Betriebsbedingte Kündigung wegen behördlich angeordneter Betriebseinstellung?

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5 Antworten

Für eine Kündigung besteht Schriftformerfordernis. Konkret bedeutet das, dass eine Kündigung dir als schriftliches Dokument zugehen muss. Solange dies nicht der Fall ist, bist du in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis mit den entsprechenden Pflichten. Dein Arbeitgeber muss den Lohn zahlen, du deine Arbeitskraft zumindest anbieten. Die Nichtverlängerung der Konzession könnte zu einem Kündigungsgrund führen. Der Arbeitgeber muss jedoch in jedem Falle eine schriftliche Kündigung gegenüber den Arbeitnehmern aussprechen. Ohne eine solche schriftliche Kündigung besteht das Arbeitsverhältnis noch. Ohne Kündigung wird die Arbeitsagentur auch noch keine Leistungen erbringen, da du dem Arbeitsmarkt ja noch nicht zur Verfügung stehst, da in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis.

Hat denn dein Arbeitgeber den Lohn bisher gezahlt? Solange du keine Kündigung in Händen hältst gibt es eigentlich kein Todo. Es sei denn der Lohn bleibt längere Zeit aus.

Zu den Fristen:

Meines Wissens nach kann der Arbeitgeber (unverzüglich nach Erhalt des amtlichen Schreibens der Nichtverlängerung der Konzession) den Mitarbeitern zum letzten Konzessionstag wegen Wegfall der Geschäftsgrundlage kündigen, auch wenn dadurch die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist nicht eingehalten würde, richtig? 

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@Nightstick

Nein, der Arbeitgeber muss die arbeitsvertraglich vereinbarte Kündigungsfrist einhalten. In Ausnahmefällen kann eine außerordentliche Kündigung wegen Betriebsschließung gerechtfertigt sein. Dies ist aber wirklich ein Ausnahmefall und die Voraussetzungen hierfür sehe ich nicht. Insoweit ist es das Risiko des Arbeitgebers zu spät zu kündigen und das Risiko einer Insolvenz einzugehen.

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@Nightstick

Danke erst mal!

So, jetzt habe ich eben die Kündigung erhalten, außerordentlich -  und weil es keine Möglichkeit der Weiterbeschäftigung gibt - zu heute!

Wo bekomme ich jetzt meine Lohnfortzahlung her, bin ja noch bis 2.3. krankgeschrieben? Von der Arbeitsagentur?

Ansonsten habe ich ja gestern etwas herumtelefoniert, kann dann im März bei anderem Betrieb anfangen, insofern müsste ich die jetzt nicht "konsultieren"...., was mir persönlich natürlich viel lieber wäre....


 

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@Bommie

Ob ein Grund für eine außerordentliche Kündigung vorliegt bezweifle ich. Durch den Zugang der Kündigung werden jedenfalls wichtige Fristen ausgelöst. Unter anderem die drei Wochenfrist zur Erhebung der Kündigungsschutzklage. Du solltest dich in jedem Fall mit der Agentur in Verbindung setzen um abzuklären, ob diese entsprechende Zahlungen leistet. Die Frage ist auch, ob es sich lohnt Kündigungsschutzklage einzureichen. Aus meiner Sicht wäre eine außerordentliche Kündigung in eine ordentliche Kündigung umzuwandeln. Damit würden dir die Gehaltsansprüche im Rahmen deiner ordentlichen Kündigungsfrist zu stehen. Sollte der Arbeitgeber allerdings ohnehin keine finanziellen Mittel mehr haben, also insolvent sein, müsste dies auch unter dem Aspekt Insolvenz Geld geprüft werden. Anbei ein kleiner Link zu der außerordentlichen Kündigung

http://www.kanzlei-mudter.de/ausserordentliche-kuendigung.html

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@Robert Mudter

Ich empfehle dringend, mit dem Arbeitsamt zu klären, ob es auf die Erhebung einer Kündigungsschutzklage besteht, oder ob es auch zahlen würde, wenn keine Klage erhoben würde.

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Soweit ich das Überblicke (was aus der distanz immer etwas tricky ist^^) bist du/seid ihr noch angestellt, da eine Kündigung immer schriftlich erfolgen muss. (dabei gibt es keine Ausnahmen. Solange keine schriftliche Kündigung erfolgte ist man noch angestellt!)Fristlos entlassen dürft ihr eigentlich auch nicht werden, außer mit einer Abfindung, die verhandelt werden muss. (allerdings bin ich in dem Fall nur zu 75% sicher...)

Zur Arbeitsagentur geht man normalerweise sobald man weiß, wann man Arbeitslos wird... in einem solchen Fall würde ich mal anrufen und nachfragen, da die manchmal auch bei Fragen wie z.B. ob du mit einer fristlosen oder fristgerechten Entlassung rechnen musst, helfen können. Außerdem ist es besser sich früher zu informieren und am besten auch etwas zuschicken zu lassen/abzuholen anstatt den ersten Monat ohne Gehalt und ALG dazustehen. (denn wenn man sich zu spät meldet zeigt dir die Agentur nur den Mittelfinger wenn du Geld haben willst)

Ich würde sofort gehen. Es ist ja abzusehen, dass du den Job verlierst. Ich würde aber mal den Arbeitgeber ansprechen, was an den Gerüchten dran ist.


Du musst zur Arbeitsagentur, wenn Dir bekannt ist, dass eine Arbeitslosigkeit drohen könnte.

Also: schnellstmöglich.

Abmelden kannst Du Dich dann immer noch.

Er wird dann dort als arbeitssuchend (und nicht als arbeitslos) geführt werden.

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Du musst fristgerecht betriebsbedingt gekündigt werden. Solange du keine schriftliche Kündigung hast bist du weiter bei dem AG beschäftigt.

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