Betriebskostenabrechnung - willkürlicher Aufschlag für 2. Person im Haushalt?

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8 Antworten

Es geht um die Abrechnung des letzten Jahres.

Im Mietvertrag steht, dass bei Zuzug einer weiteren Person die Vorauszahlung um 100 % erhöht wird.

Ihr habt somit ab 1. Juli 100 % mehr pro Monat als Vorauszahlung bezahlt.

Wenn nun die Abrechnung für 2015 erstellt wurde und konsequent die Wohnfläche bei allen Positionen als Verteilungsschlüssel genommen wurde, müßtet ihr dementsprechend viel mehr zurück bekommen, als wenn Du weiterhin allein in der Wohnung gewohnt hättest.

Beispiel: BK-Gesamt über m²-Wohnfläche auf Dich umgelegt = 333 €

Vorauszahlung bis Juli 30 € und danach 60 € je Monat = 540 € gesamt fürs ganze Jahr.

Rückzahlung somit € 207,-.

Wenn der Vermieter nun willkürlich 50 % aufschlägt, hat er in der Tat damit einen Gewinn gemacht, der ihm nicht zusteht.

Wenn schon die Erhöhung um 100 % bei der Vorauszahlung viel zu heftig ausfällt, ist der unsinnige Zuschlag am Ende erst recht ziemlich dreist.

Da solltest Du ganz konkret widersprechen - nicht wischiwaschi §-deutsch - und dem Vermieter mitteilen, dass Du nicht bereit bist die ausgewiesene Nachzahlung zu tragen. Mach ihm einfach Deine Gegenrechnung auf:

Gesamtkosten aufgrund der m²-Umlage - abzgl. Eurer Vorauszahlung = geringe Nachzahlung oder sogar Zurückzahlung. Fordere ihn auf, evtl. Rückzahlung bis zum ... (ca. 4 Wochen) zu erstatten oder zeige ihm auf, wieviel Du tatsächlich nachzahlen wirst (wenn Nachzahlung) und überweise dann nur diesen viel kleineren Betrag. Damit ist die Sache für Dich erst einmal vom Tisch und dann soll doch der Vermieter wieder kommen.

Viel Erfolg.

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Der Vermieter darf die verbrauchsabhängigen bzw. die Posten die nach Personenzahl abgerechnet werden entsprechend anpassen, wenn weitere Personen einziehen

oder

wenn diese Person(en) ständig bei dem Mieter sind (also was über normalem Besuch hinausgeht.

Nun hat mein Vermieter 50% aufgeschlagen unter dem Posten "zzgl. 2. Person XY" und berechnet uns 333€ plus 166€. Ist dies rechtens bzw. womit ist das gerechtfertigt?

Hier müsste Deine Abrechnung sowie der Mietvertrag geprüft werden, was nach Personenzahl und was nach m² abgerechnet wird und dann ggf. korrigiert werden muss.

Du musst also selber das überprüfen oder vom Fachmann überprüfen lassen und dann ggf. Widerspruch gegen die Abrechnung einlegen.

Oder Du legst direkt Widerspruch ein, mit der Begründung, dass die Abrechnung Deiner Meinung nach nicht korrekt erstellt wurde weil es Posten gibt die nach m² abgerechnet werden und daher eine Erhöhung um 50% nicht korrekt ist und forderst den Vermieter auf Dir eine korrekte Abrechnung zu erstellen.

Bitte per Einwurfeinschreiben schicken und nicht wie viele Menschen noch meinen per Rückschein!

LG

johnnymcmuff

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Kommentar von Inezlein
10.09.2016, 18:44

Danke für die Antwort! Der Mietvertrag besagt die Verdoppelung der Betriebskostenvorauszahlung, mehr steht dazu nicht dabei.

Mir liegt die Zusammensetzung der gesamten Betriebskosten vor, die explizit nach Quadratmeteranzahl auf die Hausparteien aufgeteilt werden.

Was mich eben verwirrt: Würden man die einzelnen Anteile aller Wohnungsparteien zusammenzählen, würde man wieder auf den Gesamtbetrag i.H.v. 6000€ (in meinem Beispiel) kommen. Zählt man dann meinen Aufschlag für die 2. Person i.H.v. 166€ dazu, erhält der Vermieter ja 6166€, also mehr, als was angefallen ist..wissen Sie, wie ich meine?

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... der Verteilerschlüssel ist mietvertraglich zu ordnen. Wurde dies nicht gemacht, gilt der gesetzlichen, also nach Wohnfläche.

