Betriebsbedingte Kündigung-Chance auf Abfindung?

7 Antworten

zählt nicht die Gesamtzahl der Mitarbeiter von beiden Filialen beim Thema Abfindung und Kündigungsschutz?

Das ist nicht so einfach mit "ja" oder "nein" zu beantworten wenn man die Gegebenheiten in den Filialen nicht kennt.

https://www.haufe.de/recht/arbeits-sozialrecht/bag-zum-kuendigungsschutz-bei-filialen-nur-echte-kleinbetriebe_218_77988.html

Bei der Abfindung sieht es nicht so toll aus. Wenn das Kündigungsschutzgesetz nicht greift, wirst Du wohl sowieso nichts bekommen.

Greift das Kündigungsschutzgesetz kannst Du zwar gegen die Kündigung klagen, was soll das aber bringen? Dir wurde doch ein Arbeitsplatz in der anderen Filiale angeboten, den Du nicht annehmen willst. In der jetzigen Filiale kann man Dich nicht mehr beschäftigen, weil es diese dann nicht mehr gibt.

Worauf willst Du Deinen Anspruch auf Abfindung stützen? Mit viel Glück, wenn der Arbeitsrichter und auch Dein AG die "Sache vom Tisch" haben wollen, kann evtl. beim Gütetermin eine Vereinbarung getroffen werden. Ob das allerdings passiert, wage ich nicht vorauszusehen (immer vorausgesetzt, das Kündigungsschutzgesetz greift.

In der Konstellation ist die Verhandlung eine Abfindung denkbar, muss aber taktisch geschickt eingeleitet werden. Hierzu solltest du, mit der Rechtsberatung deines Vertrauens den Sachverhalt von allen Seiten her beleuchten.

Wie du richtig erkannt hast, richtet sich die Anwendbarkeit des Kündigungsschutzes unter anderem nach der Frage, wie viel Mitarbeiter in dem Betrieb sind. Es müssen rechnerisch mehr als 10 vollzeitig tätige Mitarbeiter sein. Denkbar sind in deinem Fall 2 Varianten: beide Filialen zählen als ein Betrieb oder sind zwar nicht ein Betrieb, stellen aber einen sogenannten gemeinschaftlichen Betrieb dar. Die Variante, dass es sich tatsächlich um 2 getrennt agierende und unabhängige Betriebe handelt ist in der Praxis eher selten anzutreffen. Die Wahrscheinlichkeit dürfte also bestehen, dass eine Zusammenrechnung stattfindet und du möglicherweise zur Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes kommst..

Die betriebsbedingte Kündigung ist die hohe Schule des Arbeitsrechts. Für Arbeitgeber, die sich nicht professionell anwaltlich beraten lassen, eröffnet sich ein weites Feld um zahlreiche Fehler zu machen. Diese Fehler können für einen Arbeitgeber sehr teuer werden, vorausgesetzt sie werden entdeckt. Da rechnet es sich oft zähneknirschend eine Abfindung zu zahlen, als etwa erneut eine Kündigung auszusprechen.Basis hierfür ist natürlich immer, dass gegen eine Kündigung fristwahrend Kündigungsschutzklage eingereicht wurde. Wird die 3 Wochenfrist versäumt wird die Wirksamkeit der Kündigung als Fiktion unterstellt.

Wenn eine andere Tätigkeit in der anderen Filiale angeboten wurde, kann ganz abstrakt nur die Empfehlung gegeben werden, sich hier zuerst einmal nicht zu äußern. Auch der Umgang mit diesem Angebot sollte im Rahmen einer Besprechung reflektiert werden.

Du schreibst, Antworten sollen nur erfolgen, wenn derjenige der antwortet sich sicher ist. Es geht hier um Arbeitsrecht. Da gibt es schlicht kein schwarz und weiß sondern eine Anzahl von Grauschattierungen. Die für dich am hilfreichsten und zielführende Antwort dürfte die sein, die du erhältst nachdem du den ganzen Sachverhalt nebst arbeitsvertraglichen Absprachen präsentiert hast.

Dir viel Glück.Anbei ein Link mit weiteren Informationen um dich auf das Gespräch mit deiner Rechtsberatung vorzubereiten

http://www.kanzlei-mudter.de/kuendigung-aufhebungsvertrag-und-abfindung-ein-praktischer-leitfaden.html

Aus meiner Sicht wirst es nicht nur schwierig eine Abfindung auszuhandeln, sondern könntest auch Probleme bekommen, wenn du dich arbeitslos melden musst. Du hast ein Angebot auf eine gleichwertige Stelle. Wenn du sie ablehnst, kann man es dir auch auslegen, dass deine Arbeitslosigkeit selbst verschuldet ist.

Ich würde die angebotene Stelle nehmen und hier aufgrund der Entfernung hinsichtlich der Arbeitszeiten verhandeln (z. B. Arbeitszeit in 4 Tagen erbringen).  Ebenso kannst du hier argumente hinsichtlich zuschuss zur Zimmermiete oder Fahrgeld einbringen. 130km ist ehrlich gesagt ein Witz. Ich habe auch 140km einfach und fahre manchmal die Strecke täglich.

Ein langer Arbeitsweg ist immer noch besser, als Arbeitslosigkeit.

3

130 km pro Strecke hab ich geschrieben (also Hinfahrt 130 und Rückfahrt 130). Das sind über 5000 km im Monat und die Fahrzeit für die Strecke ist mit 2 Stunden zu berechnen. Macht insgesamt 4 Stunden die man jeden Tag unterwegs ist... In meinen Augen muss die Angebote Arbeitsstelle auch zumutbar sein und in dem Fall ist es eben nicht der Fall.

