internetbetreiber IP Adressen so lange gar nicht mehr speichern dürfen, sondern nur 3 bis 6 Monate.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Anzeige-erstattet-Provider-speichern-IP-Adressen-bis-zu-drei-Monate-4263124.html

Da sind wir jedoch beim Problem: Der Fehler, den der Kollege gemacht hat, ist, das Email Postfach weiterhin zu nutzen. Hier wäre die IP Adresse vermutlich noch gespeichert.

Den Rat des Anwalts finde ich schwer zu beurteilen. Einerseits hat er ja recht, der Gläubiger KÖNNTE Betrug anzeigen. Andererseits - wie hier bereits geschrieben wurde - hat der Gläubiger davon nichts. Bei einem Streitwert von 540€ gehe ich auch davon aus, dass es wohl kaum zur Klageerhebung käme (also nicht mal im Zivilverfahren).

Zudem: Ein gerichtliches Mahnverfahren ist eine reine Formalsache. Da füllt jemand ein Formular aus, und ohne inhaltliche Prüfung wird ein Mahnbescheid zugestellt, wo möglich. So wie ich es verstanden habe, ist der KSP Kanzlei die wahre Identität deines Kollegen nicht bekannt. Ob in dem Fall ein gerichtliches Mahnverfahren überhaupt möglich ist, weiß ich nicht. Theoretisch kann man ja aber nicht gegen einen Menschen namens Bruno Betrüger klagen, wenn es diesen Menschen unter diesem Namen gar nicht gibt - aber das ist eigentlich eine Frage für einen Anwalt.

Lösungsorientierte Variante:

Wäre es nicht möglich, einen Paypal Account o.ä. zu erstellen für die Emailadresse, die der KSP bekannt ist, und über Guthabenkarten, die man im Laden bei Barzahlung anonym kaufen kann (falls es das gibt?), den Betrag ebenfalls anonym zu begleichen?

Gut gemeint aber er sollte auf keinen Fall zahlen !

Die Wahrscheinlichkeit einer Klage oder Anzeige ist so hoch wie die Wahl von Ozzy Osbourne zum nächsten Papst

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Nein leider nicht, im Endeffekt müsste man dann die Zugriffe aufs Paypal Account mit einer verschleierten IP-Adresse tätigen und falsche Personalien angeben, da bei einer polizeilichen Anfrage diese Personalien an die Behörde weitergegeben werden muss.

Wir haben auch wirklich an alles gedacht. Er wollte sogar nach Hamburg fahren und das Geld ins Briefkasten reintun, jedoch wäre dies viel zu umständlich.

Da die Mail von Outlook (Microsoft) ist, ist der Sitz des Unternehmens im Ausland. Ich denke von daher, dass Outlook die Daten nicht weitergeben bzw. sich der deutschen Justiz nicht stellen muss. Selbst wenn, der erste Zugriff auf die Mail erfolgte ohne VPN vor ungefähr 3 Monaten. Die weiteren Zugriffe auf das Postfach wurden mit einer VPN getätigt, um den von dir genannten Problem auszuweichen, trotz des Sitzes in den USA.

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@MaximilianSc

Hallo

Eine Anfrage in die USA ist generell recht einfach für Behörden, was das Strafrecht angeht.

Das juckt aber keinen, die Firma will ihr Geld, das geht in Zivilverfahren, wo sie alle Kosten vorstrecken muss. Das wird sie sicherlich ab dem Punkt nicht mehr....

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Es ist seltsam das die Kanzlei sich per Email meldet - die war doch auch eine Fakeadresse?

Grundsätzlich würde ich auf Post in Briefform warten.

Betrug verjährt erst nach 10 Jahren.

https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__263.html

Die Mail Adresse ist nicht Fake gewesen, nur der Name der Mail, heißt die Mail liegt nicht in solch einer Form vor: "vorname.nachname@live.de" sondern in solch einer als Beispiel: "blabla@live.de".

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@MaximilianSc

Ist denn beim E-Mail-Anbieter der echte Name usw. hinterlegt? Ich würde mich zumindest nicht mehr (bzw. nicht mehr ohne VPN) dort einloggen.

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@mrmeeseeks8

Nein, der echte Name bzw. seine Personalien hat er dort nicht angegeben. Genau, er schaut sich die Mails mit dem TOR Browser an. Jedoch haben wir uns entschieden, weil es ihm psychisch nicht gut ging, die Mails nicht mehr zu öffnen.

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@MaximilianSc

Ich denke nicht, dass da viel passieren kann. Internet-Provider dürfen IP-Adressen eh nur für 7 Tage speichern und mehr als eine IP-Adresse werden sie dann wohl nicht kriegen, welche aber dann ins Leere führt. Da könnte selbst die Staatsanwaltschaft nichts machen.

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@MaximilianSc

Dann wird da wohl nichts weiter passieren. Wahrscheinlich hoffen sie mit der Mail Eindruck zu schinden und das er zahlt - darüber ließe er sich dann ermitteln und danach könnte dann die Anzeige erstattet werden.

Daraus lernen und nach Vorn schauen.

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@MaximilianSc

Wenn er so schnell weiche Knie bekommt sollte er in Zukunft derartige Geschichten vermeiden.

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@mrmeeseeks8

Quatsch, das gilt vielleicht für die Verkehrsdaten an sich.

Der umgekehrte Rückschluss ist bis zu 6 Monaten möglich, also:

Vertragsinhaber XY hatte am 13.08.2019 von 09:00 bis 14:00 IP- Adresse Z.