Möchte ein Vermieter nach Personen verteilen, so hat er regelmäßig die Mietgegenstande aufzusuchen und zu ermitteln, wer denn da so wohnt.

Die Münchener Gerichte wünschen sich diese Besuche alle vier Wochen, oder es gibt eben kein Geld.

Viel Glück.

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Diese pauschale Vorgehensweise ist unzulässig, zumal  keine Betriebskosten (???) gemäß Mietvertrag nach Personen umgelegt werden, da so nicht vereinbart.

Wenn meine Vermutung zutrifft,  ist die Abrechnung wegen falschen Umlageschlüssels aus formellen Gründen unwirksam. Es wurde quasi nicht abgerechnet.

Vom Prinzip her bräuchtest du nicht mal Einspruch  einlegen. In dem Fall würde ich es trotzdem tun. Per Einwurfeinschreiben Einspruch einlegen, diesen entsprechend begünden und eine Korrektur fordern. Dafür hätte der Vermieter Zeit bis Zustellung 31.12.16. Kommt sie später, ist eine Nachzahlung nicht mehr fällig. Derzeit auf Grund der Unwirksamkeit sowieso nicht. Wenn dann die neue Abrechnung in 17 nicht bis 15. Januar vorliegt, dem Vermieter eine Frist setzen für die Zustellung (zwei Wochen). Kommt die Abrechnung nicht binnen dieser Frist, ist der Vermieter in Verzug. Du hättest dann das Recht, die Vorauszahlungen für BK solange zurückzubehalten, bis ordentlich abgerechnet wurde. Das müsstest du natürlich zu gegebener Zeit auch dem Vermieter zuvor (per Einwurfeinschreiben) ankündigen.

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Ich würde an den Vermieter nichts schreiben sondern gleich zum Mieterbund gehen. Nimm alles mit, Mietvertrag und die Abrechnungen die du schon die letzten 2-3 Jahren bekommen hast. 

Dort sind Juristen die auf mietrecht spezialisiert sind und sie sollen an den Vermieter schreiben. Wenn im Mietvertrag nach Wohnfläche steht, kann nicht nach Wohnfläche und Personen nur in deinem Fall abgerechnet werden. Entweder alle gleich oder die Abrechnung ist nicht korrekt. 

Egal was in dem Mietvertrag steht. Nicht alles ist rechtlich erlaubt. 

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Natuerlich nicht, wichtig ist erstmal der Nebenkostenabrechnung zu widersprechen, dann einfachste Mieterschutzverein. Nebenkostenabrechnungen stimmen sehr oft nicht, vielleicht findet sich noch mehr, also nicht akzeptieren und entsprechend vorgehen.

Desweiteren wie sind diese Aufschlaege berechnet prozentual im Gesamtpaket?

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Kommentar von Inezlein
10.09.2016, 17:52

Also soll ich erstmal kein Schreiben an den Vermieter schicken, sondern es über den Mieterschutzbund laufen lassen? Habe bereits etwas aufgesetzt, da es noch weitere Unklarheiten gab (pauschale Malerkosten pro Jahr, die mit der Kaution verrechnet werden sollen; und ein Fehler bei der Heizkostenabrechnung).

Die Verteilung der Betriebskosten erfolgt nach Quadratmeter, also sagen wir 5000€ Gesamtkosten eines 600m² Hauses sind 8,33€ pro m², bei meiner 40m² Wohnung also 333€ (Zahlen ganz grob zur Vereinfachung). Es wurde dann einfach die Hälfte von meinem Anteil an den Betriebskosten genommen und hinzu addiert. Wissen Sie, wie ich meine?

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Er hätte Ihre Vorauszahlungen auch nicht erhöhen brauchen, dann wäre halt die Nachzahlung am Ende höher ausgefallen.

So hat er nur vom vereinbarten Recht Gebrauch gemacht.

Mal einfach nachdenken!

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Du mußt dir deinen Mietvertrag durchlesen. Dort findest du die Antwort auf deine Frage.

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Kommentar von Inezlein
10.09.2016, 17:47

Mein Mietvertrag besagt lediglich, dass sich die Nebenkosten-Vorauszahlung verdoppelt, wenn eine 2. Person einzieht. Wir haben für diese 6 Monate dementsprechend das doppelte bezahlt. Mehr steht in meinem Mietvertrag nicht drin, er ist relativ knapp gehalten ;-)

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