0
17
@tibacilla

Du hast meine Antwort in keiner Weise komplett verstanden. Es ist mir schon klar, daß du 130km pro Strecke geschrieben hast und auch ich fahre einfach 140 km zu Arbeit und diese regelmäßig wegen privater Termine oft auch mehrfach pro Woche. Das ist bei mir bereits seit 11 Jahren der Fall.

Wenn du aber meine Antwort verstanden hättest, dann würdest du darin einige Tipps finden, über die du mit deinem Arbeitgeber verhandeln kannst, z. B. Zuschuss zur Miete eines Zimmers vor Ort. Den Rest kannst du als doppelte Haushaltsführung über die Steuer absetzen. Verhandlung über die Arbeitszeit, daß man z. B. nur 4 Tage am Stück arbeitet durch eine längere tägliche Arbeitszeit oder auch - wenn die Möglichkeit gegeben ist - einen Tag von zu Hause arbeitet. Es gibt genügend Möglichkeiten.

Ich würde eine angebotene Stelle erst einmal annehmen. Sie ist immer noch besser als Arbeitslosigkeit und du hast Zeit eine Stelle in der Nähe deines Wohnortes zu suchen. Arbeitslosengeld bekommt man nicht ewig.

0

Abfindungszahlung nach Kündigung?

Hallo, ich habe im Dezember2015 meine betriebsbedingte Kündigung erhalten. Ich war ab den Folgetag freigestellt und mir wurde eine Abfindung mit 0,5 Monatsgehältern pro Jahr Beschäftigung angeboten...Schweigegeld. Gegen die Kündigung habe ich nicht geklagt. Ich habe den Arbeitgeber aber darauf hingewiesen ( nach 4 Wochen), dass der berechnete Zeitraum nicht stimmt. Mir wurden 2,5 Monatsgehälter angeboten. Nach meiner Berechnung bin ich aber zum Tag des letzten Arbeitstages, 29.02.2016, über 5,5 Jahre in der Firma und dadurch müsste auf 6 Jahre die Abfindung berechnet werden....lohnt sich eine Klage, es geht um 750 Euro ?

Vielen Dank im Vorraus

...zur Frage

Kündigung weil Betrieb/Firma die Räume gekündigt wurden - Abfindung?

Nach rund 20 Jahren angestellt und die Kündigung erfolgt ab Dez. 2018.

Der Grund der Kündigung ist, dass dem Laden der Mietvertrag nicht verlängert wurde und er nun raus muss.

Ist es möglich eine Abfindung "raus zu schlagen" ? Welche Chancen bestehen da?

Meine Schwiegermutter geht es gerade so. Ich habe ihr geraten einen Anwalt für Arbeitsrecht zu suchen.

Hat jemand Erfahrung damit?

...zur Frage

betriebsbedingte kündigung? bewerbung

Hallo ihr lieben :)

ab januar existiert mein betrieb sozusagen nicht mehr.... das heißt also ich werde betriebsbedingt gekündigt. soll ich das auch so in mein bewerbungsanschreiben schreiben mit betriebsbedingte kündigung oder wie kann ich das formulieren?

vielen dank :)

...zur Frage

Ist die Abfindung Zuwenig?

Da unsere Filiale wegen schlechtem Umsatz schließt werden alle betriebsbedingt gekündigt.

Nur unserer Filiale und der Versandhandel sowie die anderen Geschäfte werden noch bestehen.

Meine Betriebszugehörigkeit werden im Juli dann 10 Jahre Sein und ich bekomme dann 9400 Euro Abfindung. Vom kompletten Bruttolohn die Hälfte Mal die Betriebszugehörigkeit.

Ich kenne mich mit Abfindungen nicht aus das erscheint mir Zuwenig. Was meint ihr dazu kann ich das verhandeln. Ich bin im Kündigschutz da Elternzeit wäre mit der Kündigung einverstanden. Da es nur Beschäftigung mit drei Stunden Fahrtzeit Verbunden gibt. Das ist mir zu weit weg.

Außerdem läuft der Versandhandel des Unternehmens sehr Gut. Wäre eine höhere Abfindung nicht angemessen? Im Endeffekt verliere ich meine Festeinstellung.

Danke für Ratschläge

...zur Frage

Widerruf der eigenen Kündigung bei Standortschließung?

Folgendes Szenario:

  1. Man kündigt selbst und ist noch 3 Monate angestellt.
  2. Später verkündet das Unternehmen die Schließung des Standorts. Die übrigen Mitarbeiter sind noch 1 Monat länger angestellt und erhalten eine Abfindung.
  3. Der eigene letzte Arbeitstag wäre vor der Schließung

Frage:

Ist der Widerruf der eigenen Kündigung möglich, um danach die Kündigung durch den Arbeitgeber zu erhalten, so dass man auch eine Abfindung erhält?

PS: Es geht um eine Ami-Firma, denen Menschen egal sind und nur das Geld zählt.

...zur Frage

Kündigungsfrist und Abfindungsrecht bei geringfügiger Beschäftigung

Hallo,

meine Mutter arbeitet seit zwanzig Jahren als geringfügige Beschäftigte in einer Gaststätte ( täglich 2 Stunden). Am 06.06.13 hat sie ihr Kündigungsschreiben zum 30.06.13 von ihrer Arbeitsstelle mit dem Kündigungsgrund: betriebsbedingte Kündigung (Verkauf des Betriebes) erhalten.

Nun fragen wir uns, wie lange sie eine gesetzliche Kündigungsfrist hat, und ob wir ein Recht auf eine Abfindung hätten?

Ich würde mich über jede Antwort freuen

Liebe Grüße

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?