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@DerSchokokeks64

Ach, wie ich das liebe. Anderen Leuten Quatsch vorwerfen und dann selbst Quatsch raushauen. Die Vorratsdatenspeicherung wurde 2010 vom Bundesverfassungsgericht und 2014 vom Europäischen Gerichtshof für verfassungswidrig und nichtig befunden. Es ist nicht erlaubt IP-Daten für eine spätere Rückverfolgung zu speichern, sondern lediglich für maximal 7 Tage und das auch nur aus Abrechungsgründen.

Wenn jemand also eine Straftat begeht hat die Staatsanwaltschaft 7 Tage Zeit beim Richter einen Antrag zur Erlangung dieser Daten zu stellen. Danach guckt die Staatsanwaltschaft erstmal in die Röhre und wenn es sonst keine Möglichkeiten zur Identifizierung gibt war's das.

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@mrmeeseeks8

Mittlerweile dürfen die Daten auch 7 Tage für Gefahrenabwehrbujd Beseitigung von Störungen gespeichert werden.

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@mrmeeseeks8

Wobei ich gerade sehe, dass 2015 erneut ein Gesetz mit 10 Wochen Speicherdauer verabschiedet worden ist. Da dieses Gesetz aber gegen EU-Recht verstößt ist es derzeit faktisch ausgesetzt. Es kann also gespeichert werden, muss aber nicht und die meisten Provider belassen es bei 7 Tagen.

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@DerSchokokeks64

Wenn du den Text mal genauer liest, dann stellst du fest dass hier davon gesprochen wird. dass EINIGE Provider ILLEGALERWEISE die IP-Adressen BIS ZU 3 Monate speichern (dier erwähnten 6 Monate beziehen sich nicht auf IP-Adressen).

In deinem ursprünglichen Kommentar las sich das so, dass man bei allen Provider bis zu 6 Monate zurückverfolgt werden kann.

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@mrmeeseeks8

Illegalerweise? Es gibt keine Aufbewahrungspflicht, aber auch kein Verbot. Wenn du bei Vertragsabschluss zustimmst, können die so lange speichern.

Ich habe in Kommentar geschrieben "bis zu 6 Monate", was auch einschließt, dass einige kürzere Fristen ansetzen. Die 6 Monate waren aber falsch, zugegeben. Es sind tatsächlich maximal 3.

In meiner ursprünglichen Antwort schrieb ich "bis zu 6 Monate, meistens weniger"

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@DerSchokokeks64

Wenn die Vorratsdatenspeicherrung länger als 7 Tage gegen EU-Recht verstößt ist es illegal. EU-Recht bricht nationales Recht. Der Europäische Gerichtshof hat so entschieden und auch ein Deutsches Landgericht hat festgestellt, dass das von der Bundesregierung 2016 verabschiedete Gesetz gegen EU-Recht verstößt. Also ist es für mich illegal.

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@mrmeeseeks8

Es ist illegal, die Vorratsdatenspeicherung per Gesetz für einen Zeitraum länger als 7 Tage verpflichtend anzuordnen. Was die Internetanbieter mit Zustimmung der Kunden machen (indirekt oder ohne die schwammigen Verträge korrekt gelesen zu haben), ist deren Sache.

Hier ist der aktuellste Artikel zum Thema: https://www.golem.de/news/bundesnetzagentur-speicherfristen-von-providern-sollen-anonym-bleiben-1905-141454.html

Aber mal sehen, was demnächst ausgeurteilt wird und wie sich das entwickelt, ich finde es ist auch so eine Schweinerei und verwende ein VPN....

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@mrmeeseeks8

Ich habe keine Ahnung was bezüglich der Vorratsdatenspeicherung der aktuelle tatsächliche Stand ist.

Aber jener Fall liegt 2 Jahre zurück. Also egal ob der Provider Tage, Wochen oder Monate Daten gehortet hatte, inzwischen hat er sie gelöscht.

Und ich glaube (nicht sicher, aber so nach meinem Verständnis) der Provider gibt die Daten auch nicht Hinz und Kunz - die Anfrage einer Anwaltskanzlei wird also nicht reichen. Auskunft erteilen dürfen sie nur Ermittlungsbehörden. Das wiederum setzt voraus, dass es ein Ermittlungsverfahren gibt. Was wiederum bedeutet, sämtliche Mahnungen wurden ignoriert und der Betrugsfall angezeigt. Und wenn dieses dann bereits im Zeitraum der gespeicherten Daten erfolgt wäre, hätte der Provider auch mitteilen können welcher reale Mensch sich hinter der IP verbarg.

Nur ist das wie gesagt 2 Jahre her. Ich vermute also das die Kanzlei ein Inkassobüro ist und die mit ihrer Mail hoffen Leute aufzuscheuchen. Würde der FS nun zahlen wäre er anhand der Kontodaten ermittelbar und ein Ermittlungsverfahren wegen Betrug könnte angeleiert werden.

Reagiert er nicht auf die Mail / überweist nix läuft auch dies ins Leere.

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@DerSchokokeks64

Nur gab es eben auch bereits Klagen von Leuten, welche wollten, dass überhaupt keine IP-Daten geloggt werden. Das Gericht hat in dem Urteil lediglich die Speicherung bis zu 7 Tage zum Zwecke der Gefahrenabwehr, Abrechnung und Beseitigung von Störungen erlaubt. Die Speicherung über einen längeren Zeitraum hätte ja nur das Vorratsdatenspeichergesetz erlaubt, dieses verstößt aber, wie gesagt, gegen EU-Recht

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