Betriebsbedingt Urlaub des AN abziehen?

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2 Antworten

Bei meinem Mann werden auch manche Tage vom AG vorgegeben - so die Betriebsruhe, Brückentage und zwischen Weihnachten und Neujahr. Das ist ganz einfach so, weil an den betreffenden Tagen der Betrieb zu ist und niemand arbeitet.

Wegen den Fortbildungen bin ich mir nicht sicher, das gibts bei meinem Mann nicht. Wendet Euch diesbezüglich mal an den Betriebsrat oder die Gewerkschaft.

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Kommentar von GabGab88
11.07.2017, 15:33

Vielen Dank für die Antwort. Vielleicht verliert sich einer vom Fach auf mein Post.

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Der AG hat von den 25 Tagen 12 Tage verplant.

Das ist zwar viel, aber innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen. 12 Tage am Stück kann der MA ja immer noch nehmen.

(4 Tage wurden dieses Jahr für Karneval verplant, was kein Problem ist.)

Nicht das Problem des AG.

Von den 12 verplanten Tagen, hat der AG ohne Absprache 8 Tage für
Brücken-, Fortbildungs- & Weihnachtstage und zusätzlich für
Installation von einer Maschine verwendet

Wenn der Betrieb an den Brückentagen und dem Tag der Maschineninstallation ruht / schließt, ist das völlig normal.

Für Weihnachten wurden nie Tage abgezogen genau so wenig bei Fortbildungen oder Brückentage.

Man könnte ggfs. mit betrieblicher Übung argumentieren, was Weihnachten und Brückentage anbelangt, aber das ist arbeitsrechtlich ein dünnes Brett. Ist tarifrechtlich oder per BV nichts abweichend von der gesetzlichen Norm vereinbart, kann der AG diesbezüglich relativ frei entscheiden.

Er hat sozusagen nicht das Recht gehabt mit zu entscheiden, ob er an den "Brückentagen" arbeiten möchte.

Wenn der Betrieb schlicht ruht, gibt es da auch nichts zu diskutieren. Ansonsten wäre das Dispositionsrecht des AG zwar vorrangig, jedoch dürften die Tage für die nicht benötigten Kräfte nicht auf den Urlaub angerechnet werden (sondern auf Freizeitausgleich / Überstunden respektive auf das Arbeitszeitkonto).

Darf der AG ihm für Fortbildungen, wo er nicht teilnimmt, auch Urlaub abziehen?

Wenn die Fortbildung verpflichtend ist, aber der MA nicht teilnimmt und auch nicht arbeitet, ist selbstverständlich der Urlaub heranzuziehen (abgesehen davon, dass das eine Abmahnung rechtfertigen würde). Das sollte aber entweder im AV oder im Tarifvertrag stehen, wie Fortbildungen umzusetzen sind.

Abgesehen davon ist die Frage hier unlogisch. Wenn der AG diese Fortbildungen anordnet, besteht Teilnahmepflicht. Wenn es sich um Fortbildungen auf Antrag des AN handelt, ebenso. Nimmt der AN daher trotz Antrag nicht teil, geht das logischerweise auf seine eigenen Kosten. Und wenn jetzt - Mitte Juli - dieses Thema aktuell wird, dann handelt es sich um Fortbildungen, an denen der AN demzufolge in den ersten 6 Monaten nicht teilgenommen hat. Dann ist auch klar, dass diee Absenztage gegen Urlaub verrechnet werden.

Es wäre unfair, wenn ein Mitarbeiter zwar 25 Tage im Jahr hat aber
effektiv nur 13 Tage verbrauchen kann. Jetzt bleiben ihm nur noch 4
Tage, die er für sein Sommerurlaub planen kann. 8 Tage wurden für
zwischen durch verbraucht.

Erstens steht auf jedem Monatslohnzettel genau, wieviele Tage Urlaub angerechnet und wieviele noch übrig sind.

Zweitens ist der Urlaubsplan - je nach Größe des Unternehmens - entweder sichtbar ausgehängt, zentral verwaltet oder wird per Abteilung nach Absprache mit dem Vorgesetzten erstellt. In jedem Fall kann jeder MA jederzeit einsehen, wie sein Urlaubskontingent aussieht, und vor allem, wann Betriebsruhe verordnet wird (Letzteres meist sogar durch Aushang oder Rundschreiben).

Wenn man das alles natürlich ignoriert, braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn dann im 7. Monat des KJ plötzlich keine freien Tage mehr übrig bleiben zur Disposition. Dafür macht man ja seine Urlaubsplanung auch mit Hinblick auf das Gesamtjahr (wenigstens mit Vorlauf 6 Monate), und nicht nach Gusto.

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Kommentar von GabGab88
11.07.2017, 16:48

Erst einmal vielen Dank für die ausführliche Antwort /Erklärung.. Die Karnevalstage wurden vom AG festgesetzt, nicht vom AN gefordert. Man kann ja auch in Köln ganz normal arbeiten trotz der Karnevalstage. Bezüglich der Brückentage: die letzten Jahre wurden nie Brückentage vom AG abgezogen. Beim Thema Fortbildung habe ich mich nicht korrekt erklärt. Die Fortbildung war nur für den AG gedacht und NICHT für den AN. Klar kann man auf seine Urlaubstage einsehen, aber da der Kumpel seit Jahren dort arbeitet und nie diese Situation hatte, ging er davon aus der er 20 Tage wie jedes Jahr hatte. Es wurde nicht mal kommuniziert, dass dieses Jahr alles angerechnet wird was angerechnet werden konnte. Bei einem zwei Mann Betrieb, wäre meiner Meinung nach die Kommunikation einfacher als bei größeren Unternehmen. Bei mir im Betrieb werden auch nicht die Urlaubstage aktualisiert.

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Kommentar von Familiengerd
11.07.2017, 18:06

Wenn der Betrieb an den Brückentagen und dem Tag der Maschineninstallation ruht / schließt, ist das völlig normal.

Ganz so "völlig normal", wie Du wohl meinst, ist das überhaupt nicht!

Der Arbeitgeber kann Betriebsurlaub nicht "einfach so" nach eigenem Gutdünken anordnen, dazu muss erstens eine betriebliche Notwendigkeit bestehen - und den Betrieb an einem Brückentag zu schließen, nur weil der Arbeitgeber das so will, ist dann sein Problem, das ihn aber nicht zur Anrechnung eines Urlaubstags rechtfertigt -, und der Betriebsurlaub muss (wenn er denn überhaupt gerechtfertigt ist) "rechtzeitig" bekanntgegeben werden - und das heißt: mindestens 1/2 Jahr im voraus!  

Außerdem darf er auch bei einer Betriebsschließung wegen einer Maschineninstallation keinen Urlaub anrechnen; diesen Tag, an dem nicht gearbeitet werden kann, hat er sich nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko" selbst anzulasten!

Es ist einiges, was hier "schief läuft" zulasten des Arbeitnehmers!